++ Herzliche Glückwünsche gehen heute ins hessische Dreieich, wo Ernst Riemekasten seinen 70. Geburtstag feiert ++ ++ Bologna: Dana CG für die Besitzergemeinschaft RG-Pferdesport/Stall Gesvea nach Startfehler disqualifiziert - Für den obligatorischen Gramüller/Sparber-Sieg sorgt Stall Onlines Glaedar, der mit Antonio Greppi aus dem Zulagenband in 1:15,0/2080 Meter gewinnt - Romme: Klaus Kern überrascht mit Stall Gesveas 1143:10-Außenseiterin Hera Eck als Zweiter in 1:14,6/2140 Meter - Michael Josts Give Me Ten Sechste in 1:14,0/1640 Meter ++ ++ Donnerstag: Interessante PMU-Matinee in München (sieben Rennen ab 11:40 Uhr) ++ ++ Samstag: Auftakt zur Breeders Crown in Berlin-Mariendorf (ab 14:00 Uhr) - Hauptlauf der fünf- bis siebenjährigen Hengste und Wallache mit überragender Besetzung - Orlando Jet vs. Mister F Daag, Tsunami Diamant, Norton Commander und Ids Boko - Bei den Stuten ++ ++ Sonntag: Gran Premio Lotteria um 785.000 Euro in Neapel - Kein Losglück für Face Time Bourbon (Nr. 8 in der Batteria C) und Pocahontas Diamant (Nr. 7 im 1. Vorlauf) ++ ++ Sonntag: Das Gramüller/Sparber-Quartier mit Victory Knick, Cooper CG, Wotan Casei (alle Josef Sparber) und Otto Cash (Nadja Reisenbauer) beim PMU-Renntag in Ebreichsdorf (ab 11:25 Uhr) ++
Holger Ehlerts Zauberstückchen
12. Oktober 2020

(nn) Rom-La Capannelle, Sonntag, 11. September 2020. Heuer war es nach etlichen Irrungen und Wirrungen im Rennkalender wie nach alter Väter Brauch: Das Derby Italiano del Trotto wurde, nachdem schon die drei Vorläufe am 19. September in der ewigen Stadt ausgetragen worden waren, ebenfalls in Rom entschieden. Von der 2018 einmaligen Rekord-Dotation von 1.001.000 Euro, die das Blaue Band auf dem Papier zum wertvollsten Trabrennen der Welt gemacht hatte, war man um einiges entfernt. Doch auch die wie im Vorjahr, als die Qualifier in Rom, der Endlauf in Neapel stattgefunden hatten, 847.000 Euro waren ein Klotz, der in Europa lediglich vom 30.000 Euro wertvolleren Prix d’Amérique übertrumpft wird.

Eines hatte diese 93. Auflage mit den vorherigen gemeinsam: Wie 2017 mit Von Wise As, 2018 mit Zidane Grif und 2019 mit Axl Rose gelang es Alessandro Gocciadoro wieder nicht, mit dem brandheißen 14:10-Favoriten Bepi Bi den Makel des Derby-Sieglosen zu tilgen. Schwacher Trost: Diesmal landete der Mann, dem ansonsten alles gelingt, auf Platz drei, nachdem die Anderen ihm den Dienst schnöde im Galopp verweigert hatte.

Screenshot_2020-10-12 Kihlström nära derbyseger – men jätteskräll vann

Wie auf diesem Archivfoto jubelten Holger Ehlert und sein kongenialer Partner Roberto Vecchione

Holger Ehlert andererseits, sein jahrzehntelanger Vorgänger auf dem Thron der italienischen Allenatori (Trainer), zauberte mal wieder einen aus dem Hut, mit dem er selbst wohl kaum ernsthaft gerechnet hatte. Bleff Dipa, mit drei Treffern aus dem Alltagsgeschäft und 23.120 Euro als Ärmster der 14 angetreten, ließ sich auch von der höchsten Startnummer „14“ nicht abschrecken und in einem Herzschlagfinale als 673er Außenseiter Laien wie Fachleute bass erstaunt zurück.

