++ Die Termine der Amateur-Europameisterschaften 2024 stehen: Die Amazonen sind am 28. April auf Malta im Einsatz, die Herren am 15. und 16. Juli in Belgien - Julia Holzschuh und Peter Platzer vertreten Deutschland ++ ++ Heute: Team Neuhofs River Flow in Neapel Nichtstarter ++ ++ Freitag: Sieben Rennen, davon sechs für die PMU, in Hamburg - Beginn 10:51 Uhr ++ ++ Samstag: Maximilian Schulz mit Neuerwerbung Hawai Song bei der PMU-Matinée in Wolvega (11:15 Uhr) ++ ++ Sonntag: Vier PMU- und vier Rahmenrennen in Mariendorf ab 11:00 Uhr ++ ++ Sonntag: Prix de Paris über 4150 Meter in Vincennes mit Vorjahressiegerin Ampia Mede SM, aber ohne Idao de Tillard ++
Natürlich Idao de Tillard
03. Dezember 2023

Vincennes, Samstag, 2. Dezember 2023. Zwei mit 120.000 Euro dotierte Gruppe-II-Prüfungen waren die letzten Appetitanreger für den Sonntag, wenn es erstmals während dieses Winter-Meetings voll werden wird auf dem Plateau de Gravelle zu den Finals des Grand National du Trot sowie der Drei-, Vier- und Fünfjährigen aus den Open Tots des Régions.

Nichts, aber auch gar nichts anbrennen ließ auf seinem Weg zum Prix d’Amérique 2024 im Prix Doynel de Saint-Quentin für die Fünfjährigen der Tipp dieses Wochenendes. Auf den geforderten 2.850 Meter legte Clément Duvaldestin mit Idao de Tillard nicht die geringste Spur von Eile an den 4 Grad kalten Spätnachmittag und ließ Capital Mail, der sich ganz außen eindrehend rasch vor Cash Bank Bigi, Imhatra Am und Idéal Ligneries die Regie geschnappt hatte, mal machen.

Auch als Léo Abrivard mit der zweimal in Folge von Idao de Tillard auf den Ehrenplatz verfrachteten Inmarosa eingangs des Bogens von Joinville zum Kommandeur wurde, blieb Duvaldestin eisgekühlt im Windschatten von Ibiki de Houelle und Instrumentaliste, die Spur zwei beackerten. Erst bergauf ließ der 12:10-Favorit ein wenig die Muskeln spielen, robbte sich in dritter Spur in vordere Gefilde und zog die Schwedin Imhatra Am mit.

Ernsthaft arbeiten musste der perfekt in den Bögen liegende Modellathlet nur auf den finalen 250 Metern, als ihm sein junger Chauffeur den Kopf freigab. Der Séverino-Sohn beschleunigte auf unauffällige Handzupfer, und obwohl es letztlich nur eine Dreiviertellänge war, die ihn vom speedigen Idéal Ligneries trennte, kam der 26. Sieg aus 36 Versuchen völlig unaufgeregt unter Dach und Fach.

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Foto: geny.com

Gut dabei blieb die Muscle-Hill-Tochter Imhatra Am, die Inmarosa um eine halbe Länge auf Rang vier verwies. Drei Längen zurück schleppte Cash Bank Bigi den Rest ins Ziel, von dem speziell Capital Mail krass enttäuschte und als Letzter eintrudelte.

Mit 1.366.430 Euro wird Idao de Tillard die nächste Aufgabe in Angriff nehmen: den Prix Ténor de Baune am Heiligen Abend, in dem für den Sieger nebst 90.000 Euro ein Freifahrtschein zum Prix d’Amérique auf dem Gabentisch liegt.

Thierry Duvaldestin, nicht nur der Vater Cléments, sondern als Trainer auch dieses Sieges, war zufrieden: „Wir haben uns für eine andere Taktik entschieden, nämlich ihn von hinten einzusetzen. Das konnten wir uns gegen diese Rivalen, die ja doch eine Nummer kleiner waren als sonst, leisten. Er gewann völlig problemlos und lag bei dem eher betulichen Tempo ohne Kopf-, aber mit Seitenstange perfekt in den Bögen. Die Arbeit war rasch erledigt, auf den letzten Metern hat er sich bereits entspannt. Er ist ein kluger Bursche, der seinen Job genau kennt.“

Thierry mit neuem Rekord

Für den 52-jährigen war es ein denkwürdiger Tag. Kahina de Fael landete mit Matthieu Chadeyron im fernen Angers um 12.45 Uhr für ihn den 240. Trainersieg dieser Saison, womit seine alte französische Bestmarke aus dem Jahr 2021 mit 239 „Schleifen“ Geschichte war. Idaos glanzvoller Erfolg war Nummer 241; 29 Tage hat der Erfolgscoach Zeit, den Rekord auszubauen.

