++ Heute: Auftakt des Hamburger Grand Prix Meetings mit der Deutschen Amateurmeisterschaft (30.000 Euro), dem Trotting Class Gold Cup (30.000 Euro) mit einem 8.000-Euro-Stutenrennen sowie zwei 12.000-Euro-TCT-Läufen für Zweijährige - Beginn 14:00 Uhr ++ ++ Heute: Anton Poschacher Gedenkrennen (20.000 Euro) für Österreichs Dreijährige mit Black Money (Josef Sparber) und Lady Cash AS (Rudi Haller) - Österreichisches Flieger Derby (15.000 Euro) mit dem Dauerduell Charmy Charly AS vs. Shining Star - Matthias Schambeck mit Sama Pride Venus - Frei für Alle mit Ocean Blue aus zweiter Reihe - Beginn 14:00 Uhr ++ ++ Prag: Siegreiches Gastspiel von Stall Gesveas Dean les Jarriais mit Julia Wiesner ++ ++ Romme: Ildiko mit Kristina Gust Zweite in 1:14,9/2140 Meter - Stall Gesveas Hera Eck (Valentin Prevost) nach Fehler unplatziert in 1:15,7/2140 Meter ++ ++ Montag (3. Oktober): Tag 2 des Hamburger Grand Prix Meetings mit Starbesetzung - Großer Preis von Deutschland (40.000 Euro) mit Derbysieger Days of Thunder und dem dänischen Derbyzweiten Garfield - beide aus zweiter Reihe - gegen den schwedischen Breeders-Crown-Zweiten Indy Rock - Preis von Hamburg (40.000 Euro) mit Deutschlands schnellstem Wallach Hidalgo Heldia - Je 15.000 Euro in der Hamburger Stutenmeile, im Langen Hamburger (3.240 Meter) und in der Hamburger Rekordmeile - Beginn 13:45 Uhr ++ ++ Mittwoch: Volle PMU-Karte in München - Zehn Rennen ab 11:35 Uhr ++
Explosion an „Pappas“ Geburtstag
14. August 2022

Åby, Samstag, 13. August 2022. Was für eine Geschichte lieferte die 2022er Edition des Åby Stora Pris, der erstmals 1936 ausgetragen worden und damit älter als der Elitloppet ist. 2005 zum Stichfahren über zwei Läufe und einem eventuellen Race off umgebaut, war man 2018 zu einem Lauf zurückgekehrt, der mit dem Auto gestartet wurde und sich seither über 3.140 Meter an die Langstrecken-Aficionados wendet.

2020 hatte sich Björn Goop mit dem norwegischen Fuchs Moni Viking in die Siegerliste eingeschrieben, nachdem das Duo sich neun Wochen zuvor in neuer Weltrekord-Zeit bereits den renommierten Harper Hanovers Lopp von Solvalla geschnappt hatte. Auch die anschließende Winter-Kampagne in Vincennes, die ihn dank eines dritten Platzes im Prix de Belgique bis in den Prix d’Amérique geführt hatte (wo er im Galopp ausfiel), war nicht von schlechten Eltern.

Screenshot 2022-08-14 at 09-57-29 Trav Björn Goop tog hem Åbys stora pris

Foto: Bildbyrån / svt.se

Sieg im Örebro International, immerhin Platz fünf im Elitloppet 2021 folgten, doch mit dem Ehrenplatz beim Heimspiel im Ulf Thoresen Grand International zu Jarlsberg am 11. Juli hatte der zähe Kämpe erst mal eine längere Pause einlegen müssen, aus der er ziemlich mühsam in die Erfolgsspur zurückfand. Immerhin - die Plätze zwei und vier in Örebro International und Harper Hanovers Lopp waren erste Fingerzeige. Doch ernsthaft deutete nichts darauf hin, dass der Maharajah-Sohn zu alter Stärke zurückgefunden haben könnte.

Startplatz „11“ tat ein Übriges, dass er am Totalisator bei 162:10 nur dezente Beachtung fand und sich im recht eintönigen Paarlaufen hinter Titelverteidiger Milligan’s School, Mindyourvalue W.F., dem mit fünf Treffern an der Strippe aus Frankreich zurückgekehrten Kennedy, Brother Bill und Rackham nur an sechster äußerer Position wiederfand.

