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Auf bestem Weg zum Elitloppet?
14. Februar 2020

Kein Wunder, dass Elian Web, Finnlands derzeit bestes Pferd und schon als Starter für den Elitloppet 2020 angepriesen, am ersten V75-Finaltag des Jahres für 16:10 so etwas wie der Betonpfeiler vieler Königswetten war, zumal im Bulwarks Lopp die Ausgangslage exzellent war. Mit „Beschleunigungs-Weltmeister“ Jorma Kontio an den Leinen war es für den Wallach kein Problem, von der „4“ an die Pole Position zu flattern. Einzig Disco Volante forderte ihn kurzfristig. Ulf Ohlsson sah frühzeitig das Aussichtslose seines Unterfangens ein und wollte den aktuell zweifachen Gulddivisionen-Sieger noch vor Erreichen der ersten Biege innen einparken. Dort nagelte jedoch VästerboontheNews das Loch konsequent zu, so dass dem Melander-Trainee die Todesspur nicht erspart blieb.

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Elian Web und Jorma Kontio (Foto: travnet.se)

Schwedens Champion war heilfroh, als Marc Elias aus dem fünften Paar außen Gareth Boko in Marsch setzte und ihn in der zweiten Kurve aus der misslichen Lage erlöste. Volle Hände begann Elias nach 1500 Metern, das Finnen-Duo auf Herz und Nieren zu prüfen - und biss gründlich auf Granit. An der letzten Ecke war Gareth Boko mit seinem Latein komplett am Ende, was Carl Johan Jepson umgehend nutzte, VästerboontheNews in den Ring zu werfen. Nur kurz sah es so aus, als solle der Zwölfjährige Elian Web am Zeug flicken können. Zwei, drei Zupfer Kontios genügten - schon nahm der Like-A-Prayer-Sohn aus dem 19-köpfigen Lot der seit kurzem bei Stockholm ansässigen Katja Melkko die Beine in die Hand und verabschiedete sich leichtfüßig auf zwei Längen. Mit Narold Vox und Monark Newmen landeten zwei weitere Longshots, die durchweg innen unterwegs waren, auf den Plätzen drei und vier.

„Absolut unglaublich. Ich denke, er ist derzeit besser als je zuvor. Es wäre ein Traum, ihn noch einmal im Elitloppet zu sehen“, kommentierte die glückstrahlende 42-jährige Katja Melkko, die sich seit kurzem einen weiteren Traum erfüllt und in Solvalla lizensiert ist: „Es war immer mein Wunsch, meine Pferde nahe der besten Traberadresse Europas zu betreuen“, so die gebürtige Finnin. Ihr weitaus prominenterer Landsmann kennt Schweden schon seit Jahrzehnten und hätte gegen einen Elitloppet-Start nichts einzuwenden: „Elian Web hat sehr leicht gewonnen und war im Ziel kein bisschen müde. Er hat trotz seiner acht Jahre noch nicht so viele Rennen bestritten (dies war sein 60. Start, von denen er 24 und 6.575.867 Kronen gewonnen hat/Anm.d.Red.) und ist auf dem Gipfel seines Könnens. Das muss er auch sein, sollte es Ende Mai tatsächlich gegen die besten Sprinter der Welt gehen“, resümierte der 66-jährige Kontio. Dann sollte es tunlichst besser von der Hand gehen als 2017, als der Wallach bereits im Vorlauf ausgeschieden war.

Bulwarks Lopp - Gulddivisionen - (int.)
2140m Autostart, 589.000 SEK
1.    Elian Web    12,5    Jorma Kontio    16
    8j.dklbr. Wallach von Like A Prayer a.d. E L Dolly von Conway Hall
    Be: West Breeding Oy; Zü: Talli Webbie; Tr: Katja Melkko

2.    VästerboontheNews  
3.    Narold Vox   
4.    Monark Newmen    
5.    Olle Rols  
6.    Gareth Boko    
7.    Super Zantos  
8.    Snowstorm Hanover   
9.    Disco Volante    
10.  West Wing   
11.  Baron Gift 
12,7    Carl Johan Jepson    
12,8    Mats Djuse    
12,9    Erik Adielsson    
12,9    Peter Ingves    
13,0    Marc Elias    
13,3    Ante Lisell    
13,4    Örjan Kihlström    
13,5    Ulf Ohlsson    
13,6    Oskar Kylin Blom    
13,8    Rickard Svanstedt   
529
757
551
165
61
1084
178
54
1038
224

