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Face Time Bourbon zum Dritten - wie einst Jamin
07. März 2021

Vincennes, Samstag, 6. März 2021. Mit einem Feuerwerk verabschiedete Vincennes den Winter und sich selbst vom berühmtesten und lukrativsten Traber-Meeting der Welt. Zum krachenden Kehraus der vier tollen Monate streute die Société in neun Prüfungen nochmals Preisgelder in Höhe von 701.000 Euro unter das große Volk der Pferdebesitzer.

Vier Gruppe-Aufgaben - je zwei im Monté und Attelé - waren das Fundament der Rennkarte, und wenn einem so viel Gutes widerfährt, lässt sich auch der König nicht lumpen: Im Prix de Sélection, jenem klassischen Vergleich der einheimischen Vier- bis Sechsjährigen, bei dem die Jüngsten - heuer die Generation „H“ - seit 2014 nur mehr 25 Meter vor den Erfahrenen loslegen dürfen (zuvor hatten sie die Reise mit 50 Meter Vorgabe angetreten), war mit Amérique-Sieger Face Time Bourbon jener Überflieger am Start, der auf und abseits der Piste in diesem Winter für den meisten Gesprächsstoff gesorgt hatte.

Ein letztes Mal hielt er Hof, und wie im Vorjahr wagte sich niemand der 2017er Generation mit ihm in den 2200 Meter kurzen Ring: Héty du Goutier war der Letzte, dessen Entourage auf das zweifelhafte Vergnügen verzichtete, den vierjährigen Hasen zu spielen; der gerade mal 65.500 Euro reiche Ready-Cash-Sohn war am Mittwoch gestrichen worden.

Wie im Vorjahr ging „FTB“, für den Besitzer Antonio Somma nach der vermeidbaren Niederlage im Prix de France den Steuermann gewechselt hatte, für die Pflichtquote von 11:10 los - und kostete die staatliche Wettorganisation PMU ebenfalls wie 2020 bares Geld. 2.295.519 der insgesamt auf Platz getätigten 2.428.317 Euro lasteten auf seinen braunen Schultern - bei zehn Prozent Rendite, die die PMU noch bis einschließlich 31. März garantiert, konnte nicht nur keine Provision abgezogen, sondern musste auch noch draufgezahlt werden.

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Eric Raffin (youtube.com)

Eric Raffin und Face Time Bourbon hatten mit dieser Bürde nicht das geringste Problem. Nichts wollte und sollte der 38-jährige dem Zufall überlassen und ließ den braunen Bomber wie beim Fehlstart, den Fric du Chêne glasklar mit zwei Längen Vorsprung „gewonnen“ hatte (900 Euro + 4 Tg. Fahrverbot für Franck Nivard), beim zweiten, gültigen Versuch fernab von den anderen Aspiranten an den Außenrails eindrehen. Nur Frisbee d’Am kam besser ab als der „Unverlierbare“ - und wartete untertänigst auf die Ablösung. Die geschah kurz nach Erreichen des Bogens von Joinville, und schon war der Rest reine Formsache für den Ready-Cash-Sohn, der seinen auf den Ehrenplatz erpichten Verfolger zu Beginn der Zielgeraden im Galopp verlor.

Auch Fairplay d’Urzy, der sich überwiegend weit nach hinten versetzt in der Todeslage produzierte, kam dort aus dem Strich. Das alles interessierte Face Time Bourbon auf dem Weg zu seinem 30. Sieg - dem dritten aus ebenso vielen Versuchen mit seinem vorläufig neuen Stammfahrer - aus 36 Engagements nicht die Bohne. Turmhoch überlegen bescherte er acht Längen voraus seinen Anhängern „ohne Schwitzen“ zehn Prozent Rendite und baute im schlanken Gang sein Konto um 90.000 auf 2.837.440 Euro aus.

Kein Rekord währt ewig: Mit diesem dritten Triumph im Prix de Sélection schloss er zu Jamin auf, der dieses Kunststück 1959 vollendet hatte. Mit 1:10,3 verbesserte er en passant die von ihm selbst (2019), Davidson du Pont (2018) und Boléro Love (2016) gehaltene Bestmarke um eine halbe Sekunde.

