++ Herzliche Glückwünsche gehen heute nach Zeuthen bei Berlin, wo der amtierende deutsche Amateurmeister Andreas Marx seinen 60. Geburtstag feiert ++ ++ Heute: PMU-Abend in München - Sieben Rennen ab 18:30 Uhr ++ ++ Wien: 13. Saisonerfolg für Stall Wieserhofs Giacomo Pastor - Rudi Haller auch mit Allegra Racings Clubs Deniro - Erich Kubes gewinnt für das "Team Lila" mit Stall Noahs Pralla Michi, endet mit Avanti Royal unplatziert, mit Serafino am Turm ++ ++ Paris: Cleangame (Jean-Michel Bazire) sichert sich trotz zweifacher Zulage in 1:12,0/2900 Meter das Finale zum Grand National du Trot (130.000 Euro) - Crack Money (Cedric Terry) endet unplatziert, bleibt in der Gesamtwertung aber vorn ++ ++ Berlin: Major Ass gewinnt in bewährter Hand von Michael Hönemann den 7. Lauf der Gold-Serie in 1:16,0/2500 Meter vor Willow Bay Evert und River Flow - Emma Stolle punktet erneut mit Beppi Santana und verkürzt im Amateurfahrer-Championat auf 17:16 ++
Totalschaden in Le Mans
25. November 2021

(nn) Le Mans, Mittwoch, 24. November 2021. …zumindest für all jene, die auf der 14. und letzten regulären Etappe des Grand National du Trot in der Stadt des legendären 24-Stunden-Autorennens auf eine einigermaßen formgemäße Ankunft der Favoriten gebaut hatten. Auf dem 1.350-Meter-Linkskurs in Jean-Michel Bazires Geburtsstadt - der Maître selbst hatte kein Pferd unter Order - kam’s am Ende der zwei Runden knüppeldick.

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Dass Brillant Madrik mal wieder sein Schlechtwettergesicht herauskramte und gleich am Start in Galopp fiel, gehörte nicht zum Schocker. Die vorige Etappe hatte Eddy du Vivier nach einer Glanzfahrt Franck Nivards zu seinen Gunsten entschieden. Trainer Patrick Terry missachtete das „Never change a winning team“, setzte Filius Cédric in den Sulky - die Folge war ein Fehler als äußerer Anführer im zweiten Bogen. Da gab bereits Express Jet den Ton an, mit dem Gabriele Gelormini wie ein Jet aus dem Zulagenband losgeschossen war und Mitte der ersten Überseite Deganawidah vor Fly Speed und Bad Julry das Kommando entrissen hatte. Nach Eddys schwerem Patzer fiel Cristal du Lupin die Aufgabe der Lokomotive auf dem äußeren Gleis zu, und hinter diesem hatte der knapp zum Favoriten erkorene Goût Baroque die scheinbar perfekte Ausgangslage vor Fakir Méréte.

Nicht so schwungvoll wie gewöhnlich war Fire Cracker in Gang gekommen und tummelte sich in hinteren Sphären, bis Eric Raffin ihm für die Schlussrunde in dritter Spur den Kopf freigab. Es dauerte rund 800 Meter, dann hatte sich der Feuerwerker mit einem geharnischten Zwischenspurt an die Spitze der äußeren Garden gesetzt und steckte, als Express Jet unter zunehmendem Druck die Beine im falschen Rhythmus setzte, den Kopf sogar eingangs der Zielgeraden in Front. Durch zog der Quaro-Sohn seinen Stiefel diesmal nicht, und weil auch Goût Baroque hinter einem „erschossenen“ Cristal du Lupin festsaß und sich als Drittletzter erst mühsam nach außen auf freie Bahn schlängeln musste, hing der Himmel urplötzlich für die Equipe Stéphane Provoosts voller Geigen.

Schien zunächst der Gesamt-Zweite Deganawidah für eine Sensation zu sorgen, so konnte es sein „Stablemate“ Bad Julry noch einen Zacken schärfer, mit dem Anthony Barrier entschlossen die von Deganawidah geöffnete innere Lücke nutzte. Gewonnen hätte der bei 797:10 den Toto sprengende Prince-Gédé-Sohn wohl nicht, hätte Alexandre Abrivard für Goût Baroque nur ein paar Sekunden früher auf freie Bahn gefunden. Aus dem Nirgendwo verschlang der Etappensieger von La Capelle mit wölfischem Heißhunger Gegner um Gegner und riss tatsächlich den nicht mehr für möglich gehaltenen Ehrenplatz aus dem Feuer gegen einen Clarck Sotho, mit dem Matthieu Abrivard lange im Hintertreffen untergetaucht war. An Deganawidah rackerte sich auch Fly Speed noch vorbei, wogegen Fire Cracker auf den finalen 200 Metern überhaupt nicht mehr zündete und sogar aus den Geldrängen plumpste.

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Strahlende Gesichter nach dem Le-Mans-Coup (Foto: letrot.com)

Dem in diesem Frühjahr von Züchter, Besitzer und Trainer Jean-Paul Gauvin zu Stéphane Provoost gewechselten Bad Julry („Eine irre Geschichte - wir haben ihn für 4.000 Euro erworben. Alle haben mich für verrückt erklärt; nun hat er für mich mehr als 80.000 Euro gewonnen.“) bescherte dieser 14. Karriere-Treffer aus 101 Versuchen den größten Zahltag seiner Geschichte; 351.500 Euro stehen nun auf seinem Konto.

