++ Billund: Voller Erfolg für Stall Hamburger Jungs Expensive Dust mit Birger Jørgensen in 1:17,2/2000 Meter Bänderstart ++ ++ Freitag: PMU-Matinee in Wolvega (ab 10:35 Uhr) - Stall Drensteinfurts Etorix mit Jochen Holzschuh im Trotteur Francais über 3100 Meter - Meilenprüfung u.a. mit U R Amazing, Inspector Bros, Mister F Daag, Ids Boko und Super Queen C ++ ++ Samstag: Pocahontas Diamant für M.S. Diamanten/van Dijk mit Federico Esposito im Gran Premio Citta di Montecatini gegen Zacon Gio, Arazi Boko & Co. ++ ++ Samstag: Neun Rennen (ab 15:00 Uhr) in Mönchengladbach, darunter vier Prüfungen der abgebrochenen Veranstaltung am Sonntag ++ ++ Sonntag: Buddenbrock-Rennen als Adbell-Toddington-Revanche mit Keytothehill (Heinz Wewering), Wild West Diamant (Robin Bakker) und Jonny Hill (Michael Nimczyk) - Stutenlauf mit Namanga Bo in der Hand von Pietro Gubellini - Weitere Läufe zur Gold-, Silber- und Newcomer-Serie ++ ++ Dienstag: PMU-Lunch in München mit neun Prüfungen ab 11:40 Uhr - Derby-Generalprobe vom Black Jack mit Rudi Haller ++
Millimeterarbeit des alten Giganten
21. November 2019

Die ATG kooperiert bekanntlich seit mehr als einem Jahrzehnt mit Norwegens Rikstoto. Beide haben den Unionskampen ins Leben gerufen, zu dem das „Hinspiel“ im Herbst in Färjestad, das „Rückspiel“ im Frühjahr in Momarken stattfindet. Und weil bei sonstigen Großereignissen im Land der Fjorde eine Fülle schwedischer Trainer und Fahrer sich an den dortigen Prämientöpfen laben will, wird die Königswette unter Federführung und Abrechnung der ATG immer wieder mal von langer Hand geplant ins erst seit dem 13. August 1905 von Schweden unabhängige Königreich verfrachtet. Der Kassensturz wird von der ATG getätigt, die mit 91 in beiden Ländern akquirierten Millionen (Schweden-)Kronen nur mäßig zufrieden gewesen sein dürfte.

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Nach perfekter Einteilung ist Gigant Invalley zur Stelle (Foto: travronden.se)

Zufrieden, ja obenauf waren nach dem Big Noons Pokallöp die Gastgeber, die in der obersten Spielklasse den Gästen ausnahmsweise mal kräftig eins auswischten. Und das in einem Endkampf, wie er mitreißender nicht hätte sein können und so manch einem trotz der nasskalten Witterung das Herz erwärmte. Der erst in diesem Jahr im zarten Alter von neun Jahren richtig in Schwung gekommene Gigant Invalley, der sich über Ostern bereits den Klosterskogen Grand Prix an seine Fahne geheftet hatte, ließ sich an der „1“ zunächst die Pole Position nicht streitig machen und verbannte Always on Time und Rafolo in seinen Windschatten. Noch kerniger ging allerdings von der „7“ Pastore Bob zur Sache und eroberte über Spur drei Mitte der ersten Kurve die Spitze. Johan Untersteiners Plan ging auch weiters voll auf, denn erst Test Drive, nach 600 Metern Radieux begnügten sich mit der Rolle des interessierten Begleiters, so dass der erste Kilometer bei mäßigen 1:13,4 lag.

Bjerke Interview

Gunnar Austevoll im Siegerinterview (Foto: trav365.no)

Alles easy also für den schnellen Pastore, der so viele Körner sparen konnte? Denkste, Puppe! 600 Meter vorm Ziel begann Cash Okay aus dritter Außenposition eine harsche Attacke, die ihn an die Seite des sofort das Tempo erhöhenden Leaders führte, während sich Radieux und Test Drive dezent nach hinten verkrümelten. Trotz des anspruchsvolleren Verlaufs gewann Erlend Rennesvik mit dem in Norwegen geborenen Ready-Cash-Sohn allmählich die Oberhand gegen den erbitterten Widerstand leistenden Pastore - und konnte doch nicht gewinnen. Im Windschatten der beiden Kampfhähne hatte Gunnar Austevoll richtig gepokert, fand für Gigant Invalley allen Raum der Welt, nach außen zu scheren und sich nachdrücklich einzumischen. Mit dem letzten Schritt machte der Gigant-Neo-Sohn mit dem achten Saisonsieg den Doppelschlag der norwegischen Adler perfekt und stemmte sein Konto auf 2.121.743 NKR; 994.874 davon hat er 2019 angeschafft.