Pole Position „1“ behauptete Top-Favorit Hail Mary, der ähnliche Distanzen aus seiner Derby-Rallye kennt, spielerisch leicht und gab vor Staro Leonardo, Oracle Tile, Always EK und Best Ofdream Trio den nicht übermäßig flotten Takt vor. 900 Meter vor Abpfiff eröffnete Kennedy die dritte Linie und bekam in Brother Bill und Moni Viking zwei Anhängsel, die er brav voranschleppte. Eingangs der Schlusskurve blies Milligan’s School zum totalen Rückzug. Always EK sprang sich dort aus der Partie, die Hail Mary zu dominieren schien.

Screenshot 2022-08-14 at 10-07-36 Stories • Instagram

Mit zwei Längen Vorsprung bog der Googoo-Gaagaa-Sohn vor dem ebenfalls bald die Waffen streckenden Kennedy und Staro Leonardo auf die Zielgerade, mindestens sechs waren es auf Moni Viking, der in fünfter Spur aufrüstete. Was dann kam, war eine Explosion des kleinen Roten, der 150 Meter vorm Ziel den Schnellgang fand und wie eine Rakete beschleunige.

Örjan Kihlström hatte durchaus im Gefühl, dass die Arbeit noch längst nicht erledigt sei, zumal auch Oracle Tile und Best Ofdream Trio einiges zuzusetzen hatten. Doch gegen den Kickdown des Fuchshengstes war nichts zu löten, der zwei Längen an Hail Mary vorbei zum zweiten Triumph in Åbys Großem Preis fegte, der im Gegensatz zu 2020, wo es runde zwei Millionen Kronen gab, diesmal „nur“ 1,5 Millionen wert war. Mit dem 16. Sieg kletterte sein Guthaben auf 10.248.162 Kronen.

Aus dem nachdenklichen Strahlen kam ein von diesem Spektakel selbst überraschter Björn Goop gar nicht mehr heraus. „Es fühlt sich an wie ein Zeichen von oben. Das ist der Geburtstag meines im April plötzlich verstorbenen Vaters, Åby meine Heimatbahn, ich bin praktisch mit Blick auf die Gegengerade groß geworden - und dann liefert der Kleine eine solche Leistung ab. Was kann’s Schöneres geben?"

"Obwohl wir so weit aus dem Rennen lagen, passte doch alles zusammen. In der letzten Kurve hatte ich leise Hoffnungen, denn Moni Viking lag noch prächtig in der Hand, obwohl das Tempo dort enorm war. Und dann begann er zu fliegen…Ich wünschte, jeder könnte so einen Typen wie ihn um sich haben. Moni Viking ist so nett, so angenehm im Umgang - und laufen kann er auch richtig gut“, wurde das Interview zu einem der emotionalsten in der Laufbahn des 45-jährigen.  

Åby Stora Pris- Gulddivisionen - (Gruppe I int., UET-Masters-Serie)

3140m Autostart, 2.845.000 SEK

1.      Moni Viking                    12,5     Björn Goop                       162

         9j. Fuchshengst von Maharajah a.d. Jeunesse Dorée von Coktail Jet

         Be / Zü: Jan Lyng, NO; Tr: Björn Goop

2.      Hail Mary                        12,6     Örjan Kihlström                 14

3.      Oracle Tile                     12,6     Kristian Malmin               502

4.      Best Ofdream Trio        12,6     Kim Eriksson                   124

5.      Brother Bill                     12,8     Magnus Djuse                 151

6.      Staro Leonardo             12,9     Joakim Lövgren              549

7.      Rackham                        12,9     Christoffer Eriksson       206

8.      Kennedy                         13,0     Gabriele Gelormini           94

9.      Mindyourvalue W.F.     13,1     Robert Bergh                   689

10.    Milligan’s School          13,2     Mats Djuse                       224

         Always EK                      dis.r.    Alessandro Gocciadoro 314

Sieg: 162; Richter: leicht 2 - Hals - Hals - 2 - 1 - k.Kopf - 2 - ½ Länge; 11 liefen (NS Admiral As / schlechte Blutwerte)

