(dk) Der 1928 zum ersten Mal ausgetragene und bei seinen ersten drei Editionen von Charlie Mills (zunächst mit GUY BACON und dann zweimal mit WALTER DEAR) gewonnene Copenhagen Cup ist trotz seines unverminderten Gruppe-I-Status nicht mehr das Rennen, das es einst mit regelmäßig auch im Elitloppet und anderen auf höchster europäischer Ebene angesehenen Prüfungen erfolgreichen Siegern war.
Und so waren die sieben Teilnehmer, die sich am Sonntag in Dänemarks Hauptstadt nach der Absage von JIKKEN, POWER DOC und ICEBREAKER um die Börse von 840.000 DKK (rd. 112.400 €) bewarben, bei allem Respekt nicht "Güteklasse A".
Einer, der sich aber durchaus dorthin entwickeln kann, ist KUIPER, mit dem sein Trainer Daniel Wäjersten der Traditionsprüfung nach früher Führung eindrucksvoll den Stempel aufdrückte und dabei den vor elf Jahren von ROBERT BI und Robin Bakker aufgestellten Rennrekord von 1:10,0 / 2.011 m mühelos egalisierte.
Eingangs der ersten Gegenseite an dem bis dahin noch Widerstand leistenden CHARMY CHARLY AS (Michael Nimczyk) vorbei an die Spitze gezogen, hatte der Jungstar unter Schwedens Trainern mit seinem Schützling, der 2024 immerhin einen Vorlauf zum schwedischen Derby sowie die nationale Vorausscheidung zum Grand Prix de l'U.E.T wie auch - vor seiner krankheitsbedingten Absage zum Showdown - ein Semi-Finale der Breeders Crown seines Landes gewonnen hatte, keinerlei Mühe, den Sieg überlegen unter Dach und Fach zu bringen.
Den durch die Außenspur gehandicapten ELDORADO JET (Alessandro Gocciadoro) schüttelte er mit dem bei 31:10 favorisierten FACE-TIME-BOURBON-Sohn des Stalles Courant, der im Winter-Meeting von Paris-Vincennes auf Gruppe III-Ebene seinen einzigen 2025er Jahreserfolg zustande gebracht hatte und bis dato in dieser Saison noch sieglos geblieben war, am Ende überlegen ab, während sich der außen herum nie aufgebende Italiener den bei seiner Attacke auf dem Schlussviertel durch die dritte Spur gehandicapten Co-Favoriten GET A WISH (Robert Bergh) locker vom Leib hielt.
Zu diesem lief der unterwegs immer Deckung habende SCHAMPUS (Roberto Vecchioni) als Vierter noch dicht auf und holte sich dabei mit 1:10,8 / 2.011 m sogar auf der Mitteldistanz eine neue Bestmarke, während Österreichs Derby-Sieger von 2022 zuletzt ganz unterging.
Video: https://www.youtube.com/watch?v=vq4BV0eKC8w
War Michael Nimczyk auch mit dem ersten Starter aus seinem Quartett nicht vom Glück verfolgt, als er mit ISLA anfangs bei FOUR GUYS DREAM (Stefan Persson) auf Granit gebissen hatte, woraufhin die Kuhsträter-Stute nach einem Rennen durch die Todesspur im Einlauf die Waffen strecken musste, während der den mal wieder "mit Rücken" ausfallenden Örjan Kihlström in diesem Fall vertretende Daniel Wäjersten mit CROWN den Piloten in 1:10,8 / 1.600 m noch überaus leicht zu fassen bekommen hatte, gelangen dem deutschen Champion mit seinen beiden weiteren Startern zumindest bessere Platzierungen.
Stall For Pleasures nach einem Start aus der zweiten Reihe zu Beginn des Einlaufs noch in letzter Position liegender VILLENEUF ersprintete sich mit einem veritablen Speedwirbel hinter dem ebenso deutsch gezogenen, aber schon lange in Dänemark aktiven, einstigen Tesselaar-Schützling DANIEL HAZELAAR (Jeppe Juel / 1:11,9) sowie dem eingangs des Schlussbogens aus dem zweiten Paar außen nach vorne gezogenen FLIGHT SEQUENCE (Robert Bergh) einen mit 25.250 DKK (rd. 3.380 €) dotierten Rang in 1:12,2 / 2.000 m.
Größere Gefühle bekam man hingegen, als Deutschlands Champion in der Stoeliten mit COSMEA mit Erreichen des Schlussbogens aus dem vierten Paar außen zur Generalattacke blies und die Germania-Vertreterin in diesem Moment alles zu überrennen schien.
Am Ende erwies sich die anfangs von ganz außen resolut an die Spitze gezogene NILLA LANE (Johan Untersteiner) - immerhin 19-fache Siegerin bei 33 Starts und bislang auch schon Gewinnerin von mehr als 160.000 € - aber doch als stärker und behielt in 1:11,9 / 2.000 m gegenüber der 1:12,0 trabenden Stute von Martha und Hermann Lehner die Oberhand, wofür der von Kathrin Kirchmaier-Schultz gezogenen Braunen 30.000 DKK (rd. 4.000 €) gutgeschrieben wurden.
Für die SI Racing aus Berlin erzielte OMIA BOSZORG als Achte in 1:15,5 / 2.000 m zwar nichts, der in der von nur fünf Pferden bestrittenen 3-års Eliten, in der am Ende nur drei Teilnehmer das Ziel erreichten, wie die Stute von Rene Kjaer gesteuerte MAX MILLION aber einen mit 30.000 DKK (rd. 4.000 €) dotierten Ehrenplatz.
Auch ohne einen Fehler beim Aufrücken zu Beginn der Schlussrunde hätte der 1:13,8 trabende Wallach gegen den Start-Ziel in einer anderen Liga spielenden Seriensieger MENZA, der mit Birger Jorgensen 1:13,0 / 2.000 m vorlegt, aber vermutlich keine Chance gahabt.
250. Sieg für Ronja Walter
Ein mehr als versöhnliches Ende nahm der Renntag aber dennoch für "schwarz-rot-gold", als Ronja Walter nicht nur mit dem von Jeppe Juel vorbereiteten Schweden INVISIBLE SUN die abschließende Montéeliten hochüberlegen in 1:12,9 / 2.000 m gewann, sondern dabei gleichfalls den 250. Sieg ihrer hierzulande beispiellosen Karriere herausritt.