War dieser Dreikampf nichts für schwache Nerven und Herzkranke, so ging es dahinter entspannter zu: Eine knappe Länge zurück spurtete Deep Sea Dream, der vor einer Woche in Eskilstunas Smedträffen Milligan’s School am Rande der Niederlage hatte, auf Platz vier vor den jeweils um zwei Längen getrennten Test Drive und Lover Face.

Big Noons Pokallöp - Gulddivisionen - (int.)
für die Vierjährigen, klinkte sich fünf Wochen nach Hamburgs Großem Preis von Deutschland das nächste große, mit 300.000 Kronen belohnte Ding ein und unterstrich Muscles Yankees bedeutende Rolle als hochqualifizierter „Stuten-Vater“. Die Mutter des seit Anfang Juli von Jerry Riordan gemanagten Braunen ist eine Tochter jenes Hengstes, der 2020 in Rente gehen wird. Jedoch: So einfach die Angelegenheit „achter Sieg“ auf dem Papier aussah, so schwierig, ja nahezu unlösbar entpuppte sie sich lange Zeit. Bis Mitte des Einlaufs dürften sich bei so manchem Wetter erhebliche Mengen an Schweißperlen auf der Stirn angesammelt haben, denn „das lief völlig anders als geplant. Als ich sah, dass wir trotz der ‚4‘ weit außen hängen bleiben würden, hab ich den Hengst zurückgenommen - und war auf einmal Letzter“, schilderte „Elfmeter-Schütze“ Rikard Skoglund die missliche Ausgangslage.

Zarenne Fas

Nach Hamburg nun Oslo: Zarenne Fas (Foto: trav365.no)

Ein Glück, dass das Feld durch die frühen Patzer Ibra Bokos (am Start) und Classichaps (in Front eingangs der ersten Kurve) auf einen „Achter“ geschrumpft war, bei dem Marcello Wibb von der „8“ vor Zarenne Fas‘ Trainings- und Reisekumpan Zabul Fi - der war in Hamburg Dritter - sowie Noble Superb den Steuermann gab. Außen produzierten sich MS Triple J und Patent Leather, die beiden Schützlinge Frode Hamres, vor Roofie, Dänemarks Derby-Sieger Dumbo und dann erst Zarenne Fas, dem allmählich die Felle wegzuschwimmen drohten. Skoglund zweites Glück: Er bekam, nachdem er kurz nach „Halbzeit“ in Spur drei schnupperte, in Patent Leather bald eine Lokomotive. Was der Varenne-Sohn auf den letzten 400 Metern abspulte, war dann Hollywood-reifes Kino. Selbst durch die vierte Schlussbogenspur war Zarenne Fas nicht aufzuhalten, tankte sich unbeirrt an die Spitze heran und machte sich nach zwei, drei Klapsen ab 100 Meter vorm Zielstrich endgültig zum souveränen Zwei-Längen-Sieg frei, der den Adrenalin-Ausstoß bei seinen Anhängern auf Normalmaß fallen ließ. Genauso übersichtlich hielt Patent Leather den Ehrenplatz gegen Norwegens Derby-Dritten Noble Superb fest, der seinerseits für „Bronze“ gegen MS Triple J. und Marcello Wibb mächtig ackern musste.

