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Die Schwalbe auch auf dem Langstreckenflug eine Macht
14. Februar 2021

(nn) Vincennes, Samstag, 13. Februar 2021. Alles, was in der Generation „H“ (noch) Rang und Namen hat - Havana d’Aurcy, die vielleicht Beste, ist ja im Training an einem Aortenriss verstorben -, gab im Prix Éphrem Houël für die einheimischen Vierjährigen sein „présent“.

Seit langem steht die Hackordnung zur Debatte, und so nahm es nicht Wunder, dass sich die „turfistes“ nicht recht zwischen den großen Vier entscheiden konnten. Gleichauf mit 31:10 wurden Hirondelle Sibey und Hohneck als Stärkste angesehen, und auch Kronprinzessin Hanna des Molles und Kronprinz Hooker Berry trennte am Wettmarkt kaum etwas.

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(Foto: equidia.fr)

„Aufm Platz“ sah das schon anders aus: Mit ihrem siebten Treffer schwang sich die „Schwalbe“ aus Zucht, Besitz und Training Jean-Michel Baudouins auch über 2850 Meter, den längsten Flug, den es in Frankreich für ihre Altersklasse gibt, aufs höchste Treppchen. Nur nach Gewinnsumme ist Hooker Berry bei 369.100 zu 371.120 Euro noch knapp voraus, wobei Jean-Michel Bazires Fuchs der Skepsis seines Trainers punktgenau entsprach und als gedemütigter Siebter und Letzter die finalen 150 Meter fast im Schritt absolvierte.

Außer einem Strohfeuer in vierter Schlussbogenspur, das rasch verpuffte, kam nichts vom Booster-Winner-Sohn, der kurz nach dem „Ab“ die rote Laterne angehängt bekommen hatte.

Ganz anders Baudouins „Homebred“, die ebenfalls höchst bedächtig losflog, jedoch bei der von Hanna des Molles vor Havanaise, Hokkaido Jiel, Hohneck, der Ende der Tribünengeraden ausfallenden Hermine Sibey und Hussard du Landret angeschlagenen mäßigen Fahrt ihr Herz in alle vier Hufe nahm und nach 1.000 Metern schwungvoll vorrückte.

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Daumen hoch: Eric Raffin (letrot.com)

Entschlossen drückte ihr Leib- und Magenfahrer Eric Raffin das Gaspedal durch und knöpfte Hanna kurz nach Beginn des Anstiegs das Kommando ab - der entscheidende Schachzug zugunsten der großkalibrigen Gazouillis-Tochter mit der riesigen Blesse, hinter der Raffin seelenruhig die Gegner auflaufen ließ: in zweiter Spur Hanna des Molles vor Hohneck, in dritter Hooker Berry, hinter dem Maik Espers Hermès Pat aufrüstete.

100 Meter vorm Ziel sprang sich Havanaise als innere Zweite - wie Hirondelle von Beginn an auf der halbklassischen Tour, aber mit sehr viel weniger Beute engagiert - mal wieder aus der Partie, wogegen Frankreichs Champion seine Partnerin nur noch bei Laune halten musste. Eine Länge voraus konnte der 38-jährige zusehen, wie der ein wenig gefesselte Hohneck auf den letzten Drücker Hanna des Molles um einen „Hals“ Platz zwei ablief.

Der kleine Hokkaido Jiel, seit langem schon ein Geheimtipp, warf ganz außen sein großes Kämpferherz für Rang vier in die Waagschale, und auch der gute Eindruck, den Hermès Pat in der letzten Kurve vermittelt hatte, trog nicht: Platz fünf zur Gruppe-Premiere in dieser Gesellschaft kann sich sehr sehen lassen für den Rapphengst, der erst den zehnten Auftritt hatte.