Die späten Totalausfälle der nach „FTB“ meistgehandelten Fairplay d’Urzy und Frisbee d’Am bescherten For You Madrik, Fric du Chêne sowie dem Rest unerwartet reiche Ernte. Ganz schwach präsentierte sich Fakir du Lorault, mit dem Trainer Mickaël Charuel lange Zeit einen Start im Amérique angepeilt hatte: Der Braune hatte nicht eine nennenswerte Szene und blieb von Start bis Ziel ein blasser Mitläufer, der nur Foxtrot Sea hinter sich ließ.

 „Uff! Ich bin erleichtert, dass alles so gut gelaufen ist. Es war doch ganz schön viel Brimborium um Face Time Bourbon in den Tagen nach dem Prix de France - für meinen Geschmack zu viel“, atmete Raffin, der den Sélection nach Saxo de Vandel (2010) und Aladin d’Ecajeul (2014) zum dritten Mal auf seine Kappe brachte, beim ersten Interview kurz nach dem Ziel durch.

Guarato

Sébastien Guarato (youtube.com)

Auch Sébastien Guarato, der bereits den sechsten Sélection-Sieger stellte, war die Erleichterung deutlich am Gesicht abzulesen: „Eric hatte durchaus ein bisschen Druck. Zum Glück ist Face Time ein echter Crack und hat die Sache heute unangestrengt im Handstreich erledigt - er war einfach perfekt und hatte sicherlich noch ein paar Zehntel in den Hufen. Für mich und mein Team ein rundum gelungener Schlusspunkt unter dieses Meeting - besser, als ich vor einigen Wochen erwartet hatte. Face Time wird nun ein paar Wochen im Gestüt verschwinden. Zum Prix René Ballière im Juni kehrt er auf die Rennbahn zurück.“

Das werden die Sportdirektoren in Stockholm, Göteborg und Oslo mit gerunzelter Stirn vernommen haben. Auftritte in Olympiatravet, Elitloppet und/oder Oslo Grand Prix sind damit für diese Saison frühzeitig zu den Akten gelegt …

Für den Vincenner Bahnrekordler, mit dem ohne Frage auch ein Björn Goop diese inferiore Gegnerschaft nach Strich und Faden abgekanzelt hätte, war’s der 13. Gruppe-I-Sieger der Karriere und der zweite dieses Winters nach jenem im Amérique. Er ist das Aushängeschild des Meetings schlechthin und steht einsam und unerreichbar an der Spitze der Einkommensliste: Sechsmal ist er angetreten, musste nur im Prix de France nach einer taktisch missratenen „Hau-drauf-Vorstellung“ Délia du Pommereux vor sich dulden und hat allein in dieser Spanne 770.500 Euro gebunkert. Mit dem heutigen Auftritt hat er den Anspruch seiner Entourage, er sei der beste aktive Traber der Welt, klipp und klar untermauert.

Prix de Sélection (Gruppe I nat., vier- bis sechsj. Hengste und Stuten)

2200m Bänderstart; Vierjährige erhalten 25m Vorgabe (unbesetzt); 200.000 Euro

1.      Face Time Bourbon     2200   10,3     Eric Raffin                           11

         6j.dklbr. Hengst von Ready Cash a.d. Vita Bourbon von Love You

         Be: Scud. Bivans Srl (Antonio Somma), IT; Zü: Haras Saint Martin (Rainer Engelke); Tr: Sébastien Guarato

2.      For You Madrik              2200   11,1     Benoît Robin                    600

3.      Fric du Chêne               2200   11,3     Franck Nivard                  420

4.      Flore de Janeiro           2200   11,4     Franck Blandin              1090

5.      Galilée des Près           2200   11,5     Maxime Bezier                830

6.      Fakir du Lorault             2200   11,6     François Lecanu             330

7.      Foxtrot Sea                    2200   11,8     Cédric Mégissier             890

         Fairplay d’Urzy              2200   dis.r.    Jean-Michel Bazire        180

         Frisbee d’Am                 2200   dis.r.    Alexandre Abrivard                              190

