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Mit starken Muskeln zum Weltrekord

(nn) Lexington / Kentucky, Samstag, 5. Oktober 2019. Weltrekord gelaufen und doch nicht persönliche Bestzeit - der Coup des Six Pack ist rasch erklärt.

Schnellster vierjähriger Hengst der Welt - Six Pack (Foto: standardbredcanada.ca)

Åke Svanstedt setzte dessen bislang alles andere denn überragender Saison 2019 die Krone auf und scheint für die Breeders Crown bestens gewappnet. Der am 6. Oktober 2016 in Lexington von einem Besitzerkonsortium für schlappe 30.000 Dollar ersteigerte Hengst scheint die rote Asche, der die Red Mile ihren Namen verdankt, zu lieben - die weiten Bögen und langen Geraden sowieso. 2018 holte er sich hier mit seinem Trainer das Kentucky Futurity in der Weltrekordzeit für dreijährige Hengste von 1:07,9. Im Allerage Farms Trotum 145.000 Dollar, mit dem erstmals während des Lexington-Meetings die gestandenen Recken auf den Plan gerufen wurden und in dem 2018 Homicide Hunter den „world record“ auf 1:07,6 gedrückt hatte, reichten dem Muscle-Mass-Sohn 1:08,0, um sich neben den ausgelobten 72.500 „Bucks“ für Platz eins in der Rekordliste für vierjährige Hengste zu etablieren. Der „Muskelprotz“ löschte die alte, gemeinsam von Chapter Seven, Eurobond und Southwind Chrome gehaltene Marke um eine halbe Sekunde.

Zu glauben war daran vorab nicht unbedingt, denn allzu ruckelig war’s für den Modellathleten durchs Jahr gegangen, der bei neun Starts gerade zweimal hatte punkten und 227.315 Dollar bunkern können. Kein Vergleich mit jenen elf „Winners“ und 1.159.648 USD, die Ende 2018 auf seiner Steuerkarte gelacht hatten. „Beim Maple-Leaf-Vorlauf vor sechs Wochen hatte ihm ein bisschen was in den Knochen gesteckt. Deshalb haben wir ihn fürs Finale gestrichen. Beim Comeback im Caesars Trot war er Vierter weit hinter dem Sieger, kam aber von ganz hinten angeflogen und hat mich so überzeugt, dass ich heute sogar auf den ‚all time record‘ gehofft habe. Dafür war’s unterwegs jedoch einen Tick zu langsam“, kommentierte der „grüne Riese“ aus einst Axevalla und seit fünf Jahren Florida. Der Rekord für alle Altersklassen und Bahnlängen blieb somit fest auf den Schultern von Homicide Hunter.

Besagte kleine „Auferstehung“ vor zwei Wochen im Hoosier Park hatten offensichtlich auch die Wetter für bare Münze genommen und hoben ihn bei 2,5-fachem Einsatz auf den Schild des Favoriten. Von der „7“ kam der Muscle-Mass-Sprössling hinter Eurobond, seinem erklärten Gegner Lindy the Great und Crystal Fashion als Vierter an der Innenkante unter. Wie beschrieben hätte sich Svanstedt ein wenig mehr vorderen Zug gewünscht, für den er nun selbst sorgen musste - und wie! Zur Halbzeit in Spur zwei beordert, überrannte Six Pack das vordere Trio, als träte es auf der Stelle, hatte nach drei Vierteln des Weges drei, zu Beginn der Zielegraden sechs Längen Vorsprung vor allem auf den konsternierten Lindy the Great herausgeholt und behauptete davon unter einigen „Tickern“ seines Steuermanns bis zur Linie vier: „Er lag so prächtig in der Hand, da musste ich einfach losfahren. Ganz allein in Front ist er immer ein wenig faul“, griente „Kung Åke“.

Lindy the Great, der ihn im Hoosier Park noch um vier Längen abserviert hatte, fiel bei der glatten Niederlage kein Zacken aus der Krone; die Saison des fünfjährigen Crazed-Sohnes, dessen Laufbahn erst jetzt richtig ins Rollen zu kommen scheint, kann sich mit sieben Siegen, zwei Ehrenplätzen und 205.215 Dollar Einkommen ebenfalls sehen lassen. Er hielt Mission Accepted um eine Länge auf Distanz, der aus dem Mittelfeld enorm schnelle Beine bekam und den von The Veteran angeführten Rest um fast sieben Längen abhängte. Abgeneigt, den Winter mit seinem Crack teilweise in Paris zu verbringen, ist Svanstedt nicht, wobei der 60-jährige natürlich den Prix d’Amérique im Auge hat. Mit aktuell 1.658.105 Dollar hätte der aus 33 Auftritten 18 Siege schwere dann Fünfjährige einen Startplatz sicher. Seine schwedischen Mitbesitzer jedenfalls haben die Reise fürs letzte Januar-Wochenende bereits gebucht…

Allerage Farms Open Trot (int., frei für Alle)
 für zweijährige Jungs sicherten sich Capt Midnight (von Captaintreacherous) und Andrew McCarthy für Tony Alagna, der Art-Major-Nachkomme Major Betts mit „Kiwi“ Dexter Dunn für Mark Harder sowie der von Nancy Johansson gecoachte Tall Dark Stranger (von Bettor’s Delight) mit Yannick Gingras. Auch Trainer-Champion Ron Burke trug sich in die Siegerliste ein: Für ihn holten Elver Hanover (von Yankee Criuser) und Chris Page die Lorbeeren. Trumpf war der 49-jährige ebenso dank Warrawee Ubeauty; die Sweet-Lou-Tochter führte Yannick Gingras zum Erfolg im mit 216.00 Dollar bestückten Tattersalls Pace für dreijährige Pacer-Stuten. Last not least sicherte sich der unverwüstliche achtjährige McArdle-Sohn Mcwicked den „offenen“ Allerage Farms Pace um 186.000 Dollar in genauso überlegenem Stil wie Six Pack das Pendant der Trotter. Im Sulky des von der Kanadierin Casie Coleman trainierten Titelverteidigers, der mit acht Jahren 39 Siege und 4.914.893 Dollar sein Eigen nennt, saß Brian Sears.