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Montegiorgio jubelt dank des Wikingers

(nn) Montegiorgio, Sonntag, 11. November 2019. Eines muss man Montegiorgio, dem 7.000-Einwohner-Städtchen in der Region Marken (Marche) 20 Kilometer von der Adria entfernt, und den umliegenden Gemeinden lassen: Auf ihren Palio dei Comuni, mit dem sie eine mittelalterliche Tradition, den Wettkampf zu Pferde zwischen verschiedenen Gemeinden und Gemarkungen, 1989 haben aufleben lassen, haben sie selbst in Zeiten knapper Kassen nie etwas kommen lassen.

Für die 31. Auflage wurde das Finale der besten Zwölf, das mal einen Tiefpunkt von 90.200 Euro hatte, im Vergleich zu 2018 um 44.000 auf 154.000 Euro aufgepeppt. Das lockte immerhin die Doppelmillionärin Billie de Montfort über die Alpen, die auf ihrer ausgedehnten Europa-Reise erst vor 14 Tagen in Mons auf der letzten Station der Tour Européen du Trotteur Français Etappen- und Gesamtsiegerin geworden war.

Die reiselustige Achtjährige sackte für die Ränge vier (Vorlauf) und drei (im Finale) 17.460 Euro ein und kommt nun auf 2.018.081 Euro, hatte aber mit der engeren Entscheidung nie etwas zu tun. Die machten zwei Dauer-Importe unter sich aus, die für ihre neuen italienischen Eigner zu wahren Goldeseln geworden sind. Das gilt in noch größerem Maße als für Arazi Boko, der trotz seiner zwölf Jahre und weit über 120 Starts noch immer ein beinharter Kämpe ist, der sich so leicht nicht unterbuttern lässt, für Cokstile. Norwegens Derby-Sieger 2017 hat erst Anfang August Besitzer und Tätigkeitsfeld gewechselt und ist in seiner neuen Heimat eingeschlagen wie eine mittlere Bombe. Im Race-off des Campionato Europeo zu Cesena noch Arazi Boko unterlegen, hatte er sich dort 26.400 Euro eingeklinkt und dies als Sprungbrett zu Heldentaten genutzt. Der erste ganz große Wurf war der mit 115.000 Euro belohnte Sieg im Mailänder Gran Premio delle Nazioni. An diesem Sonntag folgte der zweite Coup mit Vor- und Endlaufsieg im Palio, der weitere 69.460 Euro in die Kasse des Florentiners Renato Santese spülte. Nach 1:10,4, der schnellsten je im Palio erzielten Zeit, war der große Fischzug perfekt und ließ die Gastgeber strahlen: Zum dritten Mal trug sich Montegiorgio auf dem Ehrenschild ein, zum dritten Mal hatten sie sich dafür bei einem „Wikinger“ zu bedanken: 2008 und 2009 hatte Opal Viking ihre stolze Fahne ganz oben wehen lassen.

In Batteria A drohte Cokstile mit höchster Autorität, was der Konkurrenz blühen könne, und das, obwohl ihn Antonio di Nardo aus dem anfänglichen Gerangel um Spitzen- und sonstige gute Positionen konsequent heraushielt. Nach 400 Meter befand er es an der Zeit, den 11:10-Favoriten mal ein wenig die Muskeln spielen zu lassen. Der brauchte aus dem dritten Paar außen 500 Meter, um die führende Visa As zu „Kleinholz“ zu verarbeiten, und erledigte die lästige Pflicht acht Längen voraus in exorbitanten 1:10,8 vor Vesna, die aus dem Mitteltreffen zum Ehrenplatz spurtete. „Das war die erwartet leichte Aufwärmübung“, zeigte sich Besitzer Renato Santese hochzufrieden.