Zw-Zeiten: 10,8/500m - 13,5/1000m - 13,7/1500m - 13,2/2000m - 10,1/letzte 500m

Wert: 1.500.000 - 700.000 - 325.000 - 150.000 - 75.000 - 40.000 - 30.000 - 25.000 SEK

Gunst der Sekunde genutzt

Bereits 23 Minuten zuvor hatte es beim Sieg der Calypso di Poggio im Ragnar Thorngrens Minne für Vierjährige, mit dem an den 1990 verstorbenen Champion von Åby erinnert wird, dessen Stall im Mölndal bis in die 1960er Jahre das Maß der Dinge war, ein mittleres Totobeben gegeben. Dabei sah es lange nicht danach aus, als solle Jörgen Sjunnesson mit der von Erik Bondo in Italien trainierten Ready-Cash-Tochter seinen ersten V75-Punkt der laufenden Saison landen.

Zwar setzte er sich von der „3“ gegen den bald in seinem Windschatten verschwindenden Full of Muscles (4) und Akilles Face (5) durch, doch gab Adrian Kolgjini keine Ruhe und durfte nach 700 Metern doch an die Regie. Das verbannte Favorit Seven Nation Army nach einigem Hin und Her in die Todeslage, die dem Sieger von Jägersros sich an die gleiche Klientel wendenden Prix Cagnes-sur-Mer 300 Meter vorm Ziel den Garaus machte.

Dort wankte und schwankte allerdings auch Akilles Face wie ein Rohr im Wind und konnte von Kolgjini junior nur bis eingangs der Zielgeraden in Trab gehalten werden. Dann fiel Akilles auseinander, womit der gerade Weg frei war für Calypso di Poggio, die den sich über den Open Stretch einbringenden Full of Muscles und den von ganz hinten feurig auf Touren kommenden Edibear sicher abwies.

Ragnar Thorngrens Minne (int., Vierjährige, mind. 200.001 SEK)

2140m Autostart, 480.000 SEK

1.      Calypso di Poggio        11,0     Jörgen Sjunnesson        211

         4j.br. Stute von Ready Cash a.d. Princess America von Andover Hall

         Be: Panamera Racing & Costa Stable, DK; Zü: Az. Agr. Il Poggio Srl, IT; Tr: Erik Bondo

2.      Edibear                           11,1     Stefan Persson               116

3.      Full of Muscles              11,2     Rikard Skoglund             225

4.      Larry Wood                    11,4     Joakim Lövgren              289

5.      Seven Nation Army      11,4     Nicklas Korfitsen               26

6.      Type A                            11,5     Björn Goop                         79

7.      Exclusive J.M.               11,5     Anders Christiansson    514

8.      Custom Cash                11,7     Erlend Rennesvik         1426

         Dartboard                       agh.     Robert Bergh                   860

         Donizetti                         dis.r.    Magnus Djuse                   71

         Akilles Face                   dis.r.    Adrian Kolgjini                   40

         Immanuel K.                  dis.r.    Daniel Wäjersten            279

Sieg: 211; Richter: sicher 1 - 1 - 1 - Kopf - 1 Länge; 12 liefen

Zw-Zeiten: 08,2/500m - 10,7/1000m - 11,0/1500m - 12,0/letzte 500m

Wert: 220.000 - 110.000 - 62.000 - 35.000 - 22.000 - 15.000 - 10.000 - 6.000 SEK

Rasch erledigt hatte sich der Auftritt von Wolfgang Nimczyks Neuzugang Natorp Bo, der mit Robbin Bot im ersten Bogen des Silverdivisionen-Finals schwer aus dem Takt kam. Die 250.000 Kronen für den Sieger gingen an den sofort ins Kommando geschossenen Adde S.H., der sich mit Johan Untersteiner um einen Hauch gegen seinen ständigen Schatten Gooner behauptete, wie das Zielfoto auswies.