Skoglund

Rikard Skoglund: "Der beste Hengst, den ich je gefahren habe" (Foto: travronden.se)

„Ich bin ja nicht Örjan Kihlström, der Woche für Woche Pferde dieser Güteklasse steuern darf. Dies ist der beste Hengst, den ich in meiner Laufbahn je gefahren habe. Nach diesem Transport am Ende so leicht zu gewinnen - das schaffen nur Wenige. Er könnte einer für den Elitloppet 2020 sein, wenn Jerry es will“, sprudelte es aus dem 30-jährigen, in Bergsåker lizensierten Skoglund hervor. Der Trainer, durchaus ein Freund jovialer und optimistischer Worte, hängte die Latte (noch) deutlich niedriger. „Ein Schmarrn, jetzt schon vom Elitloppet zu reden. Ob der Hamburger und der heutigen Vorstellung werden wir die Ziele neu justieren. Lasst uns mal am 22. Dezember in Vincennes sehen, wie er sich im Critérium Continental gegen die besten Vierjährigen Europas aus der Affäre zieht. Wie es heute aussah, muss ich mir keine Sorgen machen.“ Sorgen machen muss sich auch Züchter und Besitzer Francesco Gragnaniello, ein neapolitanischer Immobilien-Anwalt, nicht, denn unter Riordans Regie läuft’s wie geschnitten Brot: Sechs Starts hat Zarenne Fas für den US-Amerikaner absolviert, ist immer auf dem Treppchen gelandet und hat in dieser Spanne 1.329.635 seiner 4.196.302 Kronen eingerannt.

Axel Jensens Minnelöp (int., Vierjährige)
1609m Autostart, 565.000 NKR
1.    Zarenne Fas    12,4    Rikard Skoglund    15
    4j.br. Wallach von Varenne a.d. Miss Muscle Fas von Muscles Yankee
    Be / Zü: Scud. Sa.Fra.Fas SRL, IT ; Tr: Jerry Riordan

2.    Patent Leather   
3.    Noble Superb  
4.    M.S. Triple J  
5.    Marcello Wibb   
6.    Zabul Fi
7.    Dumbo  
8.    Roofie   
       Ibra Boko  
       Classichap   
12,6    Frode Hamre   
12,9    Magnus Teien Gundersen   
13,0    Svein Ove Wassberg   
13,0    Johan Untersteiner   
13,2    Tom Erik Solberg   
13,2    Gordon Dahl   
14,5    Christoffer Eriksson   
agh.    Ulf Ohlsson   
dis.r.    Geir Mikkelsen   
77
278
217
128
156
316
241
111
470

Sieg: 15; Richter: leicht 2 - 2½ - ½ - Kopf - 1 - Hals; 10 liefen
Zw-Zeiten: 10,0/500m - 12,2/1000m - 12,5/letzte 500m
Wert: 300.000 - 150.000 - 60.000 - 30.000 - 15.000 - 10.000 NKR

Zweifach war „Deutschland“ in der abschließenden Bronsdivisionen vertreten, die mit 1609 Metern für den auf Langstrecken bewährten U R Amazing eindeutig zu kurz war. Ohnehin nur im Hintertreffen untergekommen, sprang der Wallach, der kürzlich in Momarken ein 4200-Meter-Rennen gewonnen hatte, eingangs der Zielgeraden im Bemühen um eine kleine Prämie zur roten Karte. Sehr viel besser versah sein unterwegs direkt vor ihm liegender Landsmann Hakon von Haithabu den Dienst. Ulf Ohlsson machte sich 600 Meter vor Schluss mit ihm auf den beschwerlichen Weg nach vorn und kämpfte die für den Takt verantwortliche Ursula Horse um einen „Hals“ nieder. Frische 125.000 NKR klapperten im Säckel des seit 14 Monaten für schwedische Interessen laufenden Wikingers.

V75-1 (Silver):
V75-2 (Klass II):  
V75-3 (Guld):  
V75-4 (4j.Sto):  
V75-5 (Klass I): 
V75-6 (4jähr.):   
V75-7 (Brons):   
Thunder Peak / Ken Ecce   
Iggy B.R. / Magnus Teien Gundersen   
Gigant Invalley / Gunnar Austevoll   
Dusty Shadow / Jeppe Juel   
Muscle Lane / Ken Ecce   
Zarenne Fas / Rikard Skoglund   
Hakon von Haithabu / Ulf Ohlsson   
78
19
30
60
62
15
64 

Umsatz V75: 90.853.738 SEK
1. Rang: 24.805 Systeme à 952 SEK
2. Rang: 22 SEK
3. Rang: Jackpot

Umsatz Top-7 (Klass I): 292.032 SEK