Finale: Cokstile lässt dem wieder einmal übelst traktierten Arazi Boko keine Chance (youtube.com)

Mit den Nerven der großen Anhängerschar, für die bei 14:10 viel Geld auf dem Spiel stand, und wohl auch des Umfelds, für das das Erreichen des Finales oberste Maxime war, spielte Gabriele Gelormini ausgiebig in Batteria B. Billie de Montfort kam von der „5“ gegen Pantera del Pino und Vanesia EK nicht in Front, und weil Pocahontas Diamant dicht an jenen dran klebte, parkte er die Braune an vierter Stelle ein. Kochend heiß wurde das Gericht, das „Gabbi“ servierte, als außen Vanguardia aufzog und allmählich die Luft zum Ausstieg knapp wurde. Zum Glück hatten Vanguardia und der Rest, von dem sich Victor Bebo und Toscarella mit Startgaloppaden aus der Verantwortung gestohlen hatten, auf der Zielgeraden gar nichts mehr auf der Pfanne. Verblüffend war es schon, wie Gelormini rigoros innen blieb und nicht mal Pocahontas Diamant zu packen bekam, die als Dritte ihr Soll erfüllte. Drei Längen voraus ging es zwischen der zehnjährigen Pantera del Pino und der halb so alten Vanesia EK um den Sieg und den damit verbunden guten Final-Startplatz bis zum Zielstrich hauteng her. Um ein paar Zentimeter behielt Holger Ehlerts Pantherin mit Rene Legati die Nase vorn, wie das Zielfoto auswies.

Die Gala Cokstiles konnte Arazi Boko nicht unwidersprochen auf sich sitzen lassen. Mit Startplatz „2“ optimal bedient, führte Alex Gocciadoro in Vorlauf 3 mit dem alten Schweden vom Fleck weg ein eisernes Regiment. Stets segelte der Varenne-Sohn in rasendem Tempo vier, fünf Längen vor Uisconsis Vol, Orion Tilly, Von Wise As und den restlichen Gänsen daher und hielt diesen Vorteil bis ins Ziel fest. Selbstredend mit einigen Aufmunterungen von Seiten seines Steuermanns, der es einfach nicht lassen kann. Orion Tilly schälte sich ebenso übersichtlich für den Ehrenplatz heraus, wogegen zwischen Von Wise As, Uisconsis Vol und Unno del Duomo jeweils eine halbe Pferdelänge Raum war.

Palio dei Comuni (Gruppe I int.)

Vorläufe à 1600 Meter Autostart, 12.100 Euro

Wert: 5.060 - 2.420 - 1.320 - 660 - 440 und 2.200 Euro Züchterprämie

Ins Finale kommen die jeweils ersten Vier.

 

1. Batteria (Premio Moni Maker)

1.      Cokstile                          10,8     Antonio di Nardo                  11

         6j.br. Hengst von Quite Easy a.d. Joystile von Coktail Jet

2.      Vesna                        

3.      Visa As                        

4.      Jeepster                   

5.      Shiva Ferm               

6.      Raissa Sere              

7.      M.T.Insider                

8.      Uftedmar                 

         Vincent SM               

11,8     Rene Legati                      

11,9     Alessandro Gocciadoro     

12,3     Giuseppe Ruocco             

12,4     Lucio Becchetti                 

13,6     Davide Cangiano             

14,7     Olle Alsén                          

15,8     Marcello di Nicola          

dis.r.    Mario Minopoli jr                 

327

57

229

583

960

151

2126

79

Sieg: 11; Richter: überlegen 8 - 1½ - 2½ - Kopf; 9 liefen

 

2. Batteria (Premio Pascia’ Lest)

1.      Pantera del Pino           11,2     Rene’ Legati                         37

         10j.br. Stute von Turbo Sund a.d. Desire’ del Pino von Sugarcane Hanover

2.      Vanesia EK                  

3.      Pocahontas Diamant  

4.      Billie de Montfort      

5.      Primavera As          

6.      Vanguardia              

7.      Zooper                       

         Victor Bebo               

         Toscarella                  

11,2     Pietro Gubellini                   

11,6     Alessandro Gocciadoro  

11,6     Gabriele Gelormini             

12,5     Davide Cangiano           

12,7     Marcello di Nicola            

12,7     Antonio di Nardo              

hdF      Lucio Becchetti                 

agh.     Luca Farolfi                       

47

118

14

1699

809

364

566

389

Sieg: 37; Kampf k.Kopf - 3 - Hals - 7 Längen; 9 liefen

 

