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GNT: Geglückte Operation Maillot Jaune
14. Oktober 2020

(nn) Angers, Mittwoch, 14. Oktober 2020. Dritte Premiere im 38. Jahr des Grand National du Trot: Nach Maure-de-Bretagne (17. Juni) und Châtelaillon-La-Rochelle (2. September) feierte Angers, die 160.000-Einwohner-Stadt auf halbem Weg zwischen Le Mans und Nantes, Premiere als Etappenort bei der Rundreise der Traber.

Das Ereignis unweit seiner Heimat Le Mans ließ sich sogar Jean-Michel Bazire nicht nehmen und gab, nachdem er viele Etappen zwar mit seinen Schützlingen bestückt, jedoch die Leinen dabei selten persönlich in die Hand genommen hatte, sein „présent“. Aus seinem Reservoir an älteren hochkarätigen Wallachen, das ähnlich schier unerschöpflich ist wie jenes der Youngster bei Philippe Allaire, hatte er sich gegen den mit 50 Meter Zulage bedachten 26-fachen Sieger Dorgos de Guez entschieden, mit dem Filius Nicolas wie erwartet interesselos im Hinttertreffen herumdümpelte.

„JMB“ nahm sich Elie de Beaufours an, der mit 17 Treffern aus 23 Versuchen mit einer noch prunkvolleren Weste als der Fuchs mit der breiten Blesse aufwartete und mit „nur“ 295.350 Euro die „Operation Maillot Jaune“ von der Grundmarke in Angriff nahm. Gefundenes Fressen für die „turfistes“, die den 48-jährigen und seinen Partner, der Etappe 9 in Châtelaillon für sich entschieden, Nummer 10 - jeweils mit Eric Raffin - knapp gegen Fakir du Lorault verloren hatte, mit 15:10 ganz klar auf den Favoritenschild hievten.

Schwitzen mussten sie bei teils horrenden Einsätzen besonders in der Platzwette keinen Moment. Am Start kam nur Contrée d’Erable zügiger in Gang als der Royal-Dream-Wallach, mit dem sich Bazire nicht lange lumpen ließ und im ersten Bogen den Taktstock ergriff. Ende der ersten Überseite überließ er dem drückenden Et Voilà de Muze, der mit zwei Etappen-Ehrenplätzen fleißig Punkte gesammelt hatte, die Regie nur für kurze Zeit. Als es wieder an der Startstelle vorbeiging, war die lange Rochade längst abgeschlossen und der Royal-Dream-Sprössling erneut vorn.

Damit konnte sich Fakir du Lorault die vage Hoffnung auf eine Lokomotive, die ihn durch die Außenspur hätte ziehen können, abschminken, denn Doum Jénilou und Chacha de Gontier hüteten sich, ihre Lage als Vierter und Fünfte innen aufzugeben. Der Fakir, der die 3125 Meter aus Band zwei fliegend begonnen hatte, musste sich als echte Nagelprobe den äußeren Weg bis zum guten Ende selbst bahnen und spielte seinerseits den Schattenspender für Bleu Ciel, Digne et Droit und Cash du Rib.

Es reichte diesmal nicht, Elie de Beaufour vom Sockel zu kippen, der auf den finalen 300 Metern einen mächtigen Sturm entfachte, von dem gar ein 17-facher Sieger wie Et Voilà de Muze weggeweht wurde. Ohne dass Bazire die Hand aufmachte, paradierte sein Schützling zwei Längen voraus stolz wie ein Spanier zum 18. Erfolg, der ihm wie erhofft das imaginäre Maillot Jaune brachte. Et Voilà de Muze offenbarte bei der radikalen Tempoverschärfung erstaunliche Schwächen, verlor sofort den Kontakt und wurde auch von Contrée d’Erable glatt abgehängt.

„Das war heute nicht allzu schwer. Alles klappte wie am Schnürchen, ich konnte früh die Spitze übernehmen, mein Hauptgegner Fakir du Lorault hatte außen nie Deckung. An der letzten Ecke war für mich sonnenklar, dass wir dieses Ding nicht mehr verlieren würden. Er wird wohl in drei Wochen in Nantes starten, wo er 25 Meter Zulage wettzumachen hat. Danach geht’s ins Finale, wo er nach derzeitigem Stand der Dinge von der Grundmarke allerbeste Chancen haben sollte“, räsonierte Bazire über seinen Sechsjährigen, für den dieser zweite Bildungsweg der französischen Traber maßgeschneidert ist. Mit 42 Punkten hat Elie de Beaufour sich als bislang einziger Doppelsieger dieser Tournee zunächst recht komfortabel an der Spitze des Tableaus eingerichtet.

