Nur fünf Tage nach der viel diskutierten Disqualifikation von Get A Wish und Robert Bergh im Ulf Thoresens Grand International in Jarlsberg lösten skandinavische Rennleiter gleich die nächste Debatte aus.
Diesmal die Kollegen im dänischen Skive, wo am Freitagnachmittag das Grand Circle 3-års Championat für einheimische Dreijährige um jeweils 375.000 DKK (rund 50.000 Euro) ausgetragen wurde. Im Stutenlauf trug Magda deutsche Farben und zugleich die Favoritenrolle.
Die von Dr. Friedrich Gentz gezogene und für sein Gestüt Westerau laufende Quick-Wood-Tochter hatte sich nach Rang vier beim Einstand am 1. Mai in Gelsenkirchen über den Ehrenplatz im Hamburger TCT Gold Cup bis zum überzeugenden Gewinn des Skive-Vorlaufs am 24. Juni kontinuierlich gesteigert, so dass man ihr den ersten großen Wurf zutraute.
Robin Bakker bekam mit Magda gegen die von der Pole Position pfeilschnell gestartete Merle zwar nicht die Spitze, im Windschatten der zweiten Favoritin aber eine versprechende Lage, die der Holländer auch nicht aufgab, als nach einer Runde Jörgen Sjunnesson mit Makememoni MS in der Todesspur aufzog.
Als die Pilotin Mitte der letzten Gegenseite plötzlich das Handtuch warf und rapide abbaute, saß Magda in der Falle, musste Robin Bakker tatenlos zusehen, wie einer nach dem anderen außen an ihm vorbeizog und sich auf die Verfolgung von Makememoni MS machte.
Robin Bakker blieb geduldig, brach einen ersten Spurwechsel wieder ab, bis sich eingangs der Schlusskurve eine (vermeintliche) Lücke auftat, die der 43-Jährige konsequent nutzte. Der Zug schien abgefahren, doch brachte Bakker seine großrahmige Stute tatsächlich nochmal auf Touren und fing die schon wie die Siegerin gehende Makememoni MS kurz vor dem Zielstrich ab.
Als Robin Bakker mit Magda und deren Pfleger Simon Woudstra am Winnercircle auftauchte, hatte die Rennleitung bereits eine Überprüfung der neuralgischen Situation ca. 400 Meter vor dem Ziel eingeleitet. Die dauerte eine Viertelstunde - ein klares Indiz dafür, dass man sich die Beurteilung nicht einfach machte.
Dass man Magda schließlich disqualifizierte und den Sieg der von Christian Lindhardt vorbereiteten 178:10-Außenseiterin Makememoni MS (v. International Moni) in 1:13,7/2080 Meter zusprach, ließ nicht nur Robin Bakker ratlos zurück, der zum Kompott noch mit 3.600 DKK (480 Euro) und drei Tagen Fahrverbot belegt wurde.
Ergebnis: https://travinfo.dk/race_result/536155/6
Video: https://www.youtube.com/watch?v=f7ghbRV5fdM
Über jeden Zweifel erhaben war zwei Rennen später der Sieger im Lauf der Hengste und Wallache. Der Readly-Express-Sohn Menza gestaltete mit Birger Jörgensen auch seinen elften Lebensstart überlegen siegreich, nachdem er sich schon letztmals gegenüber mit mehreren Längen von der chancenlosen Konkurrenz abgesetzt hatte.
Darunter auch die beiden Stolle-Schützlinge Max Million (Jeppe Juel), der aus zweiter Reihe von Haus aus einen schweren Stand hatte, und Marc Chagall (Robin Bakker), der 700 Meter vor dem Ziel im Hintertreffen von den Beinen kam.
Mit 1:13,2/2060 Meter amortisierte Menza den elf Jahre alten Rennrekord von Aron The Baron und zugleich den Bahnrekord für Dreijährige. Mit seinem 11. Sieg übersprang der noch nie außerhalb Dänemarks gelaufene Hengst die 1-Mio.-Kronen-Marke und steht jetzt bei 1.086.500 DKK (rund 145.000 Euro).
Für Birger Jörgensen war es der siebte Triumph im dänischen Dreijährigen-Klassiker.
Ergebnis: https://travinfo.dk/race_result/536155/6