3. Batteria (PremioDryade de Bois)

1.      Arazi Boko                     11,2     Alessandro Gocciadoro      11

         12j.schwbr. Wallach von Varenne a.d. Laura Kemp von Express Ride

2.      Orion Tilly                  

3.      Von Wise As               

4.      Uisconsis Vol            

5.      Unno del Duomo    

6.      Van Helsing Font        

7.      Zabaione Spav        

         Vernissage Grif         

         Venanzo Jet                

11,8     Giampaolo Minnucci       

12,0     Andrea Guzzinati              

12,1     Rene’ Legati                      

12,1     Antonio Greppi                    

13,1     Maurizio Cheli                   

15,0     Antonio di Nardo              

dis.r.    Gennaro Riccio                   

dis.r.    Lucio Becchetti                 

317

133

789

87

738

538

63

665

Sieg: 11; überlegen 4½ - 2 - ½ - ½ Länge; 9 liefen

 

Montegiorgio jubelt über Cokstile

Cokstile oder Arazi Boko, Norwegen oder Schweden, jung oder alt - das war nach den brillanten Vorlauf-Präsentationen fürs Finale fast eine Glaubensfrage, die die Tifosi” mit 17 zu 26:10 zugunsten des Norwegers beantworteten und damit feines Gespür verrieten. Lange lag das Momentum jedoch eindeutig bei Arazi, der sich zu Beginn von der „2“ am mit Schaufel und Besen gefahrenen Cokstile (1) vorbeitankte. Noch hurtiger als die beiden Granden fanden Jeepster und vor allem Pocahontas Diamant auf die Füße. Als Gocciaodoro zu Beginn der Tribünengeraden bei der Trainingsgefährtin um den Taktstock anklopfte, bekam er ihn von der Diamanten-Stute und Federico Esposito selbstverständlich überreicht. Cokstile wehte fortan der äußere Fahrtwind um die Nase, was dem Sechsjährigen erstaunlich wenig ausmachte. Sukzessive begann er Arazi Boko in den Schwitzkasten zu nehmen, hinter dem Gocciadoro, nicht in Gelb, sondern ins unschuldige Weiß Monte Uranos gekleidet, 500 Meter vorm Ziel zu arbeiten begann. Es nützte alles nichts: Mitte der Zielgeraden war der Widerstand des Opas gebrochen, der Antonio di Nardo und Cokstile um 1½ Längen zum einsamen Triumphmarsch ziehen lassen musste. Billie de Montfort wurde eine Länge zurück überschaubare Dritte vor der sich diesmal aus dem Mittelfeld versuchenden Pantera del Pino und Visa As.

XXXI. Gran Premio Palio dei Comuni - Finale - (Gruppe I)

1600 Meter Autostart, 154.000 Euro

1.      Cokstile*                         10,4     Antonio di Nardo               17

         6j.br. Hengst von Quite Easy a.d. Joystile von Coktail Jet

         Be: Scuderia Santese; Zü: Per Erik Hagen, NO; Tr: Gennaro Casillo

2.      Arazi Boko*             

3.      Billie de Montfort     

4.      Pantera del Pino*    

5.      Visa As                          

6.      Orion Tilly                 

7.      Pocahontas Diamant  

8.      Uisconsis Vol          

9.      Vesna                       

10.    Von Wise As              

11.    Jeepster                   

         Vanesia EK               

10,6     Alessandro Gocciadoro  

10,7     Gabriele Gelormini          

11,2     Rene’ Legati                   

11,4     Gaetano di Nardo        

11,5     Giampaolo Minnucci     

11,6     Federico Esposito          

11,7     Giovanni Palanga          

11,8     Mario Minopoli jr            

11,9     Andrea Guzzinati           

13,1     Giuseppe Rucco            

agh.     Pietro Gubellini              

26

53

107

1181

355

810

107

107

512

987

166

*Vorlaufsieger                                     

Sieg: 17; Richter: leicht 1½ - 1 - 4 - 2 - 1 - ¾ Länge; 12 liefen

Wert: 64.400 - 30.800 - 16.800 - 8.400 - 5.600 sowie 28.000 Euro Züchterprämie