++ Heute: Neun Rennen ab 14:00 Uhr am Weltfrauentag in Karlshorst ++ ++ Aufgrund steigender Inzidenzzahlen erhält Mönchengladbach keine Genehmigung für Amateurfahren am Samstag, 13. März - Die als Amateurfahren vorgesehenen Prüfungen werden Profirennen - Die Starterangabe läuft bis Dienstag, 11:00 Uhr ++ ++ Die Vierer-Karte in Hamburg teilen sich Robbin Bot und das Gestüt Lasbek mit je zwei Siegen ++ ++ Wien: Josef Sparber mit Gwendoline Go Zweiter in 1:16,4/2100 Meter ++ ++ Mittwoch: Prolog zum Grand National du Trot 2021 in Reims (85.000 Euro/2550 Meter) - Im Rahmen Gestüt Lasbeks Mac Smiley mit Eric Raffin im Prix du Grand Reims (24.000 Euro/2550 Meter) aus dem ersten Band ++
Dänisches Empire auf festem Boden
19. Februar 2021

(nn) Vincennes, Donnerstag, 18. Februar 2021. 90.000 Euro für europäische Fünf- und Sechsjährige, die keine 350.000 gewonnen hatten, schienen die Attraktion des Nachmittags zu sein - doch kaum jemand wollte Anteile daran haben. Sieben Aspiranten wurden in den über 2850 Meter führenden Prix de Nevers ohnehin nur eingeschrieben, und als Go On Boy absagen musste, konnte die Société de Vincennes die 900 Euro für die kleinste Prämie schon mal im Vereinssäckel belassen.

Weitere 6.300 Euro kamen hinzu, weil Foxtrot Sea und Fairplay d’Urzy das erste Klassenziel „durchgängiger Trab“ nicht erreichten und die rote Karte sahen. Es ist eben selbst im Temple du Trot nicht immer alles goldener Glanz. Der an fünfter Stelle liegende Favorit schüttelte nach 600 Metern unwillig den Kopf und sprang, 1.500 Meter weiter trat Foxtrot Sea an die Sulkybrücke For You Madriks, womit auch für ihn das Match beendet war - den Rest erledigte der vom Fleck weg mit Empire regierende Franck Nivard fast im schlanken Gang.

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Franck Nivard (hippique.blog-pmu.fr)

Hinter dem mächtigen, für dänische Interessen vom Südschweden Tomas Malmqvist vorbereiteten Fuchs, der bereits beim Sieg im Prix de Mirande am 24. Januar eine noble Visitenkarte abgegeben hatte, reihten sich For You Madrik und Foxtrot Sea ein, außen versuchte Forum Meslois vor Gallant Way, das Empire am Einschlafen zu hindern. Das kostete den Belloche-Schützling einen besseren als den vierten und letzten Platz, denn For You Madrik konnte er ebenso wenig gefangen halten wie Gallant Ways Endspurt zu Rang drei widerstehen.

Das gelang vielmehr Empire, der die gut gemeinte Schlussattacke For You Madriks viel souveräner ins Leere laufen ließ, als der Vorteil einer halben Länge vermuten ließe. 40.500 Euro im schlanken Gang verdient, das Konto auf weiterhin überschaubare 265.673 Euro ausgebaut und viel Pulver für kommende Engagements gespart - das fünfjährige „Empire“ wackelte und wankte kein Stück und kann sich auf den weiten Weg zu Vorgängern wie Tiégo d’Etang (2012), Anna Mix (2015), Aubrion du Gers (2016), Dorgos de Guez (2019) und im Vorjahr Violetto Jet machen, für die der Erfolg in dieser Prüfung nur eine Durchgangsstation zu sehr viel höheren Weihen gewesen war.

Prix de Nevers (Gruppe III int., Fünf- und Sechsjähr., keine 350.000 Euro)

2850m Bänderstart o.Z., 90.000 Euro

1.      Empire                            14,2     Franck Nivard                    36

         5j. Fuchshengst von Västerbo Prestige a.d. Gossip Gal von SJ’s Caviar

         Be: Judy Pålsson & Leif Hansen, DK; Zü: Panamera Racing / Jens Glud Hansen, DK; Tr: Tomas Malmqvist

2.      For You Madrik              14,2     Eric Raffin                           92

3.      Gallant Way                   14,5     Anthony Barrier               110                           

4.      Forum Meslois              14,8     Gabriele Gelormini           44

         Foxtrot Sea                    dis.r.    Cédric Mégissier             170

         Fairplay d’Urzy              dis.r.    Jean-Michel Bazire           23

Sieg: 36; Richter: sicher ½ - 4 - 4½ Längen; 6 liefen (NS Go On Boy)

