++ Heute: PMU-Matinee in München - Neun Rennen ab 11:15 Uhr ++ ++ E3-Vorläufe in Färjestad: Stall Habos Natorp Bo (Björn Goop) steigert sich auf 1:11,4/1640 Meter, kommt aus zweiter Reihe über Rang sechs aber nicht hinaus - Stallgefährte Climber (Carl Johan Jepson) nach langer Führung Zweiter in 1:12,0 - Namanga Bo (Björn Goop) beim Einstand für die Besitzergemeinschaft Roger Wittmann/Thorsten Weck Dritte in 1:12,6 ++ ++ Mittwoch: 8. Etappe zum Grand National du Trot in Saint Malo ++ ++ Samstag: Aby Stora Pris über 3.140 Meter mit Who's Who, Moni Viking und Cokstile - Lea Ahokas im Aby Stora Monté Pris mit Henk Grifts Volcan de Bellande ++ ++ Sonntag: Volle Karte mit 13 Prüfungen in Mönchengladbach (ab 13:30 Uhr) - Zehn Rennen in Hamburg (ab 14:07 Uhr) ++
Oranjes Generaal sorgt für fette Quoten
05. Juli 2020

(nn) Halmstad, Samstag, 4. Juli 2020. Wie am Schnürchen liefen bei Schnürlregen und wenig sommerlichen 16 Grad die Favoriten für die V75-Wette ein - bis in der sechsten Abteilung ein holländischer General sie aus der Komfortzone riss.

In der Gulddivisionen gelang Generaal Bianco, dem vor drei Jahren von Rob de Vlieger zu Peter Untersteiner überstellten Ufo-Kievitshof-Sohn Michel de Bruins, ein 312:10-Donnerschlag, der die bis dahin noch im Millionen-Spiel befindlichen 40.152 Systeme auf 2.254 einschmolz.

Dabei hatte es in der mit einem ersten Scheck von 200.000 SEK gespickten Eliteklasse ganz danach ausgesehen, als solle Velvet Gio, der heuer schon 750.000 SEK eingetrabt, aber noch kein Rennen gewonnen hatte, endlich den ersten Treffer landen. Von Startplatz „3“ kam der Sechsjährige problemlos vor Generaal Bianco an die Tête, in der turbulenten Startphase waren Very Kronos, Montdore und Västerbo Exact im Galopp abhanden gekommen, der brandgefährliche Cyber Lane trabte gut bewacht als innerer Vierter hinter Ragazzo da Sopra, und Stepping Spaceboy als äußerer Anführer mag es nicht wirklich, wenn ihm draußen die frische Luft um die Nase weht.

Also hütete sich Wim Paal, dem Leader unterwegs energischer auf den Zahn zu fühlen, der sein Ding bei mäßigen Zwischenzeiten problemlos schien abziehen zu können. Auch als Ghazi B.R. 700 Meter vorm Ziel mit Milligan’s School in dritter Spur aufrüstete, sah dies nicht wirklich gefährlich aus für den Nad-Al-Sheba-Sohn, zumal Johan Untersteiner für seinen Cyber Lane noch immer nach einem Ausweg suchte und nun hinter dem etwas nachgebenden Stepping Spaceboy festhing.

Noch kritischer wurde es für den 2017er Derby-Sieger, als sein Vordermann Mitte des Schlussbogens sprang; der minimal nach innen driftende Ghazi B.R. erwischte ihn am rechten Vorderbein, was Christoffer Eriksson 3.000 SEK Buße und drei Tage Fahrverbot eintrug.

generaal-bianco-mal-1

Foto: travnet.se

Doch bereits eingangs der Zielgeraden hatte Ulf Ohlsson nicht mehr allzu viel in Händen, und auch sein beherztes Finish nutzte zumindest für Platz eins nichts: Wie Kai aus der Kiste kam der „formlose“ Generaal Bianco aus dem Windschatten und überfuhr den Italiener um zwei Längen, als träte der auf der Stelle. Der musste gar um den Ehrenplatz bangen, denn wie Cyber Lane, endlich frei und ohne Fesseln, den Rest von hinten aufrollte und Velvet Gio um ein Haar erwischt hätte, war ebenfalls feines Kino.