Belegt „Bazire père“ bei den „Drivers“ ob seiner wenigen Fahrten lediglich Rang acht, so sieht’s bei den „entraîneurs“ weit besser aus: Hier führt er mit 69 Zählern sehr deutlich vor Sébastien Guarato (36) und Mickaël Charuel (26), aber noch ist nicht aller Tage Abend. In der Clôture gibt’s nicht nur fast doppelte Prämien, sondern auch die zweifache Punktzahl, was Verschiebungen nicht ausschließt.

11. Etappe des GNT

Prix Geny Courses (Gruppe III national)

3100 Meter Bänderstart; 25 Meter Zulage ab 305.000, 50 Meter ab 516.000 Euro; 75.000 Euro

1.      Elie de Beaufour       3100   14,7    Jean-Michel Bazire              15

         6j.br. Wallach von Royal Dream a.d. Pignata von Capriccio

         Be: Eric Levallois; Zü: Ec. Cheffreville; Tr: Jean-Michel Bazire

2.      Fakir du Lorault          3125   14,2    François Lecanu                   50

3.      Contrée d‘Erable       3100   14,9    David Thomain                   220

4.      Et Voilà de Muze       3100   15,1    Hugues Monthulé              190

5.      Doum Jénilou            3100   15,2    Mathieu Mottier                   660

6.      Cash du Rib                3125   14,6    Jean-Loïc Claude Dersoir 340

7.      Digne et Droit             3125   14,8    Anthony Barrier                  560

8.      Bleu Ciel                     3125   14,9    Franck Nivard                     340

9.      Cap de Narmont        3125   15,1    Denis Brossard                   460

10.    Crusoe d‘Anama       3100   15,8    Romain Congard               980

11.    Chacha de Gontier    3100   15,9    Denis Couvreux               2630

12.    Dorgos de Guez        3150   14,8    Nicolas Bazire                    320

13.    Capitaine France       3100   16,7    William Bigeon                 2350

14.    Blues des Landiers   3150   15,6    Dominique Cheradame 2240

         Alinéa                          3125   dis.r.    Charles-Julien Bigeon      160

         Daïda de Vandel       3125   dis.r.    Léo Abrivard                     1680

Sieg: 15; Richter: leicht 2½ - ¾ - 4 - 1 - Hals - 3 Längen; 16 liefen

Wert: 33.750 - 18.750 - 10.500 - 6.000 - 3.750 - 1.500 - 750 Euro

Video: https://www.letrot.com/fr/replay-courses/2020-10-14/4901/1

Punkte nach Etappe 11 (Amiens,nicht ausgetragen Marseille-Borély, Lyon-Parilly, Toulouse, Le Croisé-Laroche, Laval, Maure-de-Bretagne, St. Malo, Châtelaillon, Lisieux, Angers):

Elie de Beaufour                    42 (2 Siege)

Et Voilà de Muze                    30

Fakir du Lorault                      28 (1 Sieg)

Défi Pierji                                26 (1 Sieg)

Diable de Vauvert                  26 (1 Sieg)

Fairplay d‘Urzy                       17 (1 Sieg)

Drôle de Jet                            16

Fashion Queen                      16

Calou Renardière                  15 (1 Sieg)

Flèche du Yucca                    15 (1 Sieg)

Dascalia                                  12

Balzac de l’Iton                       10

Belle Louise Mabon              10

Cash du Rib                            10

Doum Jénilou                         10

Dollar Soyer                            10

Contrée d’Erable                   8

Dayan Winner                        8

Désir Castelets                       8

Dexter Chatho                        8

Echo de Chanlecy                 8

Estola                                       8

Frisbee d‘Am                          8

Die zwölfte und vorletzte Etappe wird am 4. November ebenfalls links herum die Loire stromabwärts in Nantes ausgetragen. Das Finale der Tour durch die Provinzen bleibt wie immer Rouen-Mauquenchy vorbehalten, wo am 18. November letztmalig Gelegenheit ist, Punkte einzusacken, bevor es nach Vincennes geht: Am 6. Dezember ist die Clôture der maximal 20 punktbesten Startwilligen das erste, stets stimmungsvolle Highlight des Winter-Meetings.