++ Sonntag: Nach der Absage von München-Daglfing ist Berlin-Karlshorst Alleinveranstalter und bietet zehn Prüfungen mit erhöhten Dotationen ab 13:15 Uhr ++ ++ Sonntag: Vorläufe zum Holländischen Derby in Duindigt (ab 13:30 Uhr) - Michael Nimczyk im dritten Vorlauf mit Stall Habos Kate Baldwin ++ ++ Sonntag: Im Gruppe I-Prix des Elites (170.000 Euro/2200 Meter) in Vincennes müssen die fünfjährigen Sattelstars um Feeling Cash und Flamme du Goutier den Dreijährigen 50 Meter vorgeben ++ ++ Mittwoch: PMU-Soiree in Gelsenkirchen ab 17:00 Uhr ++ ++ 3. Oktober: Deutsche Amateurmeisterschaft in Hamburg - Drei Vorläufe, Finale und Trostlauf um ingesamt 35.000 Euro - Teil 2 des Meetings am Sonntag mit dem Großen Preis von Deutschland um 40.000 Euro ++
GNT 2020, 5. Etappe: Pfeilschnelle Lady
20. Mai 2020

(nn) Le Croisé-Laroche, Mittwoch, 20. Mai 2020. Die nominell 5., ist tatsächlich erst die 2. Etappe des seit 1982 zum 39. Mal ausgetragenen Grand National du Trot, der großen Rundreise der Traber kreuz und quer durch die Grande Nation mit dem Finale am 6. Dezember in Vincennes. Die Corona-Krise hat deutliche Spuren hinterlassen: Die Stationen in Marseille-Borély, Lyon-Parilly und Toulouse fielen in jene Ära, in der (nicht nur) in Frankreich der Rennbetrieb komplett erloschen war.

Auch finanziell müssen die Traber bzw. ihre Besitzer deutlich kürzer treten: Wurden auf Etappe 1 noch 85.000 Euro ausgeschüttet, so sind es bis auf weiteres nur noch 75.000. Müßig zu erwähnen, dass das sonstige Volksfest für die kleineren Bahnen vorerst vor leeren Rängen ausgetragen wird. Das tat der Nachfrage allerdings keinen Abbruch. Mit 16 Gespannen konnte die Bahn hoch im Norden Frankreichs ein ausgezeichnetes Nennungsergebnis vermelden, und auch die zweibeinigen Cracks der Szene ließen sich nicht lumpen. Selbst ein Jean-Michel Bazire, der in der letzten Saison viele Fahrten abgegeben und sich auf dieser Tour rar gemacht hatte, war nach fast zwei Monaten Stillstand ausgehungert und gab sein „présent“.

Von Seiten der Vierbeiner war’s wie so oft ein Duell „Alt gegen Jung“, denn allein sechs Aspiranten zählten zur jüngsten starberechtigten Generation „F“, darunter die beiden Favoriten Fairplay d’Urzy und Flèche du Yucca, die im ersten Band loslegen durften. Das bekam auf der 1.662 Meter langen Bahn mit den recht engen Bögen und den ewig währenden Geraden Baron Daïdou vor Altius Fortis am besten hin, aber auch Flèche du Yucca fand zügig auf die Beine und führte die äußeren Garden vor Fairplay d’Urzy und As de Godisson an.

Kurz vor Erreichen der Tribünengeraden preschte Flèche du Yucca nach vorn, der eine Runde vorm Ziel Fairplay d’Urzy auf dem Platz an der Sonne folgte. Ruhe war damit jedoch nicht eingekehrt beim Gerangel um die beste Ausgangslage: Wie ein Düsenjäger kam Drôle de Jet angedonnert und riss in der zweiten Kurve das Zepter an sich. Ob es dabei etwas zu eng wurde für Fairplay d’Urzy oder der Bazire-Schützling, der schon am Start etwas unrund trabte, sich erschreckte, war schwer zu beurteilen. Der Ready-Cash-Sohn sprang giftig, wurde von „JMB“ sofort auf die Ausweichspur gelenkt und war damit aus dem Match.

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Die Vorentscheidung © zeturf.fr

Des vermeintlich härtesten Widersachers beraubt, dirigierte Jean-Philippe Dubois seine auf Gruppe-Ebene bestens erprobte Stute sofort in die Todeslage vor As de Godisson, Cantin de l’Eclair, Frisbee d’Am und Fric du Chêne. Bereits eingangs der Überseite rund 1200 Meter vorm Ziel machte Dubois Nägel mit Köpfen und übernahm mit der Prodigious-Tochter zum zweiten Mal die Regie, doch sollte auch das noch nicht aller Tage Abend gewesen sein. Mit einer Blitzattacke wurde sie zu Beginn der Zielegraden von Frisbee d’Am überrumpelt, doch stand der Zweite des Europachampionats der Vierjährigen 2019 diese nicht ganz durch.