Sieg: 11; Richter: überlegen 8 - 3 - 1 - 1½ - Hals - 2½ Längen; 9 liefen

Zw-Zeiten: 10,8/675m - 11,1/1175m - 10,7/1675m

Wert: 90.000 - 50.000 - 28.000 - 16.000 - 10.000 - 4.000 - 2.000 Euro

Video: https://www.letrot.com/fr/replay-courses/2021-03-06/7500/6

Die Million vor Augen

Eröffnet wurde der sonnenüberflutete Nachmittag mit dem „internationalen“ Prix Henri Desmontils, einem Trabreiten der Kategorie III über 2850 Meter, das ohne ausländische Beteiligung stattfand und im Zeichen der Auseinandersetzung des ständigen Flüchtlings und einzigen Hengstes Freeman de Houëlle mit den drei großen „C“ stand: Caban Prior (75 Starts, 21 Siege), Carly (59 / 22) und Clegs des Champs (40 / 19) wollten beweisen, dass sie in den Klassikern eine scharfe Klingen hätten schlagen können, wenn sie denn als Wallache dürften. Diese Vier prägten das Match, das lief wie in letzter Zeit immer, wenn Freeman de Houëlle dabei war.

Ganz außen Schwung holend, ruhte Eric Raffin mit Franck Leblancs Schützling nicht eher, bis er dem erstaunlich widerstandsfähigen Gabiano im Scheitel des Bogens von Joinville die Spitze abgeknöpft hatte. Waren die ersten 1350 Meter bei 1:14,0 relativ verhalten, so schaltete der „freie Mann“ bergauf nicht etwa einen Gang zurück, sondern ließ es im Gegenteil richtig kesseln. Nicht lange, dann stand Gabiano auf verlorenem Posten und wurde extrem nach hinten entsorgt, während die drei „C“ dem Flüchtling nachsetzten, der bis zu 15 Meter Vorteil herausgeholt hatte.

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Clegs des Champs mit David Thomain (canalturf.com)

Anführer des Verfolgertrupps war Clegs des Champs, der sich bereits 2019 in diese Siegerliste eingeschrieben hatte. Nur bis zur letzten Ecke, ohnehin seiner Schwachstelle, durfte Freeman de Houëlle hoffen. Dann fraß ihn Clegs mit Haut und Haaren, der nur noch auf Carly Obacht geben musste. Sorgen musste sich David Thomain um den 20. Treffer seines Partners jedoch nicht machen. Nach drei kaum sichtbaren Klapsen auf den Hals setzte sich der Legs-du-Clos-Sohn auf drei Längen ab und tat einen großen Schritt in Richtung eines Meilensteins: Bei 954.580 Euro ist die runde Million in Sichtweite, woran bei einer Auszeit von 20 Monaten vor vier Jahren nicht im Entferntesten zu denken war.

Wie üblich nahm Freeman de Houëlle das Gebiss auf der Zielgeraden noch mal an, konnte Carly jedoch nicht mehr kippen, der für „Silber“ um Haupteslänge im Vorteil blieb. Nichts zu tun mit der Medaillen-Vergabe hatte der sich wacker schlagende Caban Prior, der seinerseits um Ewigkeiten vor dem von Flamboyant Blue angeführten gerupften Rest blieb.

Total aus dem Häuschen war Thierry Raffegeau, der mit Clegs des Champs alle Höhen und Tiefen eines Trainerlebens durchmessen hat. „Was für ein Pferd! Ich hatte vorab gesagt, er sei nach der neuerlichen Auszeit von Dezember 2019 bis November 2020 vielleicht noch nicht wieder so weit für diese Cracks, aber sein enormer Motor hat mal wieder den Unterschied gemacht. Entscheidend war, dass er von Anfang an vorn dabei war und Freeman sich nie wirklich absetzen konnte. Großen Anteil an all diesen Erfolgen hat sein Osteopath, der ihn immer wieder hinbekommt. Und es wird immer cooler, ihn zu trainieren“, schwärmte der Spezialist für Satteltraber.

Prix Henri Desmontils - Monté - (Gruppe III int., Fünf- bis Elfjähr.)

