++ Heute: Auftakt des Hamburger Grand Prix Meetings mit der Deutschen Amateurmeisterschaft (30.000 Euro), dem Trotting Class Gold Cup (30.000 Euro) mit einem 8.000-Euro-Stutenrennen sowie zwei 12.000-Euro-TCT-Läufen für Zweijährige - Beginn 14:00 Uhr ++ ++ Heute: Anton Poschacher Gedenkrennen (20.000 Euro) für Österreichs Dreijährige mit Black Money (Josef Sparber) und Lady Cash AS (Rudi Haller) - Österreichisches Flieger Derby (15.000 Euro) mit dem Dauerduell Charmy Charly AS vs. Shining Star - Matthias Schambeck mit Sama Pride Venus - Frei für Alle mit Ocean Blue aus zweiter Reihe - Beginn 14:00 Uhr ++ ++ Prag: Siegreiches Gastspiel von Stall Gesveas Dean les Jarriais mit Julia Wiesner ++ ++ Romme: Ildiko mit Kristina Gust Zweite in 1:14,9/2140 Meter - Stall Gesveas Hera Eck (Valentin Prevost) nach Fehler unplatziert in 1:15,7/2140 Meter ++ ++ Montag (3. Oktober): Tag 2 des Hamburger Grand Prix Meetings mit Starbesetzung - Großer Preis von Deutschland (40.000 Euro) mit Derbysieger Days of Thunder und dem dänischen Derbyzweiten Garfield - beide aus zweiter Reihe - gegen den schwedischen Breeders-Crown-Zweiten Indy Rock - Preis von Hamburg (40.000 Euro) mit Deutschlands schnellstem Wallach Hidalgo Heldia - Je 15.000 Euro in der Hamburger Stutenmeile, im Langen Hamburger (3.240 Meter) und in der Hamburger Rekordmeile - Beginn 13:45 Uhr ++ ++ Mittwoch: Volle PMU-Karte in München - Zehn Rennen ab 11:35 Uhr ++
Trauer um Heinz-Friedrich "HF" Müller
24. August 2015

Wir veröffentlichen an dieser Stelle den Nachruf von Günther Lühring, dem Vorsitzenden des Hooksieler Rennvereins (www.hooksieler-rennverein.de). Heinz-Friedrich Müller war Ehrenmitglied dieses Vereins. Das Präsidium des Hauptverbandes für Traberzucht drückt der Familie und den Freunden von Heinz-Friedrich Müller sein Mitgefühl aus.

 

In Memoriam Heinz-Friedrich Müller

Vor wenigen Tagen verstarb im Alter von 91 Jahren der Landwirt Heinz-Friedrich Müller, Traberhof in der Nähe von Hooksiel.

Seine ganze Passion galt dem Trabrennsport, dem ich hier einige Zeilen widmen möchte, da dieser doch im wesentlichen zu seinem Lebensinhalt neben der Landwirtschaft wurde. Aufgewachsen ist er auf dem Gut Oesterdieken, auf dem die Pferdehaltung immer eine große Rolle gespielt hat. Ursprünglich war dort eine Hengststation für Oldenburgische u. Ostfriesische Warmblüter, denn auch dort wurden sehr viele Arbeitspferde und Wagenpferde für die umfangreichen Feldarbeiten gehalten und auch gezüchtet. H.F. Müller nahm auch noch als Soldat am 2.Weltkrieg teil und nach der Heimkehr aus der Gefangenschaft nach Österdieken waren dort noch viele Soldaten einquartiert, die auch diverse Pferde mit sich führten.

Unter denen befanden sich einige sogenannte „Beutepferde“, natürlich ohne Abstammungsnachweise, die wohl auch Traberblut in sich führten. Die Geschwindigkeiten im Trab begeisterten auch die Müller-Brüder Anton und Heinz-Friedrich dermaßen, dass sie ihr Leben lang nicht wieder davon loskamen.

HF Müller

Über viele Jahre nahm besonders H.F. Müller auf den ländlichen Bahnen auffällig erfolgreich an den Trabrennen für Oldenburger und Ostfriesische Warmblutpferde teil und ebenfalls in den Rennen für „Vollbluttraber“, die gerade in den 50er Jahren auf den Bahnen der Region wegen ihrer hohen Trabgeschwindigkeit und Ausdauer ganz besondere Beachtung bei tausenden von interessierten Besuchern fanden.

