++ Heute: Comeback von Familie Berchtolds Campo Bahia mit Conrad Lugauer im Jämtlands Stora Pris (940.000 SEK/2140 Meter) in Östersund (18:42 Uhr) ++ ++ Heute: Stall Hamburger Jungs' Expensive Dust (Ken Ecce) und Lana Del Rey (Birger Jørgensen) in Odense ohne zählbare Ausbeute - Gestüt Lasbeks Jairo (Joakim Lövgren) in Kalmar (14:08 Uhr) - Stall Habos Naomi Bo und Eagle In The Sky (Martijn De Haan) in Lindesberg (ab 18:30 Uhr) ++ ++ Sonntag: Auftakt zur Gold-Serie um 10.000 Euro in Berlin-Mariendorf - Goldy Stardust vs. Rainbow Diamant, Gustavson Be und Popeye Diamant - Beginn 14:00 Uhr ++ ++ Im Anschluss: PMU-Soiree in Gelsenkirchen (ab 17:50 Uhr) ++
Tsunamis große Welle
18. Mai 2020

(nn) Kopenhagen-Charlottenlund, Sonntag, 17. Mai 2020. Im wie immer dem Veranstalter sehr zur Zierde gereichenden Rahmenprogramm des Copenhagen-Cups machten auch die Deutschen einen guten Schnitt. Allen voran Tsunami Diamant, der sich in Dänemark ausgesprochen wohl zu fühlen scheint und von fünf dortigen Versuchen drei als Erster sowie Kopenhagens 4-års Eliten vor zwei Jahren als Zweiter zu Portland beendet hatte.

Im schwierig zu lesenden Charlottenlund Open, in dem es nicht nur wegen eines Fehlstarts, bei dem das Feld im Vollknast 500 Meter absolvierte, bis es endlich zurückgepfiffen wurde, ziemlich drunter und drüber ging, strich er als am Ende überlegener Sieger, den Robin Bakker nur zweimal ganz leicht anticken musste, 75.000 DKR (ca. 10.000 Euro) ein. Im erbitterten Dreikampf um die Führung hatte Jairo die Nase schon knapp vorn, doch rettete im ersten Bogen der geringere Radius Favorit Slide So Easy, der sich gegen Thunder Peak durchsetzte.

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Der Lasbeker blieb in der Todesspur hängen, suchte nach einer Ablösung - und fand sie im „Diamanten“, der von der „10“ durch Spur drei ackerte und von Bakker früh an die Flanke des dänischen Favoriten gescheucht wurde. In der zweiten Kurve ritt Lutfi Kolgjini wie in alten Tagen eine Attacke, die sich gewaschen hatte. Wuchtig katapultierte er Partizan Face durch die dritte Spur, brach den Widerstand erst von Tsunami Diamant, dann von Slide So Easy, der ab der letzten Ecke völlig ausspannte und zum Jubiläum seines 100. Auftritts kläglich unterging - und bekam, kaum dass er die Führung ergattert hatte, Atemnot.

Der Konter von Deutschlands Derby-Sieger 2017 saß knallhart. Lang und länger machte sich der Gustav-Diamant-Sohn, ließ den ob seines gewaltigen Überfalls müden „Partisanen“ links liegen und wimmelte auch den Schlussangriff Photo Lavecs bombensicher ab, der sich mit Feuereifer aus dem dritten äußeren Paar in die Schlacht warf. Für den deutschen Tsunami wird’s nun wohl ins jütländische Skive gehen, wo am 1. Juni der Musketerdagen ansteht.

Charlottenlund Open (int.)

1600m Autostart, 150.000 DKR

1.      Tsunami Diamant        12,4     Robin Bakker                     51                           

         6j.dklbr. Wallach von Gustav Diamant a.d. Glide Chip von Yankee Glide

         Be: Johann Holzapfel & Stall MS Diamanten, DE; Zü: Max Schwarz, DE; Tr: Paul Hagoort

2.      Photo Lavec          

3.      Partizan Face          

4.      Jairo                          

5.      Justice Ås                   

6.      Thunder Peak            

7.      Slide So Easy           

         Uno Italia                 

12,8     Bo Westergaard             

13,4     Lutfi Kolgjini                      

13,8     Joakim Lövgren               

13,9     Peter Untersteiner         

14,2     Thomas Uhrberg           

15,0     Flemming Jensen            

agh.     Roberto Vecchione          

623

49

53

314

195

23

72

Sieg: 51; Richter: überlegen 3 - 5½ - 2½ - 1 - 2 Längen; 8 liefen (NS Cupido Sisu / lahm,  Rocky P H / erkältet)

