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Der Rochaden-König
14. Februar 2020

In einem enorm besetzten Prix Éphrem Houël für die einheimischen Vierjährigen, bei dem aus der Jahrgangsspitze neben dem Besten der Allaire-Truppe lediglich Gunilla d’Atout fehlte, ließ sich Gu d’Héripré auch nicht von der Unglückszahl „13“ aus der Bahn werfen (es war sein 13. Auftritt) und schaffte, nein zelebrierte den achten Volltreffer in einer Manier, die keine Wünsche offen ließ.

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Gu d'Héripré eine Klasse für sich (Foto: letrot.com)

Der König der Rochaden, die ob der Tempi-Wechsel schon manch Einem das Genick gebrochen haben, ist der Fuchshengst mit der markanten Gesichtszeichnung, der die Nachfolge von unter anderem Pearl Queen (2007), Timoko (2011) und Falcao de Laurma (2019) antrat, nach diesem Match allemal. Im Gegensatz zu sonstigen Gepflogenheiten ging Franck Nivard mit dem 21:10-Favoriten sofort aufs Ganze. Nur kurz duldete er Glorissima in Front und ergriff das Zepter, ehe das Zwölferfeld die Tribünengerade erreicht hatte. Vor Publikum erfolgte die erste Rochade mit dem dräuenden Gamble River, im Bogen von Joinville die nur unwesentlich längere mit Golden Renka, wobei die Fahrt bei 1:15,7 nicht allzu anspruchsvoll war. Das sollte es schon gewesen sein für den das Tempo sukzessive steigernden Coktail-Jet-Sohn, hinter dem „Franckie-Boy“ in jeder weiteren Phase die Hände brechend voll hatte.

Außen schleppte Golden Bridge Goldy Mary, Gallant Way und dann erst mit Girls Talk und Schlusslicht Green Grass die Primaballerinas der ersten und zweiten Stunde voran, wobei man auf den Vormarsch der Bold-Eagle-Tochter lange warten musste. Offensichtlich hatte Mathieu Mottier Order, die Siegerin des Critérium des Jeunes 2019 erst spät einzusetzen. Zu Beginn der Schlusskurve gab er ihr den Kopf fei, doch musste die bullige Braune nun durch die vierte Spur. Gegen Gu d’Héripré war ohnehin nichts zu löten, hinter dem Nivard wie ein Major saß und sich die fruchtlosen Mühen der Kontrahenten seelenruhig ansah. Zwei Längen voraus schnappte sich der Billard-Trainee die 45.000 Euro für Rang eins lockeren Schritts und zählt nun 287.750 Euro sein Eigen. Nicht schlecht für Einen, der erst am 7. Dezember in den Gruppe-Reigen eingestiegen ist.

Für Platz zwei schälte sich aus dem Gewusel Goldy Mary heraus, doch dahinter wurde es hauteng. Innen Golden Renka, mittig der mit Klauen und Zähnen fightende Gamble River und ganz außen Green Grass rauften Kopf an Kopf um die nächsten Prämien, wobei die Co-Favoritin die Pechmarie war. Als Vierte eingekommen, wurde sie von den heute mal wieder extrem strengen Bahnrichtern wegen Gangartschwächen nachträglich eliminiert.

„Er ist bestens zu handhaben, hat einen tollen Rennkopf und macht trotz seiner enormen Gewinnsumme jedes Mal Fortschritte. Er ist ein harter, von der Taktik relativ unabhängiger Typ und nach den heutigen Eindrücken weiter verbesserungsfähig“, schrieb ihm Nivard ins Stammbuch. Einen neuen Rennrekord gab’s gratis dazu: Die im Vorjahr von Falcao de Laurma auf 1:14,0 geschraubte Marke, seit der Prix Éphrem Houël über diese Distanz führt (bis 2015 ging’s über 2175 Meter), verbesserte Gu um 0,2 Sekunden im, wie es aussah, schlanken Gang.

Prix Éphrem Houël (Gruppe II nat., 4jähr. Hengste & Stuten) 
 für europäische Halbmillionäre gewesen sein. Nicht, weil Dreambreaker aus Startreihe zwei rundum beschlagen mit „Testpilot“ Benjamin Rochard am Pulkende nie eine Szene hatte und sein öffentliches Training hinsichtlich anderer Aufgaben ohne jedwedes Interesse für 1.000:10 als durchweg unauffälliger Zehnter beendete. Auch nicht, weil Calaska de Guez, die wie bei einer Sprintentscheidung im Radrennen den Endspurt für Colonel, 700 Meter vorm Ziel um den die zweite Linie anführenden Blues d’Ourville herum flankend, anzog. Der kam in dritter Spur wuchtig auf Touren und schien die Trainingsgefährtin wie Viking d’Hermès, der mit einem Raketenstart „haste-nicht-gesehen“ vor Ange de Lune, Clif du Pommereux und Volcan de Bellande an die Spitze geflogen war, überrollen zu können - bis 150 Meter vorm Ziel.