Der Konter, den Flèche du Yucca setzte, war gnadenlos. Ganz leicht setzte sich die wuchtige Braune, eine der Entdeckungen des vergangenen Winter-Meetings, zum zwölften Mal in ihrer Karriere durch und baute ihr Konto auf 302.920 Euro aus - Tendenz stark steigend. Zwei Längen dahinter stibitzte Drôle de Jet innen entlang Frisbee d’Am die zweite Prämie um Haupteslänge. Platz vier ergatterte weit außen der aus dem Mittelfeld auf Touren kommende Fric du Chêne. Als Knaller der Quinté-Wette bedankte sich Außenseiter Altius Fortis bei Philippe Masschaele für einen kraftsparenden Run streng innen und streckte den Kopf haarscharf vor Baron Daïdou und Belle Louise Mabon an die Linie.

Die Gesamtwertung ist nach zwei Etappen wenig aussagekräftig; es führen die beiden Sieger mit je 15 Zählern vor einem Trio, das 10 Punkte gesammelt hat. „Das war eine recht einfache Kiste, obwohl Flèche noch ein paar Kilo zu viel mit sich herum schleppt. Sie hat sicher ein bisschen Luft nach oben, doch wie es mit ihr weitergeht, weiß ich noch nicht so recht. Wir werden es ihr so leicht wie möglich machen. Ich hätte nie gedacht, dass sie mal so gut werden würde. Unser einstiges Sorgenkind verbessert sich von Rennen zu Rennen“, war Jean-Philippe Dubois‘ Fazit über sein aktuelles Schmuckstück.

5. Etappe des GNT

Prix Geny Courses (Gruppe III national, Fünf- bis Zehnjährige)

2825 Meter Bänderstart; 25 Meter Zulage ab 278.000, 50 Meter ab 462.000 Euro; 75.000 Euro

1.      Flèche du Yucca           2825   14,1     Jean-Philippe Dubois      36                                              

         5j.br. Stute von Prodigious a.d. Vincenza von Gobernador

         Be: Ec. Victoria Dreams; Zü: Christian Bernard Martin; Tr: Philippe Moulin

2.      Drôle de Jet              

3.      Frisbee d’Am          

4.      Fric du Chêne         

5.      Altius Fortis               

6.      Baron Daïdou           

7.      Belle Louise Mabon 

8.      Cantin de l’Eclair        

9.      Elite du Ruel             

10.    Beau de Grimoult       

11.    Fiorella de Ted         

12.    Best du Hauty            

         Bikini                            

         Fairplay d’Urzy       

         As de Godisson          

         Fakir du Lorault            

2850   13,6     Pierre Vercruysse          

2850   13,6     Alexandre Abrivard          

2850   13,7     François Lagadeuc       

2825   14,5     Philippe Masschaele 

2825   14,5     Cyril Chenu                     

2850   13,8     Eric Raffin                       

2850   13,9     Tony Le Beller                

2850   14,2     Franck Anne                   

2875   13,9     Jean-François Senet  

2825   15,2     Pierre-Yves Verva       

2850   15,0     Olivier Bizoux               

2825   dis.r.    Franck Ouvrie                 

2825   dis.r.    Jean-Michel Bazire          

2825   dis.r.    Laurent Verva              

2850   dis.r.    François Lagadeuc       

360

88

120

1510

380

150

430

820

1350

1580

1340

520

23

1290

160

Sieg: 36; Richter: leicht 2 - Kopf - 1½ - 2 - k.Kopf - k.Kopf - 1½ - 3 Längen; 16 liefen

Wert: 33.750 - 18.750 - 10.500 - 6.000 - 3.750 - 1.500 - 750 Euro

Video: https://www.letrot.com/fr/replay-courses/2020-05-20/5901/1

 

Punkte nach Etappe 5 (Amiens,Le Croisé-Laroche) - nicht ausgetragen Marseille-Borély, Lyon-Parilly, Toulouse:

Défi Pierji                             

Flèche du Yucca              

Belle Louise Mabon             

Dascalia                                 

Drôle de Jet                            

Dexter Chatho                       

Frisbee d‘Am                         

Altius Fortis                            

Fric du Chêne                        

Fashion Queen                     

Baron Daïdou                        

Colt des Essarts                    

15 (1 Sieg)

15 (1 Sieg)

10

10

10

8

8

7

6

5

4

4

Der Tross bleibt im nördlichen Bereich der Republik: Am 3. Juni wird Etappe 6 auf dem Linkskurs von Laval, der Hauptstadt der Mayenne, entschieden.