Zw-Zeiten: 09,0/500m

Wert: 75.000 - 32.500 - 16.000 - 10.000 - 9.000 - 7.500 DKR

Al Capone eine Macht

Alles nach Plan schien in der 4-års-Eliten um nur noch 205.000 dänische Kronen für Deutschlands nunmehr von Hugo Langeweg trainierten Derby-Sieger und Orsi-Mangelli-Dritten Velten von Flevo zu laufen, mit dem Jaap van Rijn 250 Meter benötigte, um ihn vor Erling auf der Kommandobrücke zu installieren. Fortan durfte sich der Ganymède-Sohn alles sehr bequem einteilen und bekam erst eine Runde später etwas Druck durch Ambra Grif, der der von innen nach außen dirigierte Juan Les Pins und Al Capone Stecca folgten. E Type Cash hatte sich am Start, Erling und Eric the Eel als innerer Zweiter und Vierter eingangs der letzten Überseite im Galopp ausgeklinkt.

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Hinter dem Sieger Al Capone Stecca verspringt Velten von Flevo das zweite Geld

Als Mitte der Schlusskurve Ambra Grif bleischwere Beine bekam und auch Juan Les Pins an Grenzen stieß, stand der Himmel weit offen für Velten von Flevo, zumal Al Capone erst noch die beiden müden Vorderleute aus dem Weg räumen musste. Das tat er im Sauseschritt, und im gleichen Moment hatte auch Velten von Flevo kaum noch etwas zu verkaufen. Zwei, drei tatsächlich zarte Aufforderungen Alessandro Gocciadoros genügten, und der Napoleon-Bar-Sohn bog leichtfüßig auf die Siegerstraße ein. Mit dem sicheren Ehrenplatz vor Augen rollte sich der sonst so trabsichere Velten von Flevo 100 Meter vorm Ziel in Galopp, wodurch der an seinen Landsmann Juan Les Pins fiel.

4-års-Eliten (int., Vierjährige)

2000m Autostart, 205.000 DKR

1.      Al Capone Stecca        13,7     Alessandro Gocciadoro   40

         4j.dklbr. Hengst von Napoleon Bar a.d. Miss Love von Ganymède

         Be / Zü: Emiliano Stecca, IT; Tr: Alessandro Gocciadoro

2.      Juan Les Pins           

3.      Erling                      

4.      Ambra Grif               

5.      E Type Cash             

6.      Ecco C N                                         

         Eric the Eel                   

         Velten von Flevo         

14,3     Robin Bakker                  

14,8g   Jörgen Sjunnesson       

14,8     Roberto Vecchione          

14,9g   Gordon Dahl                   

15,0     Steen Juul                                                

dis.r.    Jeppe Juel                         

dis.r.    Jaap van Rijn                    

257

125

92

140

512                           

75

18

Sieg: 40; Richter: überlegen 6 - 4 - k.Kopf - 1½ Längen; 8 liefen

Zw-Zeiten: 14,1/1000m

Wert: 100.000 - 50.000 - 25.000 - 13.000 - 10.000 - 7.000 DKR

Speed-Monster Velten Limelight

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Velten Limelight (1) mit Monsterspeed zur Stelle

Viel besser als Deutschlands Derby-Sieger machte es Stallkamerad Velten Limelight in der Klass II, die er nach einem unmöglichen Verlauf nie und nimmer hätte gewinnen können. All jene, die dem SJ’s-Caviar-Sohn für 30:10 ihr Geld anvertraut hatten, sahen ihre Felle schon früh davon schwimmen. Ohnehin kein sonderlich guter Beginner, landete er von der „1“ im vierten Paar innen und war noch 600 Meter vorm Ziel festgemauert „in der Erden“. Wenig später konnte Rick Ebbinge seinen Wallach schon mal in Spur zwei lancieren, musste aber noch ein bisschen warten, bis er endlich ganz nach außen durfte.

Da war ein vorderes Trio schon um einiges enteilt und Altmeister Steen Juul mit Enjoy the Game auf seiner Hausbahn fast im sicheren Hafen. Was Velten Limelight dann in vierter, fünfter Spur aufs Tapet zimmerte, war sagenhaft. Mit dem letzten Schritt vermasselte er Enjoy the Game das Spiel, schlug selbst zum achten Mal aus lediglich neun Versuchen als Erster an, kassierte 100.000 DKR und darf nun zum großen Klass-II-Finale am 31. Mai nach Solvalla reisen.

