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Zum zweiten Mal Readly Express

(mw) Stockholm, Freitag, 8. Februar 2019. Was ihm im heurigen Prix d’Amérique 14 Tage zuvor um Haaresbreite misslungen war, schaffte Readly Express daheim: Die Titelverteidigung, nun als Traber des Jahres, wofür nach dem Sieg im sportlich und ideell wertvollsten Trabrennen der Welt die Ampel früh im Jahr auf „Grün“ stand.

Doch dann verschwand der sich so gar nicht wie die üblichen Ready-Cash-Nachkommen gebärdende braune Modellathlet reichlich lange in der Versenkung und musste beim Rentrée einige unerwartete Schlappen einstecken - unter anderem im Åby Stora Pris gegen einen Propulsion, der sich letztlich mit elf Millionen Kronen an Saisoneinkünften (genau waren es 11.008.827 SEK aus 14 Starts, 8 Siegen sowie je drei zweiten und dritten Plätzen) zum gewinnreichsten in Schweden vorbereiteten Traber eines Jahres aufschwang. Diese beiden Riesen waren denn auch die Protagonisten der einzigen Wahl mit Publikumsbeteiligung. Das Votum der Fans floss zu 50 Prozent in die Entscheidungsfindung ein, für die andere Hälfte waren die Rennsport-Journalisten verantwortlich, die sämtliche Ranglisten bei den übrigen Kategorien allein bestimmten.

Wie üblich wurden nirgendwo Prozentzahlen angegeben, doch es war bis zum letzten Abstimmungstag eng zwischen den beiden Heroen, die zudem die Zuchtgiganten Nordamerikas (Propulsion wurde von Muscle Hill gezeugt) und Europas zu Vätern haben. Keine Rolle spielten wie erwartet Elitloppet-Sieger Ringostarr Treb und Mellby Free, die beiden übrigen Aspiranten.

„Ein unvergessliches Erlebnis, solch ein Pferd sein Eigen nennen zu dürfen. Zweimal diesen Titel zu holen – ich bin total happy“, sprudelte es aus Besitzer Rolf Andersson hervor, der gemeinsam mit rund 1.000 anderen Gästen die Hästgalan des schwedischen Trabrennsports am Freitagabend im noblen Ballsaal des Stockholmer Hotels Waterfront besuchte. Trainer Timo Nurmos weilte nicht vor Ort - er bereitet derzeit Readly Express in der Normandie auf den nächsten Auftritt am Sonntag im Prix de France vor.

Wohl aber ließ es sich sein „Pariser“ Steuermann Björn Goop nicht nehmen, präsent zu sein; der 42jährige Sonny-Boy heimste zum sechsten Mal den Titel „Fahrer des Jahres“ ein – auch dabei dürfte die Triumphfahrt im Prix d’Amérique 2018 eine wesentliche Rolle gespielt haben. Der zwölffache Champion, der immer mehr zwischen Schweden und Frankreich pendelt und deshalb zum zweiten Mal in Folge beim Kampf ums schwedische Fahrerchampionat gegen „Heimspieler“ Ulf Ohlsson keine Chance hatte: „Wenn man für so einen Titel auserkoren wird, kann man in jenem Jahr nicht übermäßig viel falsch gemacht haben.“

Obwohl sein Propulsion bei der wichtigsten „Pferde-Wahl“ knapp unterlegen war, konnte sich Daniel Redén feiern lassen: Neben seinem ersten Championat der schwedischen Trainer - bei 43.393.660 Kronen war er meilenweit vor dem Rest - wurde der Herr über derzeit 74 Pflegebefohlene fast logischerweise zum Trainer des Jahres gekürt. Von seinem Hof in Enköping per Telefon-Konferenz zugeschaltet, war der 39jährige sichtlich stolz: „Wenn man bedenkt, was wir für erstklassige Trainer im Land haben, war schon die Nominierung ein Erfolg. Die Wahl toppt alles.“ Als Zubrot gab’s die Pokale für die dreijährige Conrads Rödluva, eines der wenigen jungen Pferde, die Redén zum Spitzenpferd geformt hat („Wir haben bis jetzt ja überwiegend durch US-Importe geglänzt und mit ihr Neuland betreten. Die Kleine hat mich eine Menge über die Ausbildung junger Pferde gelehrt.“), die zusätzlich zur Stute des Jahres gekürt wurde. „‚Rotkäppchen‘ erledigt ihre Arbeiten so brav und wird im Derby-Jahr Kleinholz aus den Hengsten machen“, juxte Bengt Ågerup, der Mann, der sich hinter dem Pseudonym des Stalles Zet verbirgt.

Zum fünften Mal wurde Månprinsen A.M. Kaltblüter des Jahres, und auch die Travkompaniet hatte nach einigen Jahren des Dürstens allen Grund zur Freude: Who’s Whos spektakulärer Derby-Sieg in Weltrekordzeit zog als Spätfolge die Wahl zum Vierjährigen des Jahres nach sich.

Die Hoffnungen, durch den auch international erfolgreichen Marc Elias einen Deutschstämmigen auf der Ehrenliste zu finden, erfüllten sich für seine zahlreichen hiesigen Fans nicht. Selbst Erfolge im Super Trot Cup Final zu Berlin mit Bijou Bourbon H.M. und mit Breidabliks Nubbe, der im Wiener Graf-Kálmán-Hunyady-Gedenkrennen den „unschlagbaren“ Orlando Jet abkanzelte, reichten gegen Emilia Leo nicht für den Titel „Aufsteiger des Jahres“: Die 26jährige, die in Gävle bei Oskar Kylin Blom lernt, schaffte 2018 stolze 84 Volltreffer in Sattel und Sulky, darunter allein mit dem von ihr selbst trainierten Sign Me Up Too drei in der „V75-Liga“.
Die Preisträger 2018

Årets häst*    Readly Express
Årets tvååring    Belker
Årets treåring    Conrads Rödluva
Årets fyraåring    Who's Who
Årets sto    Conrads Rödluva
Årets äldre    Readly Express
Årets komet    Emilia Leo
Årets kusk    Björn Goop
Årets tränare    Daniel Redén
Årets kallblod    Månprisen A.M.
Helen Anns Pris    Helena Burman
Jim Fricks Pris    Nicklas Westerholm
Stig H:s skötarstipendium    Isabell Eriksson & Jenny Engfors
Årets uppfödarbragd    Thomas Johansson & Gösta Samuelsson
Svensk Travsports Montépris    Bergsåkers Travbana

*Pferde aller Länder in schwedischem Training; alle anderen Kategorien: schwedische Inländer in schwedischem Training bzw. in Schweden lizenzierte Fahrer / Trainer usw.