2850m Bänderstart o.Z., 90.000 Euro

1.      Clegs des Champs      12,2     David Thomain                  19

         9j.dklbr. Wallach von Legs du Clos a.d. Proserpine von Fortuna Fant

         Be: Jean-Yves Rozé; Zü: Jean-Baptiste Vallée; Tr: Thierry Raffegeau

2.      Carly                               12,4     Mathieu Mottier                  41

3.      Freeman de Houëlle   12,4     Eric Raffin                           38

4.      Caban Prior                   12,7     Aurélien Desmarrres     150

5.      Flamboyant Blue          13,2     Antoine Dabouis             430

6.      Accord Marjacq             13,2     Benjamin Rochard         980

7.      Gabiano                         16,9     Damien Bonne                330

8.      Cambo Majyc                18,2g  Léo Abrivard                    860

         Cocktail Desbois          dis.r.    Florent Guérineau          980

Sieg: 19; Richter: leicht 3 - Kopf - 4 - 8 - k.Kopf - 52 Längen; 9 liefen

Zw-Zeiten: 14,0/1350m - 12,3/1850m - 12,2/2350m

Wert:40.500 - 22.500 - 12.600 - 7.200 - 4.500 - 1.800 - 900 Euro

Video: https://www.letrot.com/fr/replay-courses/2021-03-06/7500/1

Hallix überlegene Ware

Viel gesprungen wurde im Prix Louis Le Bourg für die Monté-Elite der Generation 2017. Héva Blonde, Harley Charentaise und Hispanien fielen am Start, Héra Landia und Helitloppet im letzten Bogen aus, als der Favorit sich gerade den vom Fleck weg den zügigen Takt vorgebenden Hudson Védaquais zur Brust nehmen wollte. Das spielte der ähnlich wie der Schützling Franck Leblancs mit einer glänzenden Sattel-Form daherkommenden Hallix perfekt in die Karten, die Eric Raffin konsequent als Fünfte des Gänsemarschs versteckt und sich bergauf von Helitloppet durch die zweite Spur hatte ziehen lassen.

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Hallix mit Eric Raffin (canalturf.com)

An der letzten Ecke machte Frankreichs Champion ernst und war im Nu auf der Siegerstraße. Unangestrengt sauste die Roc-Meslois-Tochter zum siebenten Streich davon, der zugleich der dritte auf Gruppe-Niveau war und ihr Konto auf 195.860 Euro hievte. Der völlig ausgepowerte Hudson Védaquais schlingerte auf staksigen Beinen die Zielgerade herunter und wurde für den Ehrenplatz innen von Hopla des Louanges haarscharf abgefangen, ohne dass die manchmal überpingeligen Rennrichter zur „Enquête“ hupten.

Er war für das irre Tempo verantwortlich: Hallix verbessert Grâce de Faëls im Vorjahr auf 1:13,9 geschraubten Rennrekord um 0,3 Sekunden.

Prix Louis Le Bourg - Monté - (Gruppe II nat., vierj. Hengste und Stuten)