Strahlend schön…

und gar nicht zickig benahm sich Ultra Bright in der Hand von Björn Goop. Prompt ging die Hoppe-Eliten an Fredrik Perssons ebenso laufstarke wie kapriziöse Siebenjährige, die sich in ihrer vom Triumph im StoChampionatet 2017 gekrönten Karriere so einiges - wie zum Beispiel den Griff nach der Derby-Krone der Stuten - vermasselt hatte. Goop düste mit der Zola-Boko-Tochter ohne langes Zaudern in Front, drosselte das Tempo so enorm, dass er die hinter ihm liegende Sharon Gar, hinter der Roberto Vecchione Klimmzüge machte, nach außen zwang, und hatte so seine vermeintlich härteste Gegnerin mit der Nase in den Wind gestellt.

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Ultra Bright knapp aber sicher vor Visa As © travronden.se

Das schmeckte der ihren 106. Start absolvierende, weit gereisten Varenne-Tochter ganz und gar nicht, die an der letzten Ecke erschöpft die Waffen im Galopp streckte. Umso mehr Mumm hatte Visa As, die im dritten Paar außen hinter Frankreich-Heimkehrerin Havefunwithme lag. Machtvoll griff die Sechsjährige an, wobei, das muss bei Gocciadoro, um den in Schweden fast eine Hexenjagd angezettelt ist, immer wieder betont werden, der Mann in Gelb trotz des knappen Ausgangs die Peitsche durchweg hinten ließ - und prallte um einen „Hals“ an Ultra Bright ab, die sich diesmal lammfromm präsentierte und sich zu keiner Galoppade hinreißen ließ.

Hoppe-Eliten (int., Stuten)

2000m Autostart, 150.000 DKR

1.      Ultra Bright                     13,0     Björn Goop                         18           

         7j.br. Stute von Zola Boko a.d. Patina von Viking Kronos

         Be: Heki & Bengt Andersson, SE; Zü: Menhammar Stuteri AB, SE; Tr: Fredrik Persson

2.      Visa As                     

3.      Julia Pellini             

4.      Havefunwithme       

5.      Frances Yoda           

6.      Cash Flow                 

         Danielle D D             

         Sharon Gar               

13,1     Alessandro Gocciadoro  

14,0     Ulf Ohlsson                     

14,0     Johan Untersteiner          

14,0     Birger Jörgensen           

14,9     Flemming Jensen         

hdF      Jeppe Rask                     

dis.r.    Roberto Vecchione          

65

443

76

265

551

969

29

Sieg: 18; Richter: sicher Hals - 8 - 1 - Hals; 8 liefen

Zw-Zeiten: 15,7/500m - 16,2/1000m

Wert: 75.000 - 32.500 - 16.000 - 10.000 - 9.000 - 7.500 DKR

Brillante Fuhre von „Monsieur Jos“

Auch wenn er auf die Fahrt mit Arazi Boko verzichten musste, der wegen Fieber zu Hause blieb, hat Jos Verbeeck die Reise nach Kopenhagen nicht vergeblich angetreten. Im die V75 beschließenden Summer Meeting Stayer war er mal wieder Jean-Michel Bazires Mann fürs Ausland. Blé du Gers ließ sich weder durch 40 Meter Zulage, die er gemeinsam mit Romanesque und Viking d’Hermès aufzuarbeiten hatte, noch vier Fehlstarts, deren zwei Etenclin und Robin Bakker angelastet wurden, die damit unverrichteter Dinge in den Stall fahren mussten, bevor es endlich losging, irritieren - und auch nicht vom äußerst vorsichtigen Beginn, der ihm die rote Laterne bescherte.

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Eisenharter Steher: Blé du Gers

Allzu lange gab Peakadilly nicht den Takt vor, denn bald hatte Lutfi Kolgjini mal wieder Hummeln im Hintern, wuchtete Ganyboy an die Spitze und hielt dem drückenden Viking d’Hermès stand. Für die letzte der drei Runden machte der „Hexer von Vicennes“ seinem Partner endlich flinke Beine und flitzte im Rush an Ganyboys Seite, der auch diese Herausforderung annahm, soweit die Füße trugen. Das war bis ausgangs der letzten Gegenseite. Dort legte der deutsche Derby-Dritte 2017 den Rückwärtsgang ein und landete auf Platz sechs (7.000 DKR).