Das Derby Italiano war fast nie ein sanftes Ruhekissen für die vermeintlichen Cracks, doch für einen derartigen Coup muss man im Geschichtsbuch bis ins Jahr 2009 zurückblätter. Ebenfalls an einem 11. Oktober - Vorsicht also an diesem Tag - hatten Macho Gams und Vincenzo Piscuoglio Dell’Annunziata für 63-fachen Einsatz die Lorbeeren eingesackt.

Noch im Vorlauf, den er als Dritter beendete, deutete nichts auf diese Überraschung, ja Sensation hin, und auch im Derby selbst schien die Armada des mit sechs Kandidaten üppig vertretenen „Mannes in Gelb“ alles im Griff zu haben. Während Timo Nurmos‘ Bolero Gar alle Chancen im Startgalopp versiebte, hechtete Örjan Kihlström mit Gocciadoros Bubble Effe von „Loch zwei“ wie ein Pfeil in Front.

Hinter ihm lag zunächst Blackflash Bar, doch bewies Santo Mollo mit der Siegerin der Gruppe-I-Vorprüfungen in Turin und Modena (28. Juni bzw. 25. August), die darob direkt qualifiziert war und nicht durch die Mühlen der Qualifikation musste, kein Sitzfleisch und quetschte die Oropuro-Bar-Tochter in einer nicht ganz astreinen Aktion zu Lasten Boltigeur Erres und Bepi Bis ausgangs der zweiten Kurve auf den Todessitz. Dadurch rückte innen Baresi Effe in den unmittelbaren Windschatten des Leaders und hatte Barolo Roc und Bleff Dipa im Nacken.

Außen waren die Gocciadoro-Schützlinge Bepi Bi, Boltigeur Erre und Babirussa Jet hinter Blackflash Bar blendend postiert. 600 Meter vorm Ziel war vom späteren Sieger noch immer nur so viel zu sehen, als ihn Roberto Vecchione aus der verzwickten Innenlage in Spur zwei hinter Blackflash Bar und Bepi Bi bugsieren konnte, weil Boltigeur Erre den Kontakt verlor.

Die finalen 200 Meter waren nichts für Herzschwache. Innen wehrte sich Bubble Effe mit einem wie gewohnt bewegungslosen Örjan Kihlström mit dem Mut der Verzweiflung, der dann doch nur zu Platz vier reichte. Einen Hauch besser war die wie eine Löwin kämpfende Blackflash Bar, die sich um eine Nasenspitze den auf sie eindringenden Bepi Bi vom Leib hielt. Und dann warf auf den letzten Drücker weit außen Bleff Dipa seinen Hut in diesen Gladiatorenring und sammelte das Trio an dem Punkt, an dem es drauf ankommt, um Haupteslänge ein.

Mit dem Schicksal haderte Federico Esposito, dessen Baresi Effe hinter dieser Wand nie zur Entfaltung kam und von Glück sagen konnte, nach vorn wenigstens so viel Raum zu haben, um für die kleinste Prämie von immerhin 30.800 Euro Bonjovi MMG abzuwimmeln. Worauf Alessandro Gocciadoro, dessen Truppe die Plätze drei, vier und fünf belegte, ein weiteres Jahr warten muss, gelang nach vielen Anläufen endlich Roberto Vecchione: Der 57-jährige verewigte sich, man glaubt es kaum, erstmals in der Ehrenliste des Derby Italiano.

93. Derby Italiano del Trotto

2100m Autostart, 847.000 Euro

1.      Bleff Dipa                    13,5     Roberto Vecchione               673

         3j.br. Hengst von Mister JP a.d. Preziosa JW von Lets Go

         Be: Jean-Pierre Barjon, FR; Zü: Arcangelo di Pasquale; Tr: Holger Ehlert

2.      Blackflash Bar            13,5     Santo Mollo                              48

3.      Bepi Bi***                    13,5     Alessandro Gocciadoro        14*

4.      Bubble Effe***           13,5     Örjan Kihlström                      14*

5.      Baresi Effe                  13,7     Federico Esposito                 374

6.      Bonjovi MMG              13,7     Vincenzo-P. dell’Annunziata 934

7.      Belzebu’ Jet                14,0     Vincenzo Luongo              121**

8.      Bengurion Jet             14,2     Marco Smorgon                    409

9.      Barolo Roc                  14,2     Filippo Rocca                         745

10.    Barbaresco Grif         15,0     Enrico Bellei                             49

11.    Boltigeur Erre***        15,3     Giampaolo Minnucci            148

12.    Babirussa Jet             15,6     Björn Goop                             189

         Bolero Gar                  dis.r.    Antonio di Nardo                121**

         Bigbusiness Arc         dis.r.    Roberto Andreghetti             378

*, ** jeweils Stallwette; ***Vorlaufsieger

Sieg: 673; Richter: Kampf Kopf - k.Kopf - k.Kopf - 1¼ - Hals - 3 - 2 Längen; 14 liefen