2850m Bänderstart o.Z., 100.000 Euro

1.      Hallix                               13,6     Eric Raffin                           24

         4j.br. Stute von Roc Meslois a.d. Titania von Capriccio

         Be / Zü: Ec. Cheffreville; Tr: Guillaume Gillot

2.      Hopla des Louanges   14,1     Damien Bonne                740

3.      Hudson Védaquais      14,1     Alexandre Abrivard        630

4.      Hora Bot Eur Moël        14,5     Guillaume Martin            290

5.      Héros de Fleur              16,0     Yoann Lebourgeois        330

6.      Héva Blonde                 17,5g  Franck Nivard                  930

         Harley Charentaise      dis.r.    Anthony Barrier               200

         Hispanien                      dis.r.    Paul-Philippe Ploquin    300

         Héra Landia                  dis.r.    Mathieu Mottier               140

         Helitlopet                        dis.r.    Adrien Lamy                      19

Sieg: 24; Richter: überlegen 7 - Hals - 6 - 21 - 22 Längen; 10 liefen

Zw-Zeiten: 14,3/1350m - 13,5/1850m - 13,3/2350m

Wert: 45.000 - 25.000 - 14.000 - 8.000 - 5.000 - 2.000 (- 1.000) Euro

Video: https://www.letrot.com/fr/replay-courses/2021-03-06/7500/4

Dreambreaker schon wieder auf dem Treppchen

Zum x-ten Male hieß es „Hut ab“ vor Dreambreaker nach dem Prix du Plateau de Gravelle, dem letzten wichtigen „Attelé“ für erfahrene internationale Kämpen. Erneut verkaufte sich der „Oberkracher“ extrem teuer und hat praktisch im Alleingang dafür gesorgt, dass während dieses Meetings die deutsche (Zucht-)Fahne nicht auf Halbmast gesunken ist. Stets aufs Neue erstaunt - oder inzwischen auch nicht mehr -, wie sich der kleine Kerl in Höhen bis 754.999 Euro Gewinnsumme behauptet, in denen die Luft ganz schön dünn ist und sich mit Feliciano und Chica de Joudes auch zwei Amérique-Streiter tummelten.

Mal wieder Eric Raffin an die Hand gegeben, knatterte Dreambreaker ruckzuck vor „Opa“ Romanesque und Cicero Noa in Front, bekam umgehend Druck von Favorit Feliciano und ließ diesen nach 500 Metern vorbei, womit seinem Trainingskameraden Colonel vor Ce Bello Romain und Unique Juni der äußere Fahrtwind kräftig um die Nase pfiff. Selbst ein Jean-Michel Bazire bekam Angst vor der eigenen Courage, und fast selbstverständlich ließ Raffin den „Chef“ vor sich einparken, als der für die Bergan-Passage darum anklopfte.

Wie so oft musste Chica de Joudes durch die äußerste, in diesem Fall dritte Spur strampeln, was von Startplatz „9“ fast schon erwartet worden war. Die Braune mit der markanten Blesse machte das Beste daraus und produzierte sich für die zweite Halbzeit als Lokomotive in zweiter Spur.

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Ce Bello Romain mit Anthony Barrier (zeturf.com)

An der letzten Ecke bewahrheitete sich, was Feliciano bei blassen Auftritten in den Prix du Bourbonnais, de Bretagne, d’Amérique und de France angedeutet hatte: Die Luft ist ziemlich raus aus dem Ready-Cash-Sohn, der an der letzten Ecke die Waffen streckte und damit Colonel vor erhebliche Probleme stellte. Verzweifelt suchte Bazire nach einem Schlupfloch, das nie wirklich kam. Mit Mühe und Not zwängte er den Vorjahrszweiten im dichten Getümmel um die Plätze drei bis sieben wenigsten an Feliciano vorbei.

Mehr Massel hatte der direkt dahinter postierte Dreambreaker, den Raffin in die zweite Spur hinter Chica de Joudes dirigieren konnte, als Ce Bello Romain diese Position räumte und zur Attacke blies. Enorm, wie der Wallach sein Herz in die Schlacht warf und dank Anthony Barriers konsequenter Unterstützung den 19. Karrieresieg gegen die fetzig attackierende Unique Juni um eine knappe Länge festhielt.

Dem tüchtigen Dreambreaker, für den dies der zehnte Auftritt seit dem 1. November war - zwei Ausflüge nach Laval und Cagnes-sur-Mer inklusive -, lächelte Fortuna huldvoll zu. Natürlich war das nötige Quäntchen Glück dabei, im beinharten Kampf für „Bronze“ den nötigen Freiraum zu finden, mit dem die Gage des Offshore-Dream-Sohnes während dieser Zeitspanne auf 98.380 und insgesamt auf 587.728 Euro kletterte.

Prix du Plateau de Gravelle (Gruppe III int.; Vier- bis Elfj., keine 755.000 Euro sowie ohne die ersten Drei der Prix d’Amérique, France & Paris 2021)