General Parade

Foto: hallandsposten.se

„Es ist auch für mich fast unvorstellbar. Vor einem Monat schien der Generaal so kriegsmüde, dass ich ernsthaft erwägt habe, ihn zurück nach Holland zu schicken“, kommentierte Untersteiner senior die verblüffende Leistungsexplosion des Wallachs, „ich weiß auch nicht, warum er wieder fast der Alte war. Gewiss, ich hab als letzten Versuch Training und Ausrüstung geringfügig verändert. Er hat uns in den Jahren zuvor so viel Freude bereitet (12 Rennen und 3 Mio. SEK gewonnen/Anm.d.Red.) und war nun fast ein Nichts. Ich bin gespannt, wie‘s mit ihm weitergeht.“

Keine Antwort wusste Ulf Ohlsson, warum Velvet Gio am Ende so wenig Widerstand leistete: „Alles hat gepasst, ich konnte lange das Tempo herausnehmen, und am Geläuf gab‘s unter diesen Umständen nichts zu mäkeln. Vielleicht mag er einfach kein Regenwetter.“

Gulddivisionen (int.)
2140m Autostart, 409.500 SEK
1.    Generaal Bianco    12,7    Peter Untersteiner    312        
    7j.br. Wallach von Ufo Kievitshof a.d. Zaskia Fortuna von Coktail Jet
    Be: Michel de Bruin, NL; Zü: J. van der Horst, NL; Tr: Peter Untersteiner

2.    Velvet Gio  
3.    Cyber Lane  
4.    Milligan’s School
5.    Ghazi B.R.  
6.    Hard Times   
7.    Ragazzo da Sopra  
8.    Im Your Captain   
    Very Kronos   
    Stepping Spaceboy   
    Montdore   
    Västerbo Exact   
12,9    Ulf Ohlsson   
12,9    Johan Untersteiner   
12,9    Ulf Eriksson   
12,9    Christoffer Eriksson   
13,1    Rikard Skoglund   
13,1    Björn Goop   
13,3    Jan Henriksson   
dis.r.    Erik Adielsson   
dis.r.    Wilhelm Paal   
dis.r.    Robert Bergh   
agh.    Thomas Uhrberg   
26
39
62
772
1270
180
2510
47
223
794
678

Sieg: 312; Richter: leicht 2 - Hals - ¾ - Hals - 2 Längen; 12 liefen
Zw-Zeiten: 11,5/500m - 15,3/1000m - 13,5/1500m - 11,8/letzte 500m
Wert: 200.000 - 100.000 - 50.000 - 26.500 - 17.000 - 10.000 - 6.000 SEK

Alle Neune für Newport Beach

Eine erstklassige Vorstellung gab der ins schwedische Register eingetragene Lasbeker Newport Beach zum Debüt in seinem nominellen Heimatland. Für die 3140 (!) Meter in der untersten Klass II hatte Josef Franzl sich die Dienste Peter Ingves‘ gesichert, der den Ready-Cash-Sohn nach 700 Metern in Front wuchtete und auch durch den aus seinem durchaus wörtlich zu nehmenden Fahrwasser angreifenden Arvid S.H. nicht zu erschüttern war.

Nach 1:14,7 waren 110.000 Kronen im Kasten des nunmehr neunfachen Siegers, der bei zwölf Starts lediglich beim Debüt im dänischen Skive reell bezwungen worden ist und mit einer Gewinnsumme von 228.639 Kronen noch einige Male bestens in unterklassigen V75-Prüfungen unterzubringen ist. „Der Start war nicht flüssig, aber nach 150 Metern hatte er sich endlich gefunden. Der Rest war ein Kinderspiel“, deutete Ingves an, welch enorme Kapazitäten in dem Lasbeker schlummern, wenn alles optimal passt.

1.000. Sieg für Rick Ebbinge

Eine Augenweide war der Saisoneinstand des 2019er BILD-Pokal-Siegers Gustafson in der 1640 Meter kurzen Silverdivisionen. Bislang war der von dem von Jean-Pierre Dubois gezüchteten Quick Wood abstammende Siebenjährige nicht als Freund der Sprintstrecken aufgefallen, aber Jeroen Engwerda hat den Wallach auch dafür bestens auf Vordermann gebracht.

Von der „4“ schnurrte der Braune los wie von der Tarantel gestochen, hämmerte Zwischenzeiten von 1:08,3 für 500 und 1:10,6 für 1.000 Meter aufs regennasse Parkett und hielt diesen Run blendend durch. Nach 1:10,8 - Rekordverbesserung um 1,1 Sekunden - war der 1.000. Treffer Rick Ebbinges sicher vor Sevilla und Maze Runner im Kasten.
Mit vorab 36 Millionen Kronen als Jackpot kletterte der V75-Umsatz auf rund 117 Millionen SEK; der europaweite Hype um Schwedens Königswette in Zeiten, da das Königreich Alleinunterhalter in Sachen europäischer Pferderennsport war, sind längst vorbei. In jenen Tagen waren die Umsätze unter diesen Kautelen um rund 40 Prozent höher.

Zum Trost gibt’s gleich den nächsten Jackpot, weil Rang drei zum dritten Mal in Folge nicht ausbezahlt wurde: 30 Extra-Millionen Kronen warten am nächsten Samstag rund um Årjängs Stora Sprinterlopp auf die Spürnasen.

