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Kurvenflitzer Gimpanzee überlegen

(nn) Dover / Delaware, Donnerstag, 14. November 2019. Eine Woche nach den Matron Stakes für die Generation 2017 rief das 38.000-Einwohner-Städtchen die Dreijährigen und konnte über die Resonanz nicht meckern.

Im Gegensatz zu den Youngsters rückten die in großer Kapelle an, um sich kurz vor Jahres-Ultimo einen ordentlichen Schluck aus der Prämienflasche zu genehmigen. Die vier Prüfungen waren mit acht Startern jeweils randvoll besetzt, und mit von den wie üblich eine Meile langen Partien waren sämtliche aktuelle Breeder’s-Crown-Sieger.

Dollar-Millionär in einer Saison: Gimpanzee (Foto: harnesslink.com)

Turmhoch überlegene Ware bei den trabenden „Colts and Geldings“, mit denen das Stakes-Programm eröffnet wurde, war der speziell auf kleineren Bahnen blendend aufgehobene, weil extrem kurvengängige Gimpanzee, der seinem exponierten 14:10-Status vollauf gerecht wurde. Kein Problem war’s für Standarddriver Brian Sears, mit ihm von der „5“ vor Marseille und Pilot Discretion auf die Pole Position zu hechten. Offensichtlich hatte der 51-jährige unbegrenztes Vertrauen in die Kapazitäten seines Partners, denn als Chin Chin Hall im ersten Bogen anrückte, ließ er diesen widerstandslos vorbei und war für die Schlussrunde gar nur Dritter des Gänsemarschs, weil sich Don’t Let’em das Zepter geschnappt hatte. Nach der Hälfte des Weges war dann allerdings „Schluss mit lustig“: Sears beorderte den zweijährig bei neun Starts unschlagbaren Chapter-Seven-Sohn nach außen, übernahm im Schlussbogen die Regie und schwirrte leichtfüßig auf vier Längen davon.

Mit diesem seinem achten Saisonsieg - dem zugleich 17. „lifetime“ - wurde der am 7. November 2017 von den Herren Ström und Ågren in Harrisburg für 170.000 Dollar ersteigerte Melander-Trainee als zweiter Traber nach Trainingskumpel Greenshoe zum Millionär, was 2019er Gagen betrifft: 1.101.313 US-Dollar stehen auf seiner Lohnkarte nach 591.358 USD im Vorjahr. Es war nach dem Empire Breeders Classic, Yonkers Trot, Sire Stakes Final und Breeder’s Crown das fünfte Mal in diesem Jahr, dass ihm ein Siegerscheck in sechsstelliger Höhe gutgeschrieben wurde. Hoch her ging’s um die nächsten Prämien. Aus dem dichten Pulk entpuppte sich über den Open Stretch Chin Chin Hall eine halbe Länge vor Pilot Discretion und Marseille als „best of the rest“. Don’t Let’em schwächelte und wurde lediglich Fünfter.

Matron Stakes - Trab - (int., dreij. Hengste & Wallache)
1609m Autostart, 208.300 USD
1.    Gimpanzee    09,1    Brian Sears    14
    3j.br. Hengst von Chapter Seven a.d. Steamy Windows von Muscle Massive
    Be: Courant Inc. (Anders Ström) & SRF Stable (Lennart Ågren), SE; Zü: Order by Stable (Stefan Balazsi), SE;    Tr: Marcus Melander

2.    Chin Chin Hall  
3.    Pilot Discretion   
4.    Marseille 
5.    Don’t Let‘em  
6.    Goes Down Smooth   
7.    Yes
8.    No Drama Please   
09,6    Dexter Dunn   
09,6    Andrew McCarthy   
09,7    Åke Svanstedt   
09,7    Yannick Gingras   
09,9    Matthew Kakaley   
10,0    Marcus Miller   
10,2    Tim Tetrick   
129
125
186
38
260
426
741

Sieg: 14; Richter: überlegen 4 - ½ - ¼ - ¾ - ¾ - 1¼ - 1½ Längen; 8 liefen
Wert: 104.150 - 52.075 - 24.996 - 16.664 - 10.415 USD