Zw-Zeiten: 16,7/1350m - 14,7/1850m - 15,1/2350m

Wert: 40.500 - 22.500 - 12.600 - 7.200 - (4.500 - 1.800 - 900) Euro

Video: https://www.letrot.com/fr/replay-courses/2021-02-18/7500/6

Damit sackte Nivard ab dem fünften Rennen alles ein, was vom Tage übrig blieb - die Prüfungen sechs, sieben und acht. Es wurde für den 41-jährigen „mit der kalten Hand“ ein trotz Regenschauern und entsprechender Piste goldener Nachmittag, den er als Diener vieler Herren erlebte. Initialzünder war der Doberman-Sohn Impact Player, mit dem er für Emmanuel Allard den Prix de Vibraye um 27.000 Euro holte. Nach dem Coup mit Empire fuhr der ewige Kronprinz hinter König Bazire für Thierry Raffegeau mit Goût Baroque den Prix de Cahors (44.000 Euro), zum krönenden Abschluss für Pierrick Le Moël mit Geniale Star den Prix de Briey (29.000 Euro) und besserte seine heuer ein wenig ins Schlingern geratene Meeting-Bilanz gehörig auf.

Außerhalb des Rennprogramms

... beherrschte der Fahrerwechsel bei Face Time Bourbon vom ersten Wunschpartner Björn Goop, der den Sechsjährigen seit September 2018 bzw. dessen sechstem Start bis auf eine Ausnahme in Händen hatte (Antonio Somma damals: „Wenn du einen Mann wie Goop auf Dauer verpflichten kannst, gibt’s keine bessere Wahl.“), zu Eric Raffin die Schlagzeilen der Fachzeitschrift Paris-Turf, womit die Trennung, die schon am Montag durchgesickert war, quasi offiziell wurde.

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Antonio Somma und FTB (Foto: equidia.fr)

Grund war der verlorene oder, wie es im deutschen Rennbahn-Jargon heißt, verknallte Prix de France, in dem sich Goop mit Face Time Bourbon ohne Not auf Längen und vielleicht auch im Überschwang der Gefühle abgesetzt hatte und von - ausgerechnet - Eric Raffin und Délia du Pommereux gestutzt worden war. Das wog offensichtlich schwerer als die beiden gemeinsamen Triumphe in den Prix d’Amérique 2020 und 2021. Natürlich haben beide Piloten solche oder ähnliche Konstellationen um Weltklassepferde zuhauf erlebt - Goop beispielsweise als „Erbe“ von Timoko, Bold Eagle und Readly Express.

Während sich Raffin artig „für das Vertrauen bedankte, dass mir die Entourage eines solchen Klassetrabers schenkt. Ich freue mich schon auf die Zusammenarbeit“, redete Somma als 50-Prozent-Eigner auf dem Rennsport-Kanal Equidia Tacheles:

„Ich danke Björn für fast 2½ Jahre, in denen er als guter Partner für Face Time Bourbon zur Verfügung gestanden hat. Doch die Ära endet nach dem Prix de France. Ich treffe diese gewiss nicht leichte Maßnahme zum Besten des Pferdes. Face Time wird wieder gewinnen und auch mal verlieren - keine Frage, aber nun soll er so gesteuert werden, wie er es verdient und wir uns das vorstellen. Ich habe unmittelbar nach dem Rennen und nochmals am Sonntagabend mit Björn gesprochen. Wir sind bei der Analyse zu unterschiedlichen Ansichten gekommen. Als jahrzehntelange Rennstallbesitzer bin ich Niederlagen gewohnt, doch auf diese Weise zu verlieren war für mich inakzeptabel."

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Björn Goop (Foto: twitter.com)

"Björns Taktik war falsch und vielleicht auch ein wenig überheblich. Die Niederlage war bitter, aber das allein war es nicht. Jeder kann und darf Fehler machen - auch ein Zidane im Fußball. Nur gilt es, aus ihnen zu lernen. Björn hat nicht eingesehen, dass seine Taktik falsch war. Vielleicht ist’s auch ein Fehler von mir, jetzt den Steuermann zu wechseln - das wird sich zeigen. Doch ich habe mich im Interesse des Pferdes entschieden, dem solche Hetzjagden vorneweg vielleicht auf Dauer den Zahn ziehen. Andererseits sind nicht alle Brücken abgebrochen. Natürlich ist und bleibt Björn ein Super-Profi, daran gibt’s nicht den geringsten Zweifel. Und vielleicht greifen wir ja auf ihn zurück, sollte Face Time in Schweden antreten.“

Die Wahl, wer bis auf weiteres im Sulky des trotz der Niederlage - es war erst die sechste in der Karriere des Ready-Cash-Sohnes - wohl aktuell weltbesten Trabers sitzt, hat der Neapolitaner dem Trainer überlassen: „Sébastien hat von mir eine Liste bekommen: Matthieu Abrivard, Gabriele Gelormini, Yoann Lebourgeois, Franck Nivard, Eric Raffin“, aus der Guarato den aktuellen Champion gepickt hat: „Ich habe mit Eric schon sehr erfolgreich zusammengearbeitet, und wir haben viele Rennen gemeinsam gewonnen. Er hat mein volles Vertrauen.“