„Ehrlich gesagt, ich weiß nicht genau, wo ich ihn einordnen soll. Er kann in 1:07,6 gewinnen oder in 1:09,5 verlieren.“ So lautete die vage Prognose von Lutfi Kolgjini vor dem MileMästaren 2026 in Tingsryd, mit dem Barack Face nach langer Verletzungspause und Rücktritt vom Rücktritt erst sein zweites Rennen bestritt.
Nach der im Copenhagen Cup 2025 erlittenen schweren Hufverletzung schien die Rennlaufbahn des Gruppe-I-Siegers (UET-Finale 2023) beendet. Doch Kolgjni senior ließ Barack Face in Frankreich erfolgreich behandeln - und nahm vor drei Monaten entgegen des Familienvotums heimlich das Training wieder auf.
Ende April gab der Ready-Cash-Sohn in Jägersro sein unerwartetes Comeback und hinterließ als Vierter in 1:11,6 einen erstklassigen Eindruck. Als Kolgjini in Tingsryd nach einer Wildcard für die Gulddivision fragte, überlegte man vor Ort nicht lange und lud den schwedischen Helden ein.
Der traf dort auf zwei fixe Elitloppet-Starter, die für den 31. Mai probten und einem echten Härtetest unterzogen wurden. Dass sich Frontrenner A Fair Day und Jobspost an der Spitze früh beharkten, spielte Barack Face nur in die Karten, mit dem Adrian Kolgjini als Fünfter außen im Rücken von Double Deceiver lauerte.
Der entscheidend Angriffe des 93:10-Außenseiters erschien an der 400-Meter-Marke dennoch (zu) früh. Als wenig später die endlose Zielgerade von Tingsryd begann und Adrian Kolgjini Barack Face in der Bahnmitte geradegestellt hatte, erfolgte jedoch ein sehenswerter Speedwirbel, bei dem der Siebenjährige, der beim 29. Lebensstart zum ersten Mal barfuß aufgeboten wurde, länger und länger wurde.
Als erstes war der Widerstand von A Fair Day gebrochen, dann wurde Double Deceiver zu den Akten gelegt und etwa 50 Meter vor der Linie bekam Barack Face auch Jobspost in den Griff.
Die Freude im Kolgini-Lager war natürlich riesig. Ambitionen, nach dieser Vorstellung den Elitloppet anzupeilen, erteilte der Trainer sofort eine Absage: „Dann würde mich Anna (Svensson, die Partnerin des Trainers) umbringen, also kommt das nicht in Frage“, resümierte ein glücklicher und erleichterter Lutfi Kolgjini.
Ergebnis: https://sportapp.travsport.se/race/raceday/ts616330/results/11
Video: https://www.youtube.com/watch?v=ikV3RwM5Dak
Barack Face genügten auf der nach einigen Regenschauern nicht mehr optimalen Piste 1:10,5/1609 Meter. Dass die einzige Meilenbahn Schwedens auch ganz andere Zeit hergibt, hatte eine gute Stunde zuvor Karin Walter-Mommerts Riverdale Z. in einem 339.000-Kronen-Lauf der STL Diamantstoet gezeigt.
Conrad Lugauer ließ sich mit der 291:10-Außenseiterin nach kurzer Führung von M.T.Tomorrows Hope bis weit in den Einlauf ziehen. Als der Stute von Robert Bergh rund 100 Meter vor dem Ziel plötzlich die Beine schwer wurden, war die Maharajah-Tochter, hinter der Lugauer selbst längst nichts mehr in der Hand zu haben schien, zur Stelle, schob sich vorbei und wehrte mit letzter Kraft den fulminanten Schlussangriff der favorisierten Meghan B.R. ab.
Mit sagenhaften 1:09,4/1609 Meter verbesserte Riverdale Z. ihre eigene Bestmarke um 1,4 Sekunden und war überdies mehr als eine Sekunde schneller als Barack Face. Die Bahnrekorde des Lasbekers Oscar L.A. (1:08,5) und Betting Pace (Stuten 1:09,0) blieben indes unangetastet.
Ergebnis: https://sportapp.travsport.se/race/raceday/ts616330/results/8