Dort begann der Goetmals-Wood-Sohn zu schwanken wie ein Rohr im Wind, changierte mehrmals die Gangart und konnte von Nicolas Bazire nur mit aller Finesse zusammengehalten werden, so dass nicht mehr als Platz vier drin war. Dafür holte Calaska de Guez, die Mitte der Zielgeraden bereits am Ende ihrer Kräfte schien, noch einmal tief Luft und zwang in einer mitreißenden Kampfankunft den Leader, an dem sich auch der vorbildlich geschonte Ange de Lune um eine Nasenspitze vorbeiraufte, um eine halbe Länge in die Knie.

Es war für die mit Alexandre Abrivard liierte Achtjährige, die in den Prix du Bourbonnais und de Bourgogne ganz andere Kaliber vor der braunen Brust gehabt hatte, der 23. Erfolg aus 57 Versuchen, mit dem sie 529.690 Euro auf dem Konto hat. Das dicke Ende für den Colonel kam nach Ertönen der gefürchteten „Enquête“-Hupe: Den Stewards waren die finalen Gangartschwächen nicht verborgen geblieben, die zum kompletten Ausschluss führten und die deutlicher distanzierten Nancy America, Clif du Pommereux und deren Gefolge „eins rauf“ rücken ließen. Obwohl der erste Kilometer enorm zügig absolviert wurde, verfehlte Calaska de Guez die im Vorjahr von Tessy d’Eté auf 1:10,3 geschraubte Rennbestzeit um eine halbe Sekunde.

Prix de Munich (int., Sechs- bis Elfjähr., keine 515.000 Euro)
 so etwas wie das Pendant für Satteltraber bis 464.999 Euro an Einkommen dar, die für ebenfalls 80.000 Euro 2850 Meter arbeiten mussten und in dem die Favoriten ziemlichen Schiffbruch erlitten. Bärenstark präsentierte sich in einem seiner letzten Auftritte „en France“ der elfjährige Vivier de l’Oison. Cindy Saout ließ den von Vincent Jarry prächtig eingestellten älteren Herrn munter neben Barry de Courtison durch die Todesspur stiefeln, legte überraschend zu Beginn der langen Schlusskurve einen Zacken drauf und übernahm selbst die Spitze. Trotz des anspruchsvollen Pensums dachte der Sohn des einstigen Monté-Weltrekordlers Prince de Montfort gar nicht daran einzuknicken und hielt souverän zum zehnten Sieg durch. Wie für ihn war es auch für seine 26 Jahre junge Reiterin der wertvollste Treffer der Karriere - und zugleich Cindys 50., mit dem sie den Status eines Lad-Jockey zugunsten einer „Professional“ aufgeben muss.

Die von Jörgen Westholm vorbereitete Unique Juni nutzte als innere Zweite den Sparweg zu Platz zwei vor dem so lange wie möglich an Vivier de l’Oison gekoppelten Brio de Tillard. Favorit Balzac de l‘Iton turnte viel zu lange im Hintertreffen herum, so dass trotz geharnischten Endspurts mehr als Rang vier nicht drin war.

Prix de Lisieux - Monté - (int., Sieben- bis Elfjähr., keine 465.000 Euro)
2850m Bänderstart o.Z., 80.000 Euro
1.    Vivier de l’Oison    12,3    Cindy Saout    517
    11j.br. Wallach von Prince de Montfort a.d. Punaise von Fortuna Fant
    Be: Ec. Nice Nasach; Zü: Marcel Leclerc; Tr: Vincent Jarry

2.    Unique Juni  
3.    Brio de Tillard   
4.    Balzac de l‘Iton    
5.    Délicieux du Cébé    
6.    Diamant de Tréabat   
7.    Boston Terrie    
8.    Barack    
9.    Very First
10.  Capitaine France  
11.  Barry de Courtison 
12.  Banjo de la Noémie   
      Butch Cassidy    
      Jerry Mom    
      Clara du Pontseuil   
12,4    Mathieu Mottier    
12,8    Noémie Hardy    
12,8    Laura Planchenault    
12,9    Florent Guérineau    
13,0    Clément Frecelle    
13,1    Alexandre Angot    
13,5    Alexandre Abrivard    
13,6    Maxime Tijou    
13,6    Matthieu Abrivard    
14,0    Paul-Philippe Ploquin    
14,2    Antoine Voisin    
dis.r.    Damien Bonne    
dis.r.    Benjamin Rochard    
dis.r.    Jérémy Condette   
130
170
29
160
62
49
300
510
110
790
300
650
180
1410

Sieg: 517; Richter: leicht 2 - 6 - ¾ - 2½ - ¾ - 1 - 6 Längen; 15 liefen
Zw-Zeiten: 12,7/1350m - 12,4/1850m - 12,4/2350m
Wert: 36.000 - 20.000 - 11.200 - 6.400 - 4.000 - 1.600 - 800 Euro