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Farolfi und Baroncini - die Herren der dreijährigen Dinge
20. Juni 2022

Turin, Samstag, 18. Juni 2022. Andere Stelle, gleiche Welle oder: Das nennt man wohl Konstanz. Noch sind es rund drei Monate, bis in den Vorläufen zum Derby Italiano del Trotto die Karten unmissverständlich auf den Tisch des römischen Hauses gelegt werden müssen, doch bislang läuft’s für Mauro Baroncinis Equipe hervorragend.

Er hatte nicht zu viel versprochen, Dimitri Ferm, der die erste klassische Gruppe-I-Vorprüfung am 15. Mai in Modena locker eingeklinkt hatte, und Due Italia, die in der entsprechenden „Filly“-Abteilung die Nase nicht minder überzeugend vorn hatte, hätten seither im Training in jeder Hinsicht überzeugt.

„Ich bin für den Einsatz heute Abend (gestartet wurden der Gran Premio Nazionale bzw. die „Filly“-Riege um 22.10 bzw. 21.10 Uhr) sehr zuversichtlich, denn beide haben exzellente Startplätze erwischt. Und dann ist da ja noch Denver Gio, der nach Modena, wo er nicht so durchzog, nicht mehr gestartet ist und die nötige Frische getankt hat, die ihm heuer schon zwei Gruppe-III-Treffer beschert hat.“

Der Wunsch des Trainers, es ausweislich der guten Abflugrampen möglichst von vorn zu versuchen, war Vollstrecker Andrea Farolfi in der Damen-Riege, für die es „nur“ um 66.000 Euro ging, schon mal Befehl. Wie der Wind flog Due Italia von Rampe „4“ in Front, was ihr umso leichter fiel, als Divina Trio (1) nur schwerfällig und Diva Indal (2) im gestreckten Galopp in Gang kamen.

Hinter der Adrian-Chip-Tochter ordnete sich Diletta Axe (3) ein, den Part der äußeren Anführerin bekam die mit Björn Goop liierte Walner-Tochter Doyourbest vor Duck Jet und Delicious Gar aufgedrückt, hielt jedoch respektvollen Abstand zu Due Italia. Die ließ bei kernigem Tempo auch im Schlussbogen niemanden ernsthaft in ihre Nähe, verabschiedete sich in überlegener Manier auf vier Längen zum dritten Sieg aus 15 Versuchen und baute ihr Konto auf 80.222 Euro aus.

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(Foto: equos.it)

Goldrichtig verfahren war Alessandro Gocciadoro, der seine Delicious Gar stur hinter Doyourbest gehalten hatte, als Michele Raimo in der „ultima curva“ Gefühle bekommen und in dritter Linie attackiert hatte. Weiter kam Duck Jet dort nicht, sondern fiel wie eine lahme Ente rasch wieder zurück. Die Meter, die die von Father Patrick gezeugte Delicious Gar gespart hatte, halfen ihr im zähen Gefecht um den Ehrenplatz gegen die Kopf an Kopf raufenden Diletta Axe (von Muscle Hill) und Doyourbest.

Gran Premio Nazionale - Filly - (Gruppe II nat., dreij. Stuten)
1600m Autostart, 66.000 Euro
1.    Due Italia    12,0    Andrea Farolfi    28
    3j.br. Stute von Adrian Chip a.d. Unique Grif von Varenne
    Be : Scud. W. Giovane Italia Srl ;  Zü: Paolo Santulli; Tr: Mauro Baroncini
2.    Delicious Gar    12,6    Alessandro Gocciadoro    26
3.    Diletta Axe    12,6    Andrea Guzzinati    44
4.    Doyourbest    12,6    Björn Goop    64
5.    Daughter As    12,7    Vincenzo-P. dell’Annunziata    704
6.    Divina Trio    12,8    Marco Stefani    120
7.    Daytona di Cecco    12,9    Pietro Gubellini    227
8.    Daytona Roc    13,1    Santo Mollo    208
9.    Duck Jet    13,5    Michele Raimo    924
    Diva Indal    dis.r.    Rene’ Legati    270
    Donnavittotira Par    dis.r.    Gaspare Lo Verde    643
    Dorothy Bar    dis.r.    Enrico Bellei    192
Sieg: 28; Richter: leicht 2 - 3 Längen; 12 liefen
Wert: 27.600 - 13.200 - 7.200 - 3.600 - 2.400 sowie 12.000 Euro Züchterprämie

Volle Kontrolle

Es sollte im „offenen“ Gran Premio Nazionale um üppige 154.000 Euro, in den sich keine Signorina wagte, nach identischem Rezept sogar noch ein bisschen besser kommen für die Herren Baroncini und Farolfi. Auch Dimitri Ferm hatte von der exzellenten Rampe „3“ keinerlei Probleme, resolut vor Dubhe Prav das Zepter an sich zu reißen.

Niemand wagte ernsthaft, am für seine Züchter, die Scuderia Dream Ferm, ins Geschirr steigenden Nad-Al-Sheba-Sprössling sein Mütchen zu kühlen, so dass es Farolfi vergleichsweise geruhsam angehen lassen konnte. In dem taktischen Match erstickte er eventuelle Ambitionen der Rivalen ab 700 Meter vorm Ziel mit einer kernigen Tempoverschärfung im Keim, setzte sich mühelos auf zwei Längen vom erstmals auf Gruppe-Niveau aktiven Dubhe Prav (von Robert Bi) ab und ist nun bis auf Weiteres die klare Nummer eins im „D“-Jahrgang.

Mit acht Siegen aus 15 Versuchen und 173.306 Euro auf dem Kerbholz, von denen 128.800 aus den beiden Klassikern in Modena und Turin stammen, kann er den weiteren Versuchen der Konkurrenz entgegensehen, an seinem Thron zu rütteln.

Auch bezüglich seiner zweiten Waffe behielt Baroncini recht: Denver Gio (von Southwind Frank), der sich heuer bereits Gruppe-III-Schärpen in Bologna und Padua einverleibt hatte, zeigte sich von der letzten Schlappe prächtig erholt und sicherte Platz drei und 16.800 Euro vor dem von Sébastien Guarato trainierten Deus Zack und Cindy Truppos kleinem Bruder Diamond Truppo.

Gran Premio Nazionale (Gruppe I nat., Dreijährige)
2100m Autostart, 154.000 Euro
1.    Dimitri Ferm    14,0    Andrea Farolfi    17
    3j.schwbr. Hengst von Nad Al Sheba a.d. Tracy Chapman von Goetmals Wood
    Be / Zü: Scud. Dream Ferm; Tr: Mauro Baroncini
2.    Dubhe Prav    14,2    Santo Mollo    89
3.    Denver Gio    14,5    Antonio Simioli    82
4.    Deus Zack    14,5    Vincenzo-P. dell’Annunziata    229
5.    Diamond Truppo    14,6    Enrico Bellei    55
6.    Danger Bi    14,7    Maurizio Biasuzzi    62
7.    Decimomeridio GPD    15,2    Roberto Vecchione    315
8.    Dardo Zack    15,6    Andrea Guzzinati    318
9.    Diabolic Nap    17,1    Antonio di Nardo    330
    Dakovo Mail    dis.r.    Romolo Ossani    291
    Dundee As    dis.r.    Alessandro Gocciadoro    183
    Daino Toscano Key    dis.r.    Antonio Greppi    356
Sieg: 33; Richter: leicht 2 - 3 - k.Kopf - k.Kopf - 1 - Hals Länge; 12 liefen
Wert: 64.400 - 30.800 - 16.800 - 8.400 - 5.600 sowie 28.000 Euro Züchterprämie