Für den siebenjährigen Nu-Pagadi-Sohn wurden wie für den knapp unterlegenen Gooner erstklassige 1:11,0/2140m gestoppt. Für Adde S.H. war’s das letzte Engagement um Silver: Demnächst wird der Wallach mit 14 Siegen aus 56 Versuchen und 2.171.700 Kronen auf der Uhr die Gulddivisionen bereichern.

Screenshot 2022-08-14 at 10-03-19 Adde S.H. bäst från ledningen

Adde S.H. och Johan Untersteiner. Foto: MALIN ALBINSSON / TR BILD

„Suboptimal“ war schon die Startplatzauslosung in der Klass II für die Lasbekerin Palmyra, der die „11“ zugeschanzt worden war. Mit der stets im Hintertreffen registrierten Cantab-Hall-Tochter erwischte Joakim Lövgren spät den Zug durch die dritte Spur. Im Spurt ergatterte sie die fünfte Prämie in Höhe von 22.000 Kronen. Der 220.000-Kronen-Scheck für Platz eins ging an den früh regierenden Run n’Cola, der sich mit Magnus Djuse auf der Zielgeraden in 1:12,1/2140m leichtfüßig aus dem Staub machte.

V75-1 (Silver):         Adde S.H. / Johan Untersteiner                 39

V75-2 (Klass II):      Run n‘Cola / Magnus Djuse                       31

V75-3 (Klass I):       Wish me Magic / Hanna Lähdekorpi     103

V75-4 (Diam-Sto):   Faeza Zet / Claes Sjöström                        18

V75-5 (Brons):         Zorro Wind / Alessandro Gocciadoro     125

V75-6 (Vierj.):          Calypso di Poggio / Jörgen Sjunnesson 211

V75-7 (Guld):            Moni Viking / Björn Goop                         162

Umsatz V75: 114.215.621 SEK

1. Rang: 34,92 Systeme à 1.463.950 SEK

2. Rang: 4.291 SEK

3. Rang: 265 SEK

Umsatz Top-7 (Brons): 1.464.114 SEK

Bahnrekord als Appetitanreger

Tolle Angebote gab’s auch im Rahmenprogramm. So machte es im Stora Sprinterpriset für Traber bis drei Millionen Kronen Gewinnsumme Jaguar Dream nicht unter 1:09,3, womit er den acht Jahre alten Bahnrekord des späteren Elitloppet-Siegers Magic Tonight einstellte. Verantwortlich dafür war in erster Linie der in 1:09,8 als Dritter anschlagende Tempomacher Chapuy.

Mit dem von Love You gezeugten Fuchs, der mit seinem zwölften Sieg um 220.000 SEK reicher wurde und nun 2.556.800 SEK verdient hat, schlug Claes Sjöström für seinen ersten Erfolg im Mölndal überhaupt über den Open Stretch zu: „Es lief optimal für uns. Ich hab schon in der letzten Biege gespürt, dass ich nicht mehr verlieren kann.“

Ebenfalls nicht von schlechten Eltern war der Triumphmarsch durch den Åby Stora Monté-Pris von Henk Grifts Diamant de Larré, den Jonathan Carré im Rücken von Tempomacher Gustafson verstaut hatte. Mit dem Holländer legte Hanna Huygens für den ersten Kilometer blanke 1:08 vor. 300 Meter vorm Ziel schritt der seit einigen Jahren in Schweden aktive Carré zur Tat und setzte sich auf fünf Längen überlegen ab.

Für die 1:10,5-Performance wanderten 125.000 Kronen auf Grifts Konto. Mit den letzten Schritten wurde Gustafson von Vitro Diablo abgefangen und musste sich in zeitgleichen 1:11,2  mit Platz drei und 31.000 SEK begnügen.

Selbst zwei Zulagen vermochten Under Armour in einem Stayerlopp für Pferde bis 880.000 SEK Gewinnsumme über für ihn 3.180 Meter nicht zu stoppen. Zwei Längen voraus wurde der von Joakim Lövgren chauffierte fünfjährige Wallach des Stalles ADAMAS nach 1:13,1 mit dem elften Sieg „lifetime“ um 100.000 Kronen reicher - macht 815.057 SEK für den From-Above-Sprössling.