„Sie ist exzellent und hat erneut voll überzeugt. Ich kann mich in jeder Situation total auf sie verlassen. Einzig am Berg hatte ich einen kleinen Alptraum, als die ganze Welt mobil machte und ich mich entschlossen habe, aus der Deckung zu gehen. Ein kurzes Anticken - schon legte sie sich ins Zeug, zog in Front und hatte ab eingangs der Zielgeraden alle im Griff. Sie ist perfekt, und das auf jeder Distanz“, war Frankreichs Champion bestens gelaunt nach diesem neuerlichen Coup.

Prix Éphrem Houël (Gruppe II nat., 4jähr. Hengste & Stuten)
2850m Bänderstart o.Z., 100.000 Euro
1.    Hirondelle Sibey    14,5    Eric Raffin    31
    4j. Fuchsstute von Gazouillis a.d. Célina du Châtelet von So Lovely Girl
    Be / Zü: Ecurie Le Rivage; Tr: Jean-Michel Baudouin
2.    Hohneck    14,6    Franck Nivard    31
3.    Hanna des Molles    14,6    Alexandre Abrivard    52
4.    Hokkaido Jiel    14,7    Pierre-Yves Verva    150
5.    Hermès Pat    14,7    Gabriele Gelormini    230
6.    Hussard du Landret    15,0    Benoît Robin    330
7.    Hooker Berry    15,7    Jean-Michel Bazire    54
    Hermine Sibey    dis.r.    Jean-Michel Baudouin    1660
    Heart of Gold    dis.r.    David Thomain    1190
    Havanaise    dis.r.    François-Pierre Bossuet    620
Sieg: 31; Richter: sicher 1 - Hals - ¾ - 1 - 4½ - 10 Längen; 10 liefen
Zw-Zeiten: 16,8/1350m - 15,8/1850m - 15,1/2350m
Wert: 45.000 - 25.000 - 14.000 - 8.000 - 5.000 - 2.000 - 1.000 Euro

Video: https://www.letrot.com/fr/replay-courses/2021-02-13/7500/5

Passende Aufgabe sicher gelöst

Er hatte sich schon in weit anspruchsvolleren Aufgaben blendend aus der Affäre gezogen, zum Beispiel beim frischen dritten Platz im Prix du Luxembourg hinter Dorgos de Guez und Frisbee d’Am. Kein Wunder, dass Violetto Jet im Prix de Munich für europäische Halbmillionäre trotz ansehnlicher Rivalen, die schon vor Anpfiff um Gross Weight, Brillant Madrik und Jerry Mom - die letzten beiden ganz kurzfristig - dezimiert worden waren, für 17:10 glasklar auf den Favoritenschild gehoben wurde und diese Verheißung mit seinem zehnten Frankreich-Sieg souverän einlöste.

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(Foto: canalturf.com)

Dabei konnte seiner großen Anhängerschar unterwegs durchaus ein wenig mulmig werden, denn Eros du Chêne vermasselte dem Italiener in Diensten der Herren Billard und Souloy die sofortige Kommandoübernahme. Bei nicht übermäßig scharfer Pace nahm Franck Nivard auf dem Todessitz Platz und spielte die unfreiwillige Lokomotive für Fric du Chêne, Unique Juni, Chianti, Duel du Gers, Belle Louise Mabon, Câlin de Morge und Cap de Narmont, wogegen Be One des Thirons und Nancy America innen Platz nahmen.

Nur kurz ließ „Franckie mit der kalten Hand“ seinen Partner im Windschatten verschnaufen, dirigierte den From-Above-Sohn auf dem Anstieg wieder nach außen, als in dritter Spur Duel du Gers seine missliche Lage zu verbessern begann, und überrannte den rasch zurückfallenden Eros du Chêne, noch bevor der Schlussbogen erreicht war. Das sollte es dann auch schon gewesen sein zugunsten des Braunen, der sich auf dem zügigen Schlussviertel von nichts und niemandem mehr ins Bockshorn jagen ließ.