Sieg: 16; Richter: leicht 2 - 1 - ¾ - ¾ - 1 Länge; 11 liefen (NS Digital Ink / Husten)
Zw-Zeiten: 10,8/500m - 12,6/1000m - 12,5/2000m - 13,3/letzte 500m
Wert: 300.000 - 150.000 - 68.000 - 33.000 - 19.000 - 11.500 - 7.500 SEK

Marc Elias‘ Doppelschlag

Bestens vertreten von seinem Sohn wurde der weiterhin wegen seiner Ellenbogenverletzung pausierende Conrad Lugauer. Marc Elias ließ sich mit Il Duce Boko in der Klass II von Startplatz „8“ nicht kirre machen, parkte den fünfjährigen Muscle-Hill-Sohn nach 800 Metern an der Flanke des vermeintlich stärksten Herausforderers Global Venture und massierte diesen ab 400 Meter vorm Ziel bis zur Erschöpfung. Trotz Todesspur setzte sich der Wallach leicht um eine Länge ab und kassierte nach 1:14,3/2140m für den siebenten Sieg aus zehn Starts 220.000 SEK. „Beeindruckend, wie der Duce das macht. Es ist eine Augenweide, ihn laufen zu sehen. So einfach ist’s ja nicht, in Solvalla ein Finale zu gewinnen. Wenn er sich weiter so entwickeln, kann er weit kommen“, brachte Lugauer die Sache auf den Punkt.

Harran Boko

Harran Boko und der zweifache Tagessieger Marc Elias (Foto: sulkysport.se)

Es sollte für das Team Lugauer noch besser kommen, obwohl ihm die Losfee auch um „Silver“ übel mitgespielt und Harran Boko die „12“ zugeschustert hatte. Ewig war Marc Elias mit dem Maharajah-Sohn Laternenträger, während Doctor Doxey Zenz zügig die Spitze übernahm und sich zeitweise auf 25 Meter absetzte. Das stellte die Verfolger Niky Flax innen und Hawk Cliff außen vor unerwartet massive Probleme. Auch der gute „Doctor“ war an der letzten Ecke von einem ganzen Rudel gestellt und passierte den Zielstrich tatsächlich als Letzter. Die Show spielte sich vor 2.736 Zuschauern an den Außenrails ab, wo Harran Boko wie ein Ferrari gegen schwerfällige Limousinen am gesamten Feld vorbeiraste. Ab 50 Meter vorm Pfosten jubelte Elias über des Sechsjährigen 14. Sieg aus lediglich 33 Engagements, dessen Konto zwei Längen voraus nach 1:13,3 auf 1.442.303 Kronen sprang.

„Was blieb mir mit dieser Startnummer anderes übrig als abzuwarten und zu hoffen, dass die Anderen sich mit einer Höllen-Pace um Kopf und Kragen fahren. Genau so kam es“, spielte Elias seinen coolen Part bescheiden herunter und holte bereits seine vierte V75-Schleife in der noch jungen Saison ab. „Es gibt wahrscheinlich im weiten Rund niemanden, der stolzer ist als ich. Meine Pferde, mein Team - sie sind momentan schwer zu bezwingen“, stand Conni Lugauer nach dem Doppelschlag Rede und Antwort.

Auch die beiden Habo-Traber Hector Boko und Volare Gar waren fürs Finale der Klass I, nach Anzahl erster und zweiter Plätze aus den letzten fünf Aufgaben das bestbestückte aller V75-Rennen, bei der Startplatz-Auslosung nicht mit Fortuna im Bunde. Hector Boko fand an der „10“ keinen Gefallen, kam beim Beschleunigen des Startautos schwer aus dem Takt und wurde mit der roten Karte ausgemustert. Volare Gar (11) verschrieb Ulf Ohlsson einen Monsterritt, der ihn über Spur drei nach 1100 Metern an die Seite des führenden Devs Dragon führte. Das war dem Fuchs eindeutig zu viel, der 600 Meter vorm Ziel das Handtuch warf und als Achter ins Ziel schlich. Als Devs Dragon mit dem sicheren Sieg vor Augen 100 Meter vorm Ziel in Galopp fiel, nutzten Atik D.L. und Carl Johan Jepson die unverhoffte Chance eiskalt und gewannen aus der Todeslage hauchdünn gegen Hobby de l’Iton, der sich wegen des galoppierenden Tempomachers nicht frei zu entfalten vermochte.