2100m Autostart, 90.000 Euro

1.      Ce Bello Romain          11,2     Anthony Barrier                 81

         9j.br. Wallach von Jam Pridem a.d. Miss Echo Bella von Echo

         Be / Tr: Sylvain-Gérard Dupont; Zü: Jackie Bourreau

2.      Unique Juni                   11,2     Matthieu Abrivard           300

3.      Dreambreaker              11,4     Eric Raffin                           57

4.      Cicero Noa                    11,4     Franck Nivard                  570

5.      Chica de Joudes          11,5     Alain Laurent                     74

6.      Colonel                           11,5     Jean-Michel Bazire           34

7.      Feliciano                        11,6     David Thomain                  28

8.      Jerry Mom                      11,9     Franck Ouvrie                  600

9.      Zlatan                              12,4     François Lagadeuc      1040

10.    Romanesque                13,6     Gabriele Gelormini      1270

         Coach Franbleu            dis.r.    Yoann Lebourgeois        380

Sieg: 81; Richter: sicher ¾ - 2 - Hals - ½ - ½ - 1½ Längen; 11 liefen

Zw-Zeiten: 11,1/600m - 10,7/1100m - 11,3/1600m

Wert: 40.500 - 22.500 - 12.600 - 7.200 - 4.500 - 1.800 - 900 Euro

Video: https://www.letrot.com/fr/replay-courses/2021-03-06/7500/7

Schon wieder Domingo d’Ela

Die letzte Quinté-Schleife ging im Prix de Montsoreau für sieben- bis elfjährige „Europäer“, die keine 271.000 Euro gewonnen hatten, an den bärenstarken Domingo d’Ela, für den dieses Meeting ruhig noch ein Weilchen hätte andauern können. Jean-Philippe Borodajko wuchtete den Wallach bergauf an die Spitze und war fortan jederzeit Herr der Lage, zumal die zur Favoritin gekürte Dänin CD mit Jean-Michel Bazire im schweren Galopp begonnen hatte, der sie jeder Chancen beraubte.

Als Angreifer Dorado Bello ausgespielt hatte, setzte sich der Opium-Sohn zum 15. Sieg aus lediglich 38 Versuchen sehr viel leichter ab, als der Vorteil von 1½ Längen auf die prächtig spurtende Diva du Granit vermuten ließe. 26.100 der spendierten 58.000 Euro wanderten in die Kasse des Wallachs, der nach den 1:13,1/2700m nun darauf wartet, dass das Plateau de Gravelle als sein „Garten Eden“ die Pforten wieder öffnet.

Video: https://www.letrot.com/fr/replay-courses/2021-03-06/7500/3

Emilion und Great Gatsby As „am Turm“

Ein Spiegelbild des Meetings für in Deutschland vorbereitete Traber, die in den vier Monaten nur in homöopathischer Dosis präsent waren, lieferte um kurz nach 18.00 Uhr der Prix de Larré für sechsjährige Hengste und Wallache, die keine 84.000 Euro verdient und zwei Runden auf der kleinen Bahn zu absolvieren hatten. Im Gegenlicht der untergehenden Sonne bekam der Frankreich-erfahrene Great Gatsby As aus Erwin Bots Quartier den Start gar nicht hin und durfte gleich zum Duschen abrücken.

Höchst mäßig fand der diffizile Emilion auf den 2850 Meter langen Weg und begann mit deutlichem Rückstand auf die Spitze. Dem vor acht Tagen in Mons nach einem ruinösen Run durch die dritte Spur im toten Rennen mit Iron Vivant eingekommenen Sam-Bourbon-Sohn gab Michael Nimczyk nach einer Runde den Laufpass. Wieder produzierte sich der Mommert-Traber als Zugmaschine der dritten Gefechtslinie, was ihm diesmal den Zahn zog.

Längst war sein Schatten Flash de Vouède an ihm vorbei, als Emilion im Schlussbogen das Handtuch im Galopp warf und ausgemustert wurde. Zum Absacker des Pariser Winters machte noch einmal ein furioses Meeting, bei dem sich eben jener Flash de Vouède mit Yoann Lebourgeois mit letzter Kraft gegen den anstürmenden Fuego du Mortier/Franck Ouvrie rettete und nach 1:14,3 einen „Hals“ voraus 16.650 der 37.000 Euro krallte, Appetit aufs Frühjahrs-Meeting.

Video: https://www.letrot.com/fr/replay-courses/2021-03-06/7500/9

Das beginnt in knapp drei Wochen am Freitag, 26. März mit einer Sieben-Rennen-Karte, die als Hors d‘Œuvre mit zwei Gruppe-II-Aufgaben für dreijährige Satteltraber gespickt ist. Insgesamt werden 374.000 Euro zur Verteilung anstehen.