Mit Augenmaß hielt er den als ernsthaftesten Konkurrenten angesehenen Duel du Gers und den von ihm die Todeslage erbenden Be One des Thirons in Schach, die außen von Fric du Chêne sowie innen von der vorbildlich geschonten Unique Juni überspurtet wurden.

„Mein Hengst hat es verdient, mal wieder ganz vorn zu stehen. Er passt sich allen Taktiken an, läuft aber am besten frei vorneweg. Die Gegner waren heute seine Kragenweite, und so hab ich’s vorgezogen, kein Risiko einzugehen und ihn beizeiten in Front zu schicken“, war Nivard mit Verlauf und Ausgang der Prüfung überaus zufrieden.

Prix de Munich (int., Sechs- bis Elfjähr., keine 515.000 Euro)
2100m Autostart, 80.000 Euro
1.    Violetto Jet    12,4    Franck Nivard    17
    7j.br. Hengst von From Above a.d. Nocciolaia Jet von Pine Chip
    Be: Soc.All. Raffaele d’Alessandro Srl, IT; Zü: Az.Agr. D. Toniatti Giacommetti, IT; Tr: Philippe Billard
2.    Fric du Chêne    12,5    Paul-Philippe Ploquin    130
3.    Unique Juni    12,6    Eric Raffin    77
4.    Be One des Thirons    12,7    Philippe Daugeard    240
5.    Duel du Gers    12,8    David Thomain    53
6.    Belle Louise Mabon    12,9    Yves Dreux    400
7.    Cap de Narmont    12,9    Denis Brossard    250
8.    Câlin de Morge    13,0    Damien Bonne    260
9.    Chianti    13,7    Benoît Robin    230
10.    Nancy America    14,0    Alexis Chéradame    1310
11.    Eros du Chêne    14,3    Gabriele Gelormini    950
Sieg: 17; Richter: sicher 1 - ½ - 1 - 1½ - ½ - ½ - 1 Länge; 11 liefen (NS Gross Weight, Brillant Madrik, Jerry Mom)
Zw-Zeiten: 11,7/600m - 12,8/1100m - 12,5/1600m
Wert: 36.000 - 20.000 - 11.200 - 6.400 - 4.000 - 1.600 - 800 Euro

Video: https://www.letrot.com/fr/replay-courses/2021-02-13/7500/3

Winter-Meeting passé für Gu und Galius

Nicht mehr antreten im noch bis zum 6. März laufenden Meeting wird der Amérique-Dritte Gu d’Héripré. Das verlautete aus dem Umfeld des Primus der Generation „G“, der nur eine Woche nach dem Millionen-Rennen schon wieder unter Starters Order war und als Geschlagener des Prix Ovide Moulinet im Schlussbogen galoppierte. Geplant ist die Rückkehr auf die schwarze Piste von Vincennes für den 27. März im Prix Robert Auvray.

In eben jenem Prix Ovide Moulinet hatte Sévérine Raimonds Seriensieger Galius, der die ersten zwölf Aufgaben im Handstreich gelöst hatte, mit Platz zwei den wertvollsten Scheck in seiner lediglich 15 Auftritte umfassenden Karriere eingerannt. Der großrahmige Love-You-Fuchs wird auf dem Haras du Mont Goubert nur 15 Kilometer vom Anwesen Sévérine Raimonds und Cyril Raimbauds entfernt erstmals ein paar Stuten decken. „Er ist seit Mai 2020 im Rennbetrieb und hat sich die Auszeit redlich verdient“, so seine Besitzerin.

Auch Elvis de Vallon wird bis auf Weiteres nicht auf dem Plateau de Gravelle zu sehen sein. Bereits am 3. Februar in Bordeaux-Le Bouscat mit einem Ehrenplatz vorstellig geworden, wird es für den Schützling von Charles Cuiller am 20. Februar nach Agen und dann in den GNT gehen. Die zum 40. Mal ausgetragene Rundreise der französischen Traber durch ihr Heimatland beginnt am 10. März auf dem kurzen Rechtskurs von Reims, der Hauptstadt der Champagne.