Den roten Teppich hatte man Fragolino Rosso im TCT Criterium der vierjährigen Hengste und Wallache (22.000 Euro) nicht ausgerollt, obwohl der Ultrafavorit (12:10) nach seinem überragenden Saisondebüt Ende Mai (1:11,4 gegen die Älteren) als kaum schlagbar galt.
Robin Bakker benötigte mit Deutschlands Traber des Jahres einen glatten Kilometer in 1:11,5, bevor er im zweiten Versuch endlich am führenden Pushin P YB vorbei. Danny Brouwer hätte schon beim ersten Angriff Platz gemacht, doch wollte auf der Gegenseite auch John Dekker mit Malo Renka partout nach vorn, worauf Bakker klugerweise zurücksteckte.
Endlich in Front angelangt, drosselte Bakker das anfängliche 8er Tempo auf ein 15er Niveau, was letztmals gegenüber Dion Tesselaar auf den Plan rief, der mit Hollands Derbysieger Paranoh Newport im Rush an die Seite von Fragolino Rosso stieß.
Der Hagoort-Schützling hatte auf diese vielversprechende Offensive eine klare Antwort, beschleunigte im Schlussbogen derart, dass Paranoh Newport erhebliche Gangartprobleme bekam und sein Steuermann nur noch darauf bedacht war, den Cantab-Hall-Sohn auf den Beinen zu halten und den Ehrenplatz zu sichern.
Robin Bakker indes übte schon die Couchhaltung für das abendliche WM-Spiel der Elftal gegen Schweden, lehnte sich aufreizend zurück und hielt sich an Fragolino Rosso, der marschierte, dass es eine reine Freude war, nur fest.
Nach einer letzten Halben in 1:09,4 genügten dem Booster-Winner-Sohn 1:12,1/2100 Meter zum zehnten Sieg beim zwölften Start, mit dem er seine Gesamtbörse auf 170.582 Euro hob.
Video: https://www.youtube.com/watch?v=-oCUFvgNqxE
Der Eindruck, dass ihm derzeit - zumindest in Deutschland und Holland - nur Trainingsgefährte Blizzard Diamant ernsthaft ans Zeug flicken kann, verfestigte sich nach dieser neuerlichen Gala-Vorstellung.
Dass beide im Buddenbrock-Rennen am 5. Juli für das Blaue Band proben, darf bezweifelt werden. Zum (ersten) Showdown wird es unter normalen Umständen vermutlich erst im Berliner Finale am 16. August kommen.
In der ebenfalls mit 22.000 Euro dotierten Stutenabteilung gab Bumblebee Diamant ihr verschobenes Saisondebüt. Die Indigious-Tochter, 2025 eine der Protagonistinnen des Dreijährigen-Kriteriums (u.a. Finaldritte), zeigte sich schon beim Anfahren des Startwagens wenig willig und versprang beim "Ab" alle Chancen.
Einen verblüffenden Start-Ziel-Sieg landete hier die 270:10-Außenseiterin Prishana Boko (Erwin Bot), die beim schon 18. Start endlich einmal die hohen Erwartungen erfüllte und sich auf 1:12,4/2100 Meter steigerte.
Dagegen stand die nach dem Gewinn des TCT Filly Derbys 2025 und zwei Probeläufen in 1:13,3 und 1:12,8 favorisierte Peggy Boko (Robin Bakker) das Pensum in der Todesspur nicht durch und fiel kurz vor der Linie noch hinter die schlussstarke Passoa Transs R (Jim Veldman) zurück.
Video: https://www.youtube.com/watch?v=YZxwbJVIqrQ
Gerade während eines internationalen Fußball-Wettbewerbes wie der aktuell laufenden WM wird man hierzulande nicht gerade gern an den Namen Balotelli erinnert, war es doch Italiens Mario Balotelli, der die deutsche Elf im Halbfinale der EM 2012 quasi im Alleingang der Titelträume beraubt hatte.
Im Victoria Park zeigte der gleichnamige, von Ulrike Griesbeck gezogene Calgary-Games-Sohn der gutklassigen Ida F Boko, der bislang beinahe ausnahmslos durch Galoppaden aufgefallen war, erstmals, was in ihm steckt.
Zeitgleich mit dem Start-Ziel siegenden Pasion d'Oro, den Jaap van Rijn unterwegs ein bisschen mit Samthandschuhen behandeln musste und zu dem der Sinos-Wallach auf den letzten Metern noch bis auf weniger als eine halbe Länge aufschloss, belegt er in herausragenden 1:12,2/2.100 Meter den mit 400 Euro dotierten Ehrenplatz, während der in Dr. Christian Ziegeners Ecurie C'est bien beheimatete Midnight Sky (David Grundmann) Vierter von Vieren wurde, aber zumindest nicht allzu weit geschlagen war.