V75-1 (Sto-Elit):   
V75-2 (Klass II):  
V75-3 (Guld):  
V75-4 (Diam-Sto):  
V75-5 (Silver):   
V75-6 (Klass I):   
V75-7 (Brons):   
Ultra Bright / Erik Adielsson    
Il Duce Boko / Marc Elias    
Elian Web / Jorma Kontio    
Aura S.L. / Jorma Kontio    
Harran Boko / Marc Elias    
Atik D.L. / Carl Johan Jepson    
Remarkable Feet / Jörgen Westholm   
59
42
16
31
94
43
351

Umsatz V75: 99.806.464 SEK
1. Rang: 295,1 Systeme à 146.585 SEK
2. Rang: 583 SEK
3. Rang: 52 SEK

Umsatz Top-7 (Silver): 1.800.873 SEK

Vor den V75-Prüfungen konnten die in Schweden geborenen Drei- und Vierjährigen über je 2140 Meter kräftig vom üppig gedeckten Prämientisch naschen. Im ersten Durchgang von Margaretas Tidiga Unghästserie gab es wie in den Jahren zuvor auf sechs Prämien verteilt je 600.000 Kronen für den einheimischen Nachwuchs zu gewinnen. Weitere Runden stehen am 28. März, 6. Mai und 30. Juni an, so dass das von Margareta Wallenius-Kleberg, Chefin der weltberühmten Menhammar Stuteri, vor drei Jahren ins Leben gerufene Projekt ein Volumen von insgesamt 9,6 Millionen Kronen Preisgeld umfasst.

Der Auftakt war den den dreijährigen Ladys vorbehalten, bei denen sich Florist für die umsichtige Steuerung durch Kevin Oscarsson mit feinem Endspurt bedankte, der ihr nach 1:15,6 den vierten Treffer beim fünften Auftritt bescherte. Oscarsson hielt die Fuchsstute aus dem harten Führungsdreikampf heraus, bei dem sich Miss Halima von der „1“ durchsetzte, und ehe sich’s die Anderen versahen, war der Platz im Windschatten der Leaderin von ihr besetzt. Bei durchgehend hohem Tempo kam die Wellino-Boko-Tochter in der Schlusskurve passend heraus, ließ die völlig erschöpfte Miss Halima links liegen und überstand auch die finale Herausforderung durch Quantal Quetzal und Trainingsgefährtin Aperfecttric mit einer Länge. Ihr Konto verdoppelte sich auf 625.500 Kronen.

Mit 1:16,8 ging’s bei den 2017 geborenen „Jungs“ wesentlich langsamer zur Sache, was vor allem daran lag, dass sich 31:10-Chance Jeppas Unplugged als Spitzenreiter nie irgendwelcher Angriffe ausgesetzt sah und die ersten 1500 Meter in 1:18,4 abbummelte. Kaj Widell hatte mit dem The-Bank-Sohn richtig spekuliert und hielt in der schneidigen Endphase seinen steten Verfolger Neutron Håleryd für den zweiten Karriere-Sieg mit einer Länge in Schach.

Dass am Vorabend bei der Hästgalan der Jim Frick:s Pris für Nachwuchstrainer an den Richtigen gegangen ist, unterstrich Daniel Wäjersten bei den vierjährigen Stuten, die maximal 250.000 Kronen gewonnen haben durften. Mit der „12“ schlecht bedient, entwickelte sich das Match für den 29-jährigen aus Bergsåker dennoch gut, weil Erik Adielsson mit Favoritin Super Sarah von der „4“ (!) aus dritter Spur nicht wegkam und die Brad-de-Veluwe-Tochter bis an die letzte Position zurücknahm. Von dort langte es in einer Kampankunft nur für Platz fünf. Ab 700 Meter vor Schluss bekam Musett af Djupmyra in dritter Spur in Cutaway eine erstklassige Lokomotive, setzte sich für 141:10 um 1½ Längen sicher durch und machte in 1:15,1 aus 238.500 Kronen deren 538.500.

Viel nervenschonender war das Pendant der Hengste und Wallache, das Jorma Kontio  Start-Ziel mit Mellby Hoffa dominierte und nur darauf erpicht war, den hinter ihm auf eine Lücke lauernden Four Guys Dream (III.) festzunageln, was ihm in Kooperation mit dem nach 900 Metern an seine Seite dirigierten The Gambler (II.) trefflich gelang. Nach 1:15,7 war das Spiel aus und das Konto des von Going Kronos gezeugten Nurmos-Schützlings mit dem sechsten Sieg aus neun Versuchen auf 516.500 Kronen geklettert.