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Deutscher Rekord in Jägersro
13. Mai 2022

Man traute seinen Augen kaum, als die Zeitmessung nach dem 5. Rennen der Jägersroer Abendveranstaltung am Mittwoch 1:09,6 anzeigte. Handelte es sich doch um ein mit rund 9.000 Euro dotiertes „Allerweltsrennen“ für die Klasse bis 420.000 (rd. 41.000 Euro) Gewinnsumme.

Ausgelöst wurde der Timer vom 110:10-Außenseiter Hidalgo Heldia, der dafür offenbar nicht mal an seine Grenzen gehen musste. Conrad Lugauer hatte die Peitsche längst geschultert und sich für die Fotografen in Pose gesetzt. Zu deutlich war der Vorsprung auf die von Loyal Cash (1:11,0) angeführte Konkurrenz, die Hidalgo Heldia im Schlussbogen aus den Augen verlor, als Conni Lugauer das ohnehin stramme 10er Tempo auf 1:08,5 für die letzte Halbe verschärfte.

Ein Blick in die Rekordlisten offenbarte, dass Hidalgo Heldia gleich drei deutsche Bestmarken brach bzw. egalisierte. Er ist seit Mittwoch schnellster deutscher Fünfjähriger (bisher For Pleasure As 1:09,7), schnellster deutscher Wallach (bisher Jairo und Dreambreaker 1:09,8) und - gemeinsam mit Classic Grand Cru - auch Inhaber des absoluten deutschen Rekords. Der Hanke-Schützling war im Elitloppet 2012 ebenfalls 1:09,6 schnell und muss sich diese Marke nach zehn Jahren nun mit Hidalgo Heldia teilen.

Der surreal anmutende Rekordlauf passt irgendwie in die Vita von Hidalgo Heldia. Geboren wurde er im Mai 2017 bei seinem holländischen Züchter Henricus T.P. Opstals als Sohn von Raja Mirchi und der Ganymede-Tochter Lady Heldia, die mit Ginger Heldia und Mister Ed Heldia bereits zwei erstklassige Produkte gebracht hatte.

Im Jährlingsalter wechselte Hidalgo Heldia in den Besitz von Hans-Ulrich Bornmann (Stall Habo), der den Hengst in seine damals noch von Patricia van der Meer und Martin de Haan betreute Schweden-Abteilung überstellte.

Der Quali in Solvalla am 1. April 2020 (1:17,1/2140 Meter) folgte aus dem Stand eine vierfache Siegesserie, die sich rasch auch in Deutschland herumsprach, zumal der Dreijährige eine Derbynennung für Berlin besaß.

Mehrere namhafte Besitzer boten für Hidalgo Heldia, den Zuschlag erhielten schließlich Thorsten Weck und Roger Wittmann, dessen Neuerwerbung zum Blauen Band in den blauen Catch-Glory-Farben antrat. Pippo Gubellini, den man als Fahrer verpflichtet hatte, ließ sich auf ein Duell mit dem zweiten Favoriten Jonny Hill ein, das beide teuer bezahlen mussten und am Ende des Feldes eintrudelten.

Der kometenhafte Aufstieg von Hidalgo Heldia war damit jäh gestoppt, denn auch die zwei noch folgenden Starts in der Derbysaison verliefen enttäuschend. Es folgte eine lange Pause, während der man Hidalgo Heldia kastrieren ließ. Erst im August 2021 kam der mittlerweile Vierjährige wieder heraus, bot gleich zwei gute Ansätze, bevor er in der Derby-Revanche Schiffbruch erlitt und wieder von der Bildfläche bzw. in den Besitz der schwedischen Easy KB verschwand.

Der Großbesitzer aus Uppsala weiß nicht weniger als 400 Startpferde sein Eigen, verteilt auf verschiedene Trainer. Hidalgo Heldia landete bei Conni Lugauer, der ein halbes Jahr „bastelte“ und ihn erst am 8. April 2022 in Åby herausbrachte - im Galopp. Zwei Wochen später folgte in Solvalla eine weitere fehlerhafte Vorstellung, doch war Rang zwei in 1:14,1/2140 Meter zu Michael Nimczyks Brady bereits ein klarer Fingerzeig.

Conrad Lugauer blieb mutig, bot ihn am Mittwoch „barfuß“ und erstmals im US-Sulky auf. Es folgte eine sensationelle Flugshow, mit der selbst der Trainer nicht gerechnet hatte. „Ich bin selbst überrascht, wusste aber um sein Können. Für seine Klasse besitzt er Überkapazitäten.“ Dies wird auch den Machern in Solvalla nicht entgangen sein, die Deutschlands Schnellsten sicher gerne am Elitloppet-Wochenende sehen würden.

Hier zur aktualisierten Liste deutscher Rekorde:

https://www.mein-trabrennsport.de/Der-Traber/Deutsche-Rekorde-aktuell