++ Heute: Comeback von Familie Berchtolds Campo Bahia mit Conrad Lugauer im Jämtlands Stora Pris (940.000 SEK/2140 Meter) in Östersund (18:42 Uhr) ++ ++ Heute: Stall Hamburger Jungs' Expensive Dust (Ken Ecce) und Lana Del Rey (Birger Jørgensen) in Odense ohne zählbare Ausbeute - Gestüt Lasbeks Jairo (Joakim Lövgren) in Kalmar (14:08 Uhr) - Stall Habos Naomi Bo und Eagle In The Sky (Martijn De Haan) in Lindesberg (ab 18:30 Uhr) ++ ++ Sonntag: Auftakt zur Gold-Serie um 10.000 Euro in Berlin-Mariendorf - Goldy Stardust vs. Rainbow Diamant, Gustavson Be und Popeye Diamant - Beginn 14:00 Uhr ++ ++ Im Anschluss: PMU-Soiree in Gelsenkirchen (ab 17:50 Uhr) ++
Mauer deutscher Abend
28. März 2020

(nn) Solvalla, Freitag, 27. März 2020. Stark begonnen, schwach geendet - so lautet aus deutscher Sicht die Bilanz des Abends in Solvalla, bei dem eine Fülle von Zwei- und Vierbeinern mit „deutschem Migrationshintergrund“ involviert war. Allein Thorsten Tietz hatte wegen der in Deutschland bis auf unbestimmte Zeit ausgesetzten Renntage unter der Woche einige weitere Kandidaten zu Sybille Tinter beordert und dank Klaus Kerns Tochter, die mit sieben Startern einen Großkampftag vor der Brust hatte, fünf Pferde am Ablauf, die er durchweg Jörgen Sjunnessons feinem Händchen anvertraute.

Es ging blendend los für die deutsche Equipe, denn aus dem zweiten Paar außen kämpfte Tietz‘ und Wolfgang Mays ins schwedische Gestütbuch eingetragene G.R.Tuwa Lee den US-Amerikaner Playing Trix mit dem letzten Schritt nieder. Die ohne Check aufgebotene Andover-Hall-Tochter, die vor dem Start die Ruhe selbst war und den Bänderstart aus der zweiten Reihe prima hinbekam, war nach 1:17,6 um 60.000 Kronen reicher. Stall Habos ebenfalls debütierende Naomi Bo, im dritten Paar innen untergekommen, bekam Rang fünf, 9.000 SEK und 1:17,9 als ersten Eintrag ins Fahrtenbuch. Im Sulky der Sweet-Home-Alabama-Tochter, die eine Schwester von Kiss Me Bo und Donna Kievitshof ist, saß Kim Eriksson.

Mit einem Totalausfall ging’s weiter: Flying Marceaux trabte nur wenige Meter und sprang dann ausgiebig zur roten Karte. Auch hier gab’s ein hautenges Finish, das der russische Import-Amerikaner I Keep Tabs mit Eduard Bolshakov durch die Todesspur in 1:14,0/2140m um einen „Hals“ zu seinen Gunsten gegen Tempomacher Activist/Pasi Aikio entschied, der seine mehr als 6.000 Besitzer der Travkompaniet lange hoffen ließ. Der Sieger, ein fünfjähriger Hengst aus der einstigen Weltklassestute und Elitloppet-Teilnehmerin Buck I St Pat, blieb damit auch beim dritten Schwedenstart unbezwingbar, nachdem er bereits am 11. Februar und 4. März in Jägersro die Lorbeeren für den russischen Gas- und Ölkonzern Tatneft eingeheimst hatte. Kleiner Wermutstropfen für den mit einer Handvoll Trabern bei Helena Burman untergekommenen Bolshakov: Wegen „fehlerhaften Peitschengebrauchs“ muss der 28-jährige Sohn von Gennadi Bolshakov 1500 Kronen berappen und vom 10. bis 30. April zuschauen.

Für den unscheinbaren Fandjo reichte es nach einem Run im dritten Paar außen zur fünften Prämie in Höhe von 6.400 Kronen. Anschließend konnte der trotz Startplatz „11“ knapp zum 29:10-Favoriten gekürte Iron Creek die Erwartungen nicht erfüllen. Nur im fünften Paar außen untergeschlüpft, kam der kleine Fuchs beim Versuch, sich in dritter Spur zu verbessern, nach einer Runde aus dem Tritt und wurde disqualifiziert.

Wie er erhielt Avena Jet lediglich die Antrittsprämie von 500 Kronen angeschrieben. Der Achten des italienischen Stuten-Derbys 2019, die mit einem Ehrenplatz in Bologna in die ausgiebige Winterpause gegangen war, verpasste Sjunnesson auch wegen Startplatz „8“ eine defensive Marschrichtung. Lange zierte die schwarzbraune Maharajah-Tochter das Ende der Truppe und lief in ordentlichen 1:13,6/2140m auf Platz sieben rund sieben Längen hinter Favorit Djokovic. Mit seinem voraussichtlichen Derby-Pferd hatte Mattias Djuse vorneweg alles im Griff und wehrte in 1:12,9 die gut getimte Schlussattacke des ihn fortwährend begleitenden Uret (13,0) um eine halbe Länge ab, mit dem die Travkompaniet den zweiten Ehrenplatz des Abends einheimste. Rabea Schulze-Wienkers Sammy, auch er ein Tinter-Schützling, strich beim 113. Start als innerer Dritter 700 Meter vorm Ziel resolut die Segel und wurde in 1:16,3 abgeschlagener Letzter.

Es sollte sich für die „Schwarz-Rot-Goldenen“ im letzten Versuch nicht wirklich bessern: Kim Eriksson setzte den deutschen St-Leger-Sieger Gladiateur nach einer Runde aus dem zweiten Paar außen wuchtig ein und schubste Mister Niky 600 Meter vorm Ziel von der Kommandobrücke. Dieser Kraftakt rächte sich auf der Zielgeraden: Bereits von Dexter Brick und Zinco Jet/Ulf Ohlsson passiert, kam er „80 Meter vor Buffalo“ mit Platz drei vor Augen auf müden Beinen schwer aus dem Takt. Auch Stallkameradin Opalis hatte nicht in den Glückstopf gegriffen; zunächst innere Zweite, wurde die Habo-Stute durch zwei Führungswechsel zurückgeschoben. Sjunnesson lavierte sie weit hinten nach außen, wo sie gut zu Platz fünf und 6.400 SEK durchzog. Ins maue Bild passte, dass Klaus Kerns derzeitiges Paradepferd Give Me Ten ziemlich kläglich scheiterte, mit Erik Adielsson den vierten Saisonsieg perfekt zu machen. Durchweg hinten liegend, hatte der Niky-Sohn keinen ernsthaften Moment und schlug als brotloser Siebenter an.