++ Berlin: Major Ass gewinnt in bewährter Hand von Michael Hönemann den 7. Lauf der Gold-Serie in 1:16,0/2500 Meter vor Willow Bay Evert und River Flow - Emma Stolle punktet erneut mit Beppi Santana und verkürzt im Amateurfahrer-Championat auf 17:16 ++ ++ Paris: Cleangame (Jean-Michel Bazire) sichert sich trotz zweifacher Zulage in 1:12,0/2900 Meter das Finale zum Grand National du Trot (130.000 Euro) - Crack Money (Cedric Terry) endet unplatziert, bleibt in der Gesamtwertung aber vorn ++ ++ Wien: 13. Saisonerfolg für Stall Wieserhofs Giacomo Pastor - Rudi Haller auch mit Allegra Racings Clubs Deniro - Erich Kubes gewinnt für das "Team Lila" mit Stall Noahs Pralla Michi, endet mit Avanti Royal unplatziert, mit Serafino am Turm ++ ++ Trauer um Josef Bureik - Der einst erfolgreiche westdeutsche Besitzer und Züchter ist im Alter von 75 Jahren verstorben ++ ++ Montag: PMU-Abend in München - Sieben Rennen ab 18:30 Uhr ++
Knappe Kiste für den barocken Geschmack
21. Oktober 2021

(nn) La Capelle, Mittwoch, 20. Oktober 2021. Eine illustre Gesellschaft hatte sich zur 12. Station des Grand National du Trot auf dem 1.609 Meter langen Linkskurs in der 2.000-Seelen-Gemeinde La Capelle 15 Kilometer von der belgischen Grenze entfernt eingefunden. Ein Viertel der 16 Aspiranten kam aus dem Haras Saint-Martin du Chêne, darunter mit Fado du Chêne auch der mit 920.400 Euro Reichste aller Starter. Für den Singalo-Sohn war’s jedoch erst der zweite Auftritt vorm Sulky, und da er als Einziger mit doppelter Zulage und zudem rundum beschlagen antrat, wurde er von den Wettern kaum beachtet.

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Anders sah dies bei Goût Baroque aus, für den dies das erste Engagement nach seinem fünften Rang im Critérium des 5 Ans am 4. September war und der wie unter anderem auch der Gesamt-Zweite Deganawidah gerade noch von der Grundmarke losdurfte.

Offensichtlich hatte Stéphane Provoost bei dieser günstigen Ausgangslage mit dem trotz seiner acht Jahre mit 130 Starts schon reichlich strapazierten Wallach der Ecurie Danover einiges vor, denn François Lecanu riss mit dem Kaisy-Dream-Sohn sofort vor Dayan Winner, Césario Bello, Fly Speed, Bad Julry und Euro du Chêne das Zepter an sich und ließ sich weder von Goût Baroque noch Fly Speed, der sich nach einem Kilometer vor diesen gesetzt hatte, den Mund stopfen.

Unbeirrt dampfte Deganawidah voran und setzte sich im Schlussbogen sogar um zwei, drei Längen von den konsternierten Verfolgern ab. Eine Vorentscheidung war dies jedoch mitnichten, denn die ellenlange Zielgerade offenbarte für den Frontrenner ihre Tücken. Fly Speed und Goût Baroque hatten ihn rasch am Wickel, und in diesem beinharten Duell schien aus dem Mittelfeld auch Favorit Delfino ein deftiges Wörtchen mitreden zu wollen - bis 150 Meter vorm Ziel für ihn der Überschlag an den Disqualifikations-Turm kam.

Hin und her wogte das Gefecht zwischen Fly Speed und Goût Baroque, bei dem der Pornichet-Etappensieger lange in der Vorhand zu bleiben schien. Erst auf den allerletzten Metern zwang Alexandre Abrivard den Schützling Thierry Raffegeaus vorbei zum zehnten Karriere-Sieg, mit dem der Spätentwickler nun 338.200 Euro reich ist. 5½ Längen dahinter dankte Dayan Winner die Schonfrist in der Innenspur mit Platz drei vor den fast gleichauf den Zielstrich passierenden Deganawidah und Dream Cash.

Die drei im zweiten Band aufgestellten Musketiere aus der „Kompanie du Chêne“ holten die Plätze sechs bis acht, während vom Träger des gelben Trikots am Ende gar nichts zu sehen war: Crack Money machte aus dem vierten Paar außen keinen Stich.

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(Foto: aisnenouvelle.fr)

„Keine Frage - wir hatten den perfekten Verlauf und dürfen uns bei Fly Speed bedanken, der, da bin ich ganz ehrlich, eigentlich den Sieg verdient hätte. Er war ein bis zur Linie äußerst harter und unbequemer Brocken. Dank an Goût Baroque, der gekämpft hat wie ein Löwe“, lobte Alex Abrivard den Widersacher.

Weil Crack Money nur Fleißpunkte einsackte, Deganawidah endlich mal das ganze Gegenteil war und aktiv Zähler holte, zwei der vier „du Chênes“ punkteten und die ersten Beiden satt abräumten, rückte die Spitzengruppe dicht zusammen. Entschieden „pro oder contra“ ist jedoch lange nichts, denn zwei normale Etappen stehen noch aus, und in der Clôture gibt’s ohnehin die doppelte Punktzahl, was das Gesamtklassement ordentlich durcheinanderwirbeln könnte. Deganawidah und all jene, die eine Station gewonnen haben, sind für den 5. Dezember bereits qualifiziert.