Blé du Gers, den sich Verbeeck in der letzten Kurve noch einmal kräftig ans Gebiss holte, wurde hingegen immer stärker, hielt nach einigen Aufmunterungen Tuxedo Bi/Rick Ebbinge und Peakadilly/Steen Juul sehr sicher in Schach und strich für den nach 1:14,8/2990m feststehenden 21. Sieg seiner Laufbahn 100.000 DKR (ca. 13.500 Euro) ein, wobei er den letzten Kilometer in 1:11,4 herunternagelte. „Er war heute mit einer Murphy-Blende ohne Loch aufgezäumt, ging deswegen überwiegend auf einer Leine. In 14 Tagen sehen wir uns im Harper Hanovers Lopp (dem krönenden Abschluss der Stayer Serie/Anm.d.Red.) wieder“, kommentierte Monsieur Jos, trotz seiner 63 Jahre noch immer eine fahrerische Augenweide.

Im Vergleich zu 2019, als in der über die schwedische ATG abgerechneten Königswette 20,3 Millionen umgesetzt wurden, rasselten heuer 25,1 Millionen oder ein sattes Plus von 25 Prozent durch die Kassen. Und auch die Kopenhagener durften sich freuen: 31.162.848 DKR Umsatz (ca. 4,2 Mio. Euro) standen außerdem unterm Strich - rund 4,7 Millionen mehr als 2019.

V75-1 (Open):        

V75-2 (Elit-Sto):    

V75-3 (Silver):       

V75-4 (4jähr.):   

V75-5 (Klass II):    

V75-6 (Cop-Cup)

V75-7 (Stayer):                          

Tsunami Diamant / Robin Bakker                

Ultra Bright / Björn Goop                                

Bvlgari Peak / Steen Juul                             

Al Capone Stecca / Alessandro Gocciadoro

Velten Limelight / Rick Ebbinge                    

Heart of Steel / Peter Untersteiner             

Blé du Gers / Joseph Verbeeck                    

51

18

140

40

30              

267

23

Umsatz V75: 25.100.917 SEK

1. Rang: 33,15 Systeme à 196.842 SEK

2. Rang: 876 SEK

3. Rang: 68 SEK

Umsatz Top-7 (Klass II): 636.712 SEK

Mit einem italienischen Doppelschlag ging die Veranstaltung im altehrwürdigen, zu heutigen „modern times” fast schon pittoresken Lunden los: 15:10-Favorit Banderas Bi, der zweijährig drei seiner sechs Auftritte als Erster beendet und im Gran Premio MIPAAF von Napoli mit 81.400 Euro als Zweiter seinen größten Batzen verdient hatte, bewies, dass er über Winter unter Holger Ehlerts Regie nichts verlernt hat.

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Forza Italia: Vecchione vor Gocciadoro

Nach einem Sicherheitsstart ackerte der Fuchs in der 3-års Eliten durch die Todesspur, knackte den pfeilschnell in Front geflogenen Fossa/Steen Juul und ließ auch die Schlussattacke seiner steten Schattenfrau Babirussa Jet leicht um eine Länge an sich abperlen, hinter der Alessandro Gocciadoro die „Rute“ wohltuend dezent einsetzte. Als erster Obolus für 2020 wanderten nach 1:14,7/2000m 50.000 DKR aufs Konto des von Roberto Vecchione gesteuerten Ganymède-Sohn; Babirussa Jet erhielt 20.000 DKR gutgeschrieben.

Die ebenfalls mit 105.000 DKR dotierte und mit sechs Gespannen bestückte 5-års Eliten wurde eine überaus leichte Beute des Norwegers Stoletheshow. Mit dem Dream-Vacation-Sohn behauptete Björn Goop von der „1“ die Pole Position gegen Lewis Ale, war fortan mit gütiger Hilfe des Italieners Zarrazza Italia nur darauf erpicht, den Finnen nicht zu früh aus dem Schwitzkasten zu entlassen, und setzte sich ganz locker in 1:14,2/2000m um 1½ Längen vom finnischen Kriterium-Sieger 2018 ab.

Wie Dänemarks bedeutendster Trabrenntag begonnen hatte, so endete er: mit einem Erfolg des Gespanns Holger Ehlert und Roberto Vecchione. Start-Ziel war ihr Pascia‘-Lest-Nachkomme Axis de Girifalco Chef im Ring, wofür es 25.000 DKR gab - ein kleines Trostpflaster für die herbe Rasur, die dem Team mit Zacon Gio im Hauptrennen (Nachschau folgt) widerfahren war.