V75-1 (Klass I):       
V75-2 (Klass II):   
V75-3 (Silver):   
V75-4 (Lärl. / Sto):   
V75-5 (Diam-Sto):  
V75-6 (Guld): 
V75-7 (Brons):   
Unoicsdue Gnafa‘ / Björn Goop   
Newport Beach / Peter Ingves   
Gustafson / Rick Ebbinge   
Bring me Money / Kevin Oscarsson   
Hossiana Boko / Björn Goop   
Generaal Bianco / Peter Untersteiner   
Ivory di Quattro /Robert Bergh   
15
33
23
107
40
312
26

Umsatz V75: 116.842.087 SEK

1. Rang: 1.826 Systeme à 36.500 SEK
2. Rang: 120 SEK
3. Rang: Jackpot

Umsatz Top-7 (Diam-Sto): 1.776.343 SEK

Mäßige Generalprobe

Interessantestes Vorspiel vor der Königswette war der Am Bloodstock Lopp für Fünfjährige, aus dem sich Thrust Control sofort mit einem Fehler abmeldete. Da waren’s nur noch Sechs, die sich über knackige 1640 Meter bekriegten. Fürs Kommando setzte sich Stoletheshow gegen Samo Different Day und Smokin Joe durch, während Lewis Ale nur kurz den äußeren Leader geben musste und nach 350 Metern von Campo Bahia abgelöst wurde.

forfantone-am

Forfantone Am überläuft Campo Bahia © sverigetravet.se

Dem Crack des Münchner Ehepaars Berchtold gelang es zwar, dem Leader zu Beginn der Zielgeraden den Zahn zu ziehen. Gegen den Mitte der Schlusskurve von Torbjörn Jansson in Spur drei beorderten Forfantone Am indes war auch für ihn kein Kraut gewachsen. Der kleine Raufer aus dem Lot Roger Walmanns, der schon dessen Mutter Tamla Celeber zu 22 Siegen und 8,3 Millionen SEK Gage gecoacht hatte, stürmte ohne größere Schwierigkeiten an Campo Bahia vorbei, der bis zum geplanten Start im Hugo Åbergs Memorial noch ein paar Schippen draufsatteln muss. Platz drei ging an Lewis Ale vor dem erstaunlich rasch die Waffen streckenden Stoletheshow.

Am Bloodstock Lopp (int., Fünfjährige)
1640m Autostart, 293.500 SEK
1.    Forfantone Am    10,7    Torbjörn Jansson    97        
    5j.br. Hengst von Muscle Hill a.d. Tamla Celeber von Cantab Hall
    Be: SRF Stable (Lennart Agren); Zü: Am Bloodstock AB; Tr: Roger Walmann

2.    Campo Bahia   
3.    Lewis Ale   
4.    Stoletheshow  
5.    Smokin Joe  
6.    Samo Different Day  
7.    Thrust Control   
10,9    Conrad Lugauer   
11,1    Peter Untersteiner   
11,3    Rikard Skoglund   
11,6    Adrian Kolgjini   
11,9    Björn Goop   
19,6g  Christoffer Eriksson   
16
151
29
456
295
722

Sieg: 97; Richter: sicher 1¼ - 1¼ - 1½ - 2½ - 2 Längen; 7 liefen
Zw-Zeiten: 10,0/500m - 10,9/1000m - 10,8/letzte 500m
Wert: 150.000 - 75.000 - 37.500 - 19.000 - 12.000 SEK

In einem Vergleich für Fahrer, die 1990 oder später geboren worden sind, gelang Jaap van Rijn, der am Abend zuvor in Wolvega den dortigen Breeders-Course-Vorlauf gewonnen hatte, mit Sigrid Veltens Velten Red Red Red zur Schweden-Premiere des Fuchswallachs ein 50.000 Kronen wertvoller Ehrenplatz vor Holger Tillmanns von Stine Juul-Marker gesteuerter Lisa Lisieux, die 25.000 Kronen einstrich. Sieg und 100.000 SEK gingen an den von Jerry Riordan für Nicolas Roussel trainierten Belgier Mystic Mom, der mit Magnus Djuse Velten Red Red Red um 1½ Längen voraus war.

Ein zweiter Treffer blieb Gestüt Lasbek versagt, weil für Ol Dono Lengai - auch er mit Peter Ingves liiert - Startplatz „11“ in der abschließenden 1640-Meter-Aufgabe ein zu großes Handicap war und Robert Bergh mit Romantico ein keineswegs romantisches, sondern höchst forsches Tempo anschlug. Rund 40 Meter trennten die Beiden im ersten Bogen, den Ol Dono Lengai im vierten Paar außen durchmaß.

Gegenüber wurde er von Big Hug durch die dritte Spur in vordere Gefilde gezogen und kam ganz außen als Vierter aus dem Schlussbogen. Bergh hatte seinem Partner das Pensum jedoch blendend eingeteilt, so dass der Franzl-Schützling trotz sehenswerten Endspurts nur auf zwei Längen herankam. 37.500 Kronen und eine Rekordverbesserung um 2,5 Sekunden auf 1:12,4 waren für den dunkelbraunen Hüne allerdings auch nicht zu verachten.