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"JMB" superb und ohne Schwitzen

(nn) Laval, Mittwoch, 13. März 2019. Es geschieht nicht alle Tage, dass ein aktueller Amérique-Zweiter im 50.000-Einwohner-Städtchen Laval 280 Kilometer westlich von Paris um 24.750 Euro für Platz eins sein „présent“ gibt.

Jean-Michel Bazire machte wie so vieles im gallischen Trabrennsport auch dies möglich und lockte gemeinsam mit Looking Superb, seiner norwegischen Entdeckung des Vincenner Winter-Meetings, die Zuschauer in Scharen zu Lavals Grand Prix du Conseil Départemental de la Mayenne.

Natürlich hat der zweibeinige Superstar des abgelaufenen Winter-Meetings die Füße nicht hochgelegt in jenen elf Tagen, die seither verstrichen sind. Dem Trubel in Grosbois ist er auf seinen Hof im 1250-Einwohner-Nest Solesmes 30 Kilometer westlich von Le Mans entflohen, um dort mal wieder etwas intensiver nach dem Rechten zu sehen und den einen oder anderen Hoffnungsträger an die Kandare zu nehmen. Dass es seine vierbeinigen Cracks dennoch nicht haben schleifen lassen dürfen, bekam die Konkurrenz an diesem sonnigen, aber kühlen Frühlingsnachmittag kräftig unter die Nase gerieben. Fünf der 16 Kandidaten kamen aus dem Quartier des Trainerchampions, doch ohne (Vorder-)Eisen nahm allein Looking Superb die bei zwei Runden plus eine Gerade Anlauf 2875 Meter weite Aufgabe unter die Hufe; Super Fez, Calaska de Guez, Barrio Josselyn und Abydos du Vivier bekamen auf dem 1250 Meter langen Linkskurs in erster Linie etwas Abwechslung vom Trainingsalltag verschrieben.

Die 25 Meter Zulage hatte das bei 15:10 notierte Favoriten-Team im Nu aufgearbeitet. Aus dem fünften Paar außen schaute „JMB“ zu, wie sich Nancy America, Dream de Nilrem und Divine Mesloise in kurzer Folge an der Spitze ablösten. Durch den zweiten Bogen machte er in dritter Spur Ernst und übernahm, kaum dass die Startstelle erneut passiert war, seinerseits das Kommando. Die mittlerweile nach außen lancierte Nancy America bekam so den Kopfwind der Außenspur zu spüren, was Franck Nivard taktisch gar nicht schmeckte. Er beorderte die gebürtige Schwedin hinter Divine Mesloise ins innere Versteck, so dass nun Volcan du Garabin vor Coach Franbleu, einer der Entdeckungen des Winters, der Part des äußeren Anführers anheimfiel. Von all diesen taktischen Scharmützeln blieb Looking Superb (Foto: Letrot.com) unberührt, nahm im Schlussbogen geschwind die Beine in die Hand, fegte wie ein Strich einem mit sechs Längen turmhoch überlegenen Sieg entgegen und bestätigte einmal mehr die superbe Meinung, die Bazire, der sich den Luxus leisten konnte, nach außen und innen bzw. links und rechts freundlichst zu grüßen, bereits nach den ersten Trainingseinheiten im Herbst von dem damals noch nicht mal 100.000 Euro reichen Braunen mit der langen, breiten Blesse gewonnen hatte. Bei inzwischen 395.872 Euro ist der Hengst weiterhin bestens unterzubringen und sollte diese Marke, legt man die gezeigte Frische zugrunde, rasant ausbauen.

Durch Divine Mesloise‘ Aussetzer an der letzten Ecke wurde der Weg dann doch noch früh frei für Nancy America. Gegen Looking Superb war alles, was die Revenue-Tochter versuchte, vergebene Liebesmüh‘, den Ehrenplatz gegen die Kopf an Kopf fightenden Beau de Grimoult und Coach Franbleu hatte sie jedoch sehr übersichtlich früh im Sack. Mit Super Fez bunkerte wenigstens einer der vier Mitstreiter des Siegers als Fünfter etwas Kleingeld. „Das lief wie erhofft. Ein kurzer Zwischenspurt, die Kommandoübernahme war perfekt und der Rest ein Kinderspiel; ein bisschen auf Hochtouren kam Looking Superb lediglich auf den letzten 500 Metern“, griente Bazire spitzbübisch, packte seine Siebensachen und entschwand mit seiner Equipe nach Hause; mehr Starter hatte er nämlich nicht mitgebracht für den ersten bedeutenderen Renntag der Saison in der Hauptstadt der Mayenne (Foto: Equidia).

Grand Prix du Conseil Départemental de la Mayenne (int., Fünf- bis Zehnjähr.)

2850m Bänderstart; 25m Zulage 254.000, 50m ab 481.000 Euro; 55.000 Euro

1.      Looking Superb              2875   13,1     Jean-Michel Bazire               15

         6j.br. Hengst von Orlando Vici a.d. Classical Pine von Silver Pine

         Be: Ann Kristin & Kolbjörn Selmer, NO; Zü: Ingar Hagen, NO; Tr: Jean-Michel Bazire

2.      Nancy America            

3.      Beau de Grimoult       

4.      Coach Franbleu          

5.      Super Fez                   

6.      Dream de Nilrem      

7.      Allegro Nonantais      

8.      Dexter Fromentro          

9.      Calaska de Guez          

10.    Be Mine de Houëlle   

11.    Barrio Josselyn          

12.    Abydos du Vivier         

         Divine Mesloise             

         Black Jack From          

         Volcan du Garabin       

         Cobra Bleu                  

2850   14,1     Franck Nivard                        

2875   13,6     Franck Anne

2875   13,6     Yoann Lebourgeois           

2875   13,8     William Bigeon                   

2850   14,5     Alexis Prat 

2850   14,5     Matthieu Abrivard             

2900   13,6     Pierre Levesque               

2850   15,1     Nicolas Bazire                     

2900   14,3     Loïc Guinoiseau  

2900   14,4     Ludovic Mollard  

2900   14,4     François Lagadeuc            

2850   dis.r.    Alexandre Abrivard            

2850   dis.r.    Eric Raffin                            

2850   dis.r.    Lorenzo Donati                                                 

2875   dis.r.    Pierre Vercruysse                                      

74

826

126

855

440

1332

1058

534

2455

1841

380

113

109

1276

318

Sieg: 15; Richter: überlegen 6 - 2½ - k.Kopf - 1½ - 1½ - Hals; 16 liefen

Wert: 24.750 - 13.750 - 7.700 - 4.400 - 2.750 - 1.100 - 550 Euro

Link zum Rennvideo: https://www.letrot.com/fr/replay-courses/2019-03-13/5305/1