Prix Doynel de Saint-Quentin (Gruppe II int., fünfj. Hengste & Stuten)

2850m Bänderstart o.Z., 120.000 Euro

1.      Idao de Tillard            13,4     Clément Duvaldestin          12

         5j.br. Hengst von Séverino a.d. América de Tillard von First de Retz

         Be: Cyriel Sevestre; Zü: Ecurie Chaunion; Tr: Thierry Duvaldestin

2.      Idéal Ligneries           13,4     François Lagadeuc           150

3.      Imhatra Am                 13,5     Alexandre Abrivard           400

4.      Inmarosa                     13,5     Léo Abrivard                         83

5.      Cash Bank Bigi          13,8     Franck Nivard                     260

6.      Instrumentaliste         13,9     David Thomain                  160

7.      Ibiki de Houëlle          14,3     Anthony Barrier                  730

8.      Capital Mail                14,5     Gabriele Gelormini            170

         Inshore                        dis.r.    Laurent-Claude Abrivard 840

Sieg: 12; Richter: leicht ¾ - ¾ - ½ - 3 - 2½ Längen; 9 liefen (NS Idéal du Pommeau / Gleichbein-Bruch hinten links)

Zw-Zeiten: 13,9/1350m - 14,4/1850m - 13,9/2350m

Wert: 54.000 - 30.000 - 16.800 - 9.600 - 6.000 - 2.400 - 1.200 Euro

Video: https://www.letrot.com/courses/2023-12-02/7500/8

Kapaula killt die Levesques

Kolossalen Schiffbruch erlitt die bislang so stolz durch die dreijährigen Monté-Gewässer segelnde kleine Armada Thomas Levesques im über 2.175 Meter führenden Prix Raoul Ballière. Weder Kyt Kat, der den ersten Sattel-Klassiker seiner Generation, den Prix d’Essai, auf seine Kappe gebracht hatte, noch Kandora Bella, die für den „Stablemate“ im Saint Léger des Trotteurs zu Caen in die Bresche gesprungen war, spielten in der Abrechnung die geringste Rolle.

Den zügigen Takt gab Außenseiterin Kaleda Géma vor der im Bogen von Joinville ausfallenden Kélanie Lorraine vor und wurde mit Beginn des Anstiegs von Kapaula de l’Epine abgelöst. Dort ließ sich Kandora Bella als erste Kraft des Wettmarkts von Kobalt du Vallon durch die Außenspur ziehen und hatte selbst die am Totalisator nach zwei blitzsauberen Alltags-Monté-Siegen ähnlich optimistisch gehandelte Bazire-Vertreterin Kircie de Guez am Hacken, während Kyt Kat ein inneres Schonprogramm verschrieben bekam.

Das änderte sich im Schlussbogen, als der Dunkelfuchs nach außen in den Sog seiner Trainingsgefährtin lanciert wurde, jedoch wenig später mit seinem Latein total am Ende war. Nur unwesentlich weiter kam Kandora Bella, die in jenem Moment, als sie die fröhlich dahinstürmende Kapaula de l’Epine fast auf Augenhöhe hatte, den Rückzug antrat. So schwach hat man die sonst so endkampfstarke kleine Braune nie gesehen, die weit abgehängt lediglich auf Platz fünf landete.

Umso spektakulärer zog Kapaula de l’Epine ihren Marsch durch, bunkerte mit Eric Raffin ihren zweiten Halbklassiker nach dem Prix Louis Tillaye am 3. November - damals in Abwesenheit des Levesque-Duos - und schwang sich drei Längen vor Karla de Mai zur vorübergehenden Monté-Primadonna der Generation „K“ auf.  

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Foto: letrot.com

Die großgewachsene Stute, die auf der Jährlingsauktion in Caen für 1.500 Euro niemand haben wollte („Sie war von einem noch jungen, unbekannten Hengst aus einer Stute mit ziemlicher Streuung, was ihre Produkte betrifft“, so Züchter Hubert Sorieux.) - Jérémy-Gaston van Eeckhaute hat sie kurz danach für 1.500 Euro plus 1.000 Euro nach dem ersten Sieg erworben -, hat nun 181.190 Euro auf der Habenseite.

Prix Raoul Ballière - Monté - (Gruppe II nat., dreij. Hengste & Stuten)

2175m Bänderstart o.Z., 120.000 Euro

1.      Kapaula de l‘Epine      12,5     Eric Raffin                           78

         3j.br. Stute von Discours Joyeux a.d. Paula Jim von Cygnus d’Odyssée

         Be / Tr: Jérémy-Gaston van Eeckhaute; Zü: Hubert Sorieux

2.      Karla de Mai                  12,7     Guillaume Martin            130

3.      Kaisaria                          13,1     Laura Planchenault        440

4.      Kircie de Guez              13,2     Alexandre Abrivard           33

5.      Kandora Bella               13,5     Camille Levesque            29

6.      Kobalt du Vallon           13,5     Pierre-Yves Verva           620

7.      Kyt Kat                            13,7     Mathieu Mottier                  59

8.      Kaleda Géma                14,0     Benjamin Rochard         200

         Kélanie Lorraine           dis.r.    Paul-Philippe Ploquin    160

         Képi Del                         dis.r.    Adrien Lamy                    360

Sieg: 78; Richter: leicht 3 - 4 - 2 - 3 - ½ - 2 Längen; 10 liefen

Zw-Zeiten: 11,3/675m - 12,0/1175m - 12,6/1675m

Wert: 54.000 - 30.000 - 16.800 - 9.600 - 6.000 - 2.400 - 1.200 Euro

Video: https://www.letrot.com/courses/2023-12-02/7500/7