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Trauer um Ingo Müller

Plötzlich und völlig unerwartet verstarb am Sonntag der Hamburger Trainer, Besitzer und Züchter Ingo Müller auf seinem Hof in Alveslohe. In die Lehre ging Ingo Müller bei Felix Döhring in Farmsen, legte 1966 die Berufsfahrerprüfung ab und machte sich 1974 nach bestandener Meisterprüfung selbstständig. Ingo Müller galt stets als so genannter kleiner Trainer, mit 156 Siegen blieben seine Erfolge überschaubar. Die große Passion des gebürtigen Hamburgers war seit jeher die Traberzucht. In den 1980er Jahren zog Ingo Müller auf seiner schmucken Anlage direkt neben der Kieler Chaussee mit der Narciso-II-Tochter Ranira spätere Cracks in Serie, wie die vielfachen Sieger Davinci, French Lord und Haniro.

Besonders gefragt waren die Produkte aus der Müller-Zucht stets im Süden der Republik. Allein Kaurismäki und Mabillon gewannen in den 1990er Jahren in Bayern mehr als 100 Rennen. Später folgte The First Stallion (24 x 1.), den Ingo Müller mit der von ihm eingeführten US-Stute Genuine Comfort (318.688 Euro/1:11,7) zog. Ein Pferd war Ingo Müller besonders ans Herz gewachsen und blieb bis zuletzt in seinem Besitz. Bei vielen der insgesamt 25 Siege des Cheetah-Sohns Onassis saß der Züchter selbst im Sulky, bei zwei Triumphen in Bahrenfelder Gästefahren sogar seine Frau Margitta.

Neben der Arbeit mit den Pferden war Ingo Müller der Berufsstand des Trabertrainers stets ein besonderes Anliegen. Er scheute keine Verantwortung, führte viele Jahre zunächst den norddeutschen Trainerverein an, später dann auch den Bundesverband der Trainer. In dieser Eigenschaft gehörte Ingo Müller bis zum Jahr 2011 sogar dem HVT-Präsidium an.

Bis zuletzt versäumte Ingo Müller keinen Hamburger Renntag, bildete in der Tribüne u.a. mit Abi Kluth und Helmut Beckemeyer einen legendären Stammtisch. Nicht nur dort wird man ihn schmerzlich vermissen.

Ingo Müller wurde 72 Jahre alt. Das Mitgefühl gilt den Angehörigen um Margitta Müller.