12. Etappe des GNT

Prix Geny Courses (Gruppe III nat., Fünf- bis Zehnjähr.)

2875 Meter Bänderstart; 25 Meter Zulage ab 305.000, 50 Meter ab 516.000 Euro; 85.000 Euro

1.      Goût Baroque                2750   13,2     Alexandre Abrivard           33

         5j. Fuchshengst von Offshore Dream a.d. Joie Baroque von Capitole

         Be: Jean-Yves Rozé; Zü: S.C. Elevage de Folleville; Tr: Thierry Raffegeau

2.      Fly Speed                       2750   13,2     Franck Nivard                    64

3.      Dayan Winner               2750   13,7     Hugues Monthulé           300

4.      Deganawidah               2750   13,7     François Lecanu             120

5.      Dream Cash                  2750   13,8     Adrien Ernault                 790

6.      Euro du Chêne             2775   13,4     Adrien Lamy                    200

7.      Eros du Chêne              2775   13,5     Anthony Duperche       1400

8.      Fric du Chêne               2775   13,6     Gabriele Gelormini         120

9.      Be One des Thirons     2775   13,7     Philippe Daugeard         510

10.    Bad Julry                        2775   14,0     Franck Ouvrie                  820

         Darlington Park             2750   o.Z.      Frédéric Senet                 740

         Césario Bello                2750   o.Z.      Sébastien Olivier            940

         Crack Money                 2775   o.Z.      Cédric Terry                     150

         Freeman de Houëlle   2775   o.Z.      Kévin Leblanc                 810

         Fado du Chêne             2800   o.Z.      Paul-Philippe Ploquin 1270

         Delfino                            2775   dis.r.    Mathieu Mottier                  31

Sieg: 33; Richter: Kampf k.Kopf - 5½ - 1½ - k.Kopf - 4½ - 1 Länge; 16 liefen

Wert: 38.250 - 21.250 - 11.900 - 6.800 - 4.250 - 1.700 - 850 Euro

Video: https://www.letrot.com/fr/replay-courses/2021-10-20/0202/1

Punkte nach Etappe 12 (Reims, Marseille-Borély, Lyon-La Soie, Maure-de-Bretagne, Le Croisé, Laval, Toulouse, Les Sables, St Malo, Pornichet, Argentan, La Capelle):

Crack Money                          62 (2 Siege)

Deganawidah                         57

Fire Cracker                            40 (2 Siege)

Firello                                       36

Euro du Chêne                       35 (1 Sieg)

Bad Julry                                 35

Fric du Chêne                         28

Fly Speed                                26 (1 Sieg)

Goût Baroque                         26 (1 Sieg)

Elvis du Vallon                       26

Décoloration                           24 (1 Sieg)

Bugsy Malone                        21 (1 Sieg)

Be Cool d’Eb                          17 (1 Sieg)

Eden Basque                          15 (1 Sieg)

Fakir Mérité                             15 (1 Sieg)

Général du Parc                     11

Crystal du Lupin                     10

Démocrate                              10

Dexter Chatho                        10

Dreamer de Chenu               10

Eddy du Vivier                        10

Eliot d’Ambri                           10

Epsom d‘Herfraie                  10

Golden Bridge                        10

Am 10. November wartet in Nantes der 13. und zugleich vorletzte reguläre Abschnitt vor der Clôture auf die Trotteurs français, an Punkte und Geld zu kommen. Der 1.411 Meter weite Linkskurs ist zweimal zu meistern.

Weiter unbezwingbar

650 Kilometer südwestlich an der Atlantikküste lud Les Sables d’Olonne zu einer auf den ersten Blick ganz gewöhnlichen Nachmittagsveranstaltung, bei der der interessanteste Kandidat in der ersten Prüfung, dem Prix Pierre Trichet um nicht unbedingt erwähnenswerte 27.000 Euro, auftrat. In diesem Qualifikationslauf Le Trot Open des Régions Ouest für Dreijährige gab ein in Deutschland weitläufig Bekannter sein Comeback nach zwei Monaten Verschnaufpause.

Selbst 25 Meter Zulage vermochten Izoard Védaquais, am 11. September in Vincennes Genickbrecher für den deutschen Derby-Favoriten Usain Lobell, nicht zu stoppen. Zehnter Start, zehnter Sieg hieß es für den Bird-Parker-Sohn aus Besitz und Training Philippe Allaires, der zu Höherem berufen scheint. Ein energischer Zwischenspurt genügte, ihn an die Spitze zu wuchten, und als Eric Raffin, der seinetwegen auf die GNT-Etappe verzichtet hatte, eine halbe Runde vor Schluss den Gashahn noch ein bisschen weiter aufriss, vermochte ihm lediglich In the Air zu folgen.

Dessen Angriffsversuch erstickte Izoard Védaquais im Keim mit einem entspannten französischen Champion, der 1½ Längen voraus keinen Finger rührte. 175.950 Euro stehen nun auf dem Konto des Rappen, der zu einer tragenden Figur des kommenden Winter-Meetings werden könnte.

Video: https://www.letrot.com/fr/replay-courses/2021-10-20/8503/1