Wert: 354.200 - 169.400 - 92.400 - 46.200 - 30.800 sowie 154.000 Euro Züchterprämie

Video: https://equos.it/2020/10/11/bleff-dipa-vince-a-sorpresa-il-derby-italiano-del-trotto/

Screenshot_2020-10-12 Betta Zack si dimostra la più forte al Oaks del Trotto

Betta Zack mit Andrea Guzzinati © equos.it

Betta Zack - bestens auf Zack

Besser war’s ums Team Gocciadoro 60 Minuten zuvor in den 253.000 Euro wertvollen Oaks del Trotto bestellt. Der Masterplan des Teams, das fünf Anwärterinnen aufs „Eichenlaub“ am Ablauf hatte, ging ganz gut auf, auch wenn der Chef nicht selbst zuschlug. Er hatte Bahamia von der „1“ ohne große Widerrede die Führung gesichert, ließ ausgangs der ersten Kurve Trainingsgefährtin Betta Zack vorbei - und saß eine Runde später mit vollen Händen in der Falle, die Bahamia auf ihre Weise mit einer Galoppade löste.

Andrea Guzzinati ließ mit der Rotary-OK-Tochter nun gar nichts mehr anbrennen, die zwei Längen vor dem Ehlert-Doppel Bonneville Gifont - die ackerte brav durch die Todesspur - und der sich aus dem vierten Paar außen prima dazu schaltenden Belena Hall Fas zum achten Mal als Klassenbeste anschlug und ihr Einkommen binnen nicht mal zwei Minuten auf 182.358 Euro ausbaute.

Favoritin Balsamine Font brachte ein Vorstoß aus dem Mittelfeld nur kurzfristig den Part der äußeren Anführerin. Kaum hatte es sich die Goop-Stute für die Schlussrunde dort bequem gemacht, fiel sie 200 Meter weiter im Galopp aus.

Oaks del Trotto (Gruppe I nat., dreij. Stuten)

1640m Autostart, 253.000 Euro

1.      Betta Zack                      12,6     Andrea Guzzinati              30

         3j.br. Stute von Rotary OK a.d. Martina Grif von Varenne

         Be: Scud. Il Grifone Srl; Zü: Az.Agr. Zacarella; Tr: Alessandro Gocciadoro

2.      Bonneville Gifont          12,8     Antonio Velotti                 293

3.      Belen Hall Fas              12,9     Roberto Vecchione         474

4.      Berenice Bi                    13,0     Ferdinando Minopoli      243

5.      Betta Indal                      13,1     Rene’ Legati                    433

6.      Buena Suerte Bi           13,1     Marcello di Nicola        1035

7.      Bahia Pax                      13,2     Roberto Andreghetti       162

8.      Bica DL                           13,4     Antonio di Nardo             230

9.      Brezzapura Ferm         13,4     Giorgio d’Alessandro jr 2680

10.    Blue di Girifalco            14,0     Örjan Kihlström                29*

         Beautiful Breed             dis.r.    Mario Minopoli jr             949

         Bahamia                        dis.r.    Alessandro Gocciadoro 29*

         Balsamine Font            dis.r.    Björn Goop                         21

         Brooklyn Lux                 agh.     Gaetano di Nardo           379

Sieg: 30; Richter: leicht 2 - 1 - Hals - 1 - Kopf - ½ Länge; 14 liefen

Wert: 105.800 - 50.600 - 27.600 - 13.800 - 9.200 sowie 46.000 Euro Züchterprämie

Video: https://equos.it/2020/10/11/oaks-del-trotto-betta-zack-si-dimostra-la-piu-forte/