So dunkle Spuren der sonnige Nachmittag bei Patrick Terry hinterließ, der mit keinem seiner drei Schützlinge mehr als Antritts- oder Fleißpunkte erntete - dennoch führt der 55-jährige die Gesamtwertung der Entraîneurs mit 96 Zählern weiterhin an -, so sehr konnte Provoost (84) jubeln: Der Chef der Ecurie Danover sackte 20 Punkte ein, zog an Julien Le Mer (69), dem Chef der „Chênes“, vorbei und rückte Terry auf die Pelle.

Auch Dehganawidah robbte sich im „Classement général“ auf zwei Zähler an Spitzenreiter Crack Money heran. Bad Julry liegt auf Platz drei, in der Clôture gibt’s doppelt Punkte - selten war der GNT in allen Wertungen zur Schlussetappe am 5. Dezember in Vincennes so spannend. Reichlich bedröppelt war Alexandre Abrivard: „Der einzige Trost: Für die Moral war dieser Verlauf ideal. Wenn wir in elf Tagen die Clôture gewinnen, ist alles vergessen. Auf den letzten 150 Metern war Goût galaktisch.“

Prix Geny Courses (Gruppe III nat., Fünf- bis Zehnjähr.)

2950 Meter Bänderstart; 25 Meter Zulage ab 344.000, 50 Meter ab 636.000 Euro (unbesetzt); 85.000 Euro

1.      Bad Julry                        2950   13,8     Anthony Barrier               797

         10j.br. Wallach von Prince Gédé a.d. Mylady de Bas von Shining

         Be: Ecurie Danover (Stéphane Provoost); Zü: Ec. Jean-Paul Gauvin; Tr: Stéphane Provoost

2.      Goût Baroque                2950   13,9     Alexandre Abrivard           29

3.      Clarck Sotho                  2975   13,4     Matthieu Abrivard           160

4.      Fly Speed                       2950   14,0     Jean-Philippe Monclin     80

5.      Deganawidah               2950   14,0     François Lecanu             280

6.      Fakir Mérité                    2950   14,1     Franck Nivard                  230

7.      Eros du Chêne              2975   13,5     Paul-Philippe Ploquin    350

8.      Fire Cracker                   2975   13,6     Eric Raffin                           50

9.      Crack Money                 2975   13,7     Mathieu Mottier               500

10.    Cristal du Lupin            2950   14,5     Antoine Wiels                  130

11.    Blues d‘Ourville            2975   13,9     Benjamin Rochard         910

12.    Falcao de Laurma        2975   14,4     Théo Duvaldestin         1110

         Eddy du Vivier               2950   dis.r.    Cédric Terry                       84

         Brillant Madrik               2975   dis.r.    Léo Abrivard                    390

         Express Jet                    2975   dis.r.    Gabriele Gelormini         130

Sieg: 797; Richter: leicht 1½ - ½ - Kopf - Kopf - 1½ - 1 - Hals; 15 liefen (NS Classic Haufor)

Wert: 38.250 - 21.250 - 11.900 - 6.800 - 4.250 - 1.700 - 850 Euro

Video: https://www.letrot.com/fr/replay-courses/2021-11-24/7207/4

Punkte nach Etappe 14 (Reims, Marseille-Borély, Lyon-La Soie, Maure-de-Bretagne, Le Croisé, Laval, Toulouse, Les Sables, St Malo, Pornichet, Argentan, La Capelle, Nantes, Le Mans):

Crack Money                          71 (2 Siege)

Deganawidah                         69

Bad Julry                                 56 (1 Sieg)

Fire Cracker                            42 (2 Siege)

Goût Baroque                         37 (1 Sieg)

Firello                                       36

Euro du Chêne                       35 (1 Sieg)

Fly Speed                                35 (1 Sieg)

Fric du Chêne                         31

Eddy du Vivier                        28 (1 Sieg)

Elvis du Vallon                       26

Décoloration                           24 (1 Sieg)

Fakir Mérité                             24 (1 Sieg)

Bugsy Malone                        21 (1 Sieg)

Be Cool d’Eb                          17 (1 Sieg)

Eden Basque                          15 (1 Sieg)

Eire d‘Hélios                           15

Eros du Chêne                       13

Am 5. Dezember ruft Vincennes zur  Clôture um 130.000 Euro und doppelte Punkte; die erste Zulage gibt’s ab einer Gewinnsumme von 385.000, die zweite ab 677.000 Euro.

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(Foto: zeturf.com)

Der 30.000 Euro wertvolle Prix de la Région des Pays de la Loire für Satteltraber, die keine 200.000 Euro verdient hatten, wurde eine hart erkämpfte Beute von Bild-Pokal-Sieger Gustafson. Hanna Huygens versteckte Jeroen Engwerdas bei 34:10 notierten Schützling lange im Mittelfeld und musste im Einlauf mächtig arbeiten, um ihn eine halbe Länge vor Fifty Barbès und den im toten Rennen auf Platz drei einkommenden Fosca Ludoise und Diva Beauregard als Ersten an die Linie zu bugsieren (alle 1:15,5/2950m); die Siegprämie betrug 13.500 Euro.

Video: https://www.letrot.com/fr/replay-courses/2021-11-24/7207/6