When Dovescry musste sich am Ende strecken (Foto: harnesslink.com)

Keine Kopeke zu gewinnen gab’s hingegen für Sears und Breeder’s-Crown-Siegerin Winndevie in der sehr viel ausgeglicheneren Abteilung für 2016 geborenen Stuten. Mitte des Schlussbogens verhakten sich die Sulky-Räder der im äußeren Hintertreffen aktiven Credit-Winner-Tochter und der in der nach 600 Metern selbst gewählten Todeslage komplett untergehenden The Ice Dutchess bis zum Stillstand, als vorn gerade zum letzten Hurra geblasen wurde. Damit war die vom Fleck weg den flotten Takt vorgebende Hambletonian-Oaks-Siegerin When Dovescry auf einen Ruck zwei im Vorfeld als brandgefährlich angesehene Rivalinnen los, doch ein sanftes Ruhekissen war das für Simon Allard keineswegs.

Am Ende musste er sich ein paar Mal kräftig rühren, um seine vor zwei Jahren in Lexington für stolze 205.000 Dollar versteigerte Stute eine halbe Länge vor Only Take Cash (von Cash Hall) und der Trixton-Tochter Evident Beauty als Erste an die Linie zu bugsieren. Mit diesem fünften Treffer 2019 übernahm sie bei den dreijährigen Traber-Ladys die Führung bezüglich der Jahreseinkünfte: 644.380 Dollar stehen für sie zu Buche. Wie bei den Herren musste sich Åke Svanstedt mit Platz vier begnügen, war damit aber immer noch bester der „europäischen“ Trainer.

Matron Stakes - Trab - (int., dreij. Stuten)
1609m Autostart, 176.150 USD
1.    When Dovescry    09,9    Simon Allard    38
    3j.dklbr. Stute von Muscle Hill a.d. Cedar Dove von Andover Hall
    Be: Go Fast Stable, Yves Sarrazin, Kapildeo Singh & Lawrence Dumain; Zü: William Weaver III; Tr: Rene Allard

2.    Only Take Cash   
3.    Evident Beauty   
4.    Beautiful Sin   
5.    Grand Swan   
6.    Quincy Blue Chip  
7.    The Ice Dutchess   
8.    Winndevie   
09,9    Tim Tetrick   
10,0    David Miller   
10,1    Åke Svanstedt   
10,2    Lewayne Miller   
10,4    Dexter Dunn   
13,7    Yannick Gingras   
13,7    Brian Sears   
40
57
126
69
455
142
44

Sieg: 38; Richter: Kampf ½ - ¼ - 1¼ - 1 - 1 - 26¾ - ¼  Länge; 8 liefen
Wert: 88.075 - 44.038 - 21.138 - 14.092 - 8.808 USD

Tall Drink Hanover bei den dreijährigen Pacer-Stuten (Foto: harnesslink.com)

Ein zu Beginn sehr ähnliches Muster wie bei Gimpanzee - früh in Front ziehen und einen vorbeilassen - nutzte Andrew McCarthy bei den dreijährigen Pacer-Ladys zum Sieg mit Tall Drink Hanover. Die Captaintreacherous-Tochter verharrte im Gegensatz zum „Schimpansen“ auf dem zweiten Abschnitt in der wohlfeilen Deckung und konterte Warrawee Ubeaut und Sunny Dee um eine knappe Länge aus.

Der höchste Posten wurde mit 248.350 USD für die Pass gehenden Jünglinge ausgekehrt, bei denen Bettor’s Wish nur auf den ersten 500 Metern American Mercury in Front duldete. Dann übernahm der Bettor’s-Delight-Sohn selbst den Taktstock und schwang ihn bis ins Ziel, das er mit zwei Längen Vorsprung erreichte, höchst souverän. Für 16:10 durfte Neuseelands Wunderknabe Dexter Dunn, der in seiner ersten kompletten Nordamerika-Saison mit 10.830.622 USD auf Platz drei der Fahrerrangliste nach Gewinnen einen fulminanten Einstieg hat, im Winner Circle der Matron Stakes nicht fehlen.