Nach dem Kriege waren die Renntage ein willkommenes Ereignis für alle Bevölkerungsschichten, um dem schweren Alltag zu entfliehen, nach soviel erlebtem Elend. Als ein äußerst erfolgreicher „Vollbluttraber“ auf den ländlichen C-Bahnen in der näheren und weiteren Umgebung erwies sich ein Traber mit dem Namen „Sturmwind“. Dieser gewann Rennen mit über 100 Meter Zulagen, so dass einige Experten auf diesen „Sturmwind“ aufmerksam wurden und H.F.Müller empfahlen: „dor musst Du mit no Hambörg hen“.

Da ja bislang keinerlei Kontakt zu einer Großrennbahn bestand, aber H.F. Müller doch von Haus aus für Abenteuer und Neuland zu haben war, wurden sämtliche Quellen genutzt, um Kontakt nach Hamburg aufzunehmen. Irgendwann war es dann soweit, dass alle notwendigen Formalitäten erledigt waren und das „Abenteuer Trabrennen in Hamburg“ konnte beginnen.

Als Transportmittel stand ein alter Einachsanhänger mit Torfschotten zur Verfügung, der von einem alten Daimler gezogen wurde. Da konnte ein Pferd schon mal seekrank werden. Wer damals „Sturmwind“ im Rennen gefahren hat, weiß ich nicht, jedenfalls war dort „Sturmwind" als langer Außenseiter siegreich....., und damit war „die Flamme entfacht, die erst jetzt durch den Tod von Heinz-Friedrich Müller erlöschen sollte. Es ist nicht möglich alle seine Erfolge hier aufzuführen - vor allem fuhr er in erster Linie nur seine eigenen oder in Familienbesitz befindlichen Pferde.

Die Anzahl seiner zahlreichen Siege werden mit 500 angegeben, könnten aber auch noch darüber liegen, da amtliche Statistiken lediglich ab 1980 geführt werden bzw. vorhanden sind. Seine Siege bekommen zusätzliche Bedeutung durch den Gewinn zahlreicher Zuchtrennen, in denen er gegen die Profis erfolgreich war.

Stellvertretend für viele andere Sieger aus seinem Stall, an die sich sicher noch einige Leser gut erinnern können, sind „Johann“ der nach Österreich verkauft wurde, Heide-Lore, Vigant (Sieger in der Deutschen Amateurmeisterschaft 1984 und 1985) und Vlado (Sieger in der Deutschen Amateurmeisterschaft 1987). Weiterhin gehört erwähnt, dass die Familie H.F.Müller nach dem Bau des „Traberhofes“ Anfang der 60ger eine eigene Trainingsbahn von ca. 1000 Meter Länge geschaffen haben, auf der später nach und nach ca. 25 unterschiedliche Traberbesitzer eine Möglichkeit geboten bekamen ihre Pferde zu trainieren, unter der fachkundigen Anleitung von H.F.Müller. Im Herbst und im Winter verabredete man sich zum Training im Watt bei Schillig, was sich als besonders gut für die Pferdebeine und die Kondition erwies.

Seine großartigen Erfolge ließen in Fachkreisen „aufhorchen“ weil es ihm gelang, vorher etwas „rennbahnmüde“ gewordenen Pferde wieder Lust am Rennsport zu verschaffen, denn früher standen ja fast alle Rennpferde auf den Bahnen. Sozusagen war H.F. Müller in gewisser Weise im deutschen Trabrennsport ein „Trendsetter“, denn heute starten fast alle Pferde von außerhalb und sind dabei ähnlich erfolgreich.

HF Müller 2

Durch die Gastfreundschaft der gesamten Familie Müller, wozu natürlich in erster Linie seine Frau Johanna gehört, bildete sich eine große Insel von Traberbesitzern und Züchtern, die ständig auf dem Traberhof ein und aus gingen. Dies führte wiederum dazu, unter dem Ideengeber Dr. Karl-Heinz Gaede, den Hooksieler Rennverein e.V. zu gründen und eine eigene Rennbahn in Hooksiel auf einem Spülgelände zu bauen.

Auch diese Pläne wurden auf dem Traberhof geschmiedet, natürlich mit einer Tasse Tee mit Kluntjen, die Johanna immer für ihre Gäste bereit hielt. Ebenfalls wurden später auf dem Traberhof nötige Werbeplakate und Rennbahnutensilien in Eigenarbeit durch Vereinsmitglieder hergestellt. Dr. Christoph von Mitzlaff , der ein Sohn von dem berühmten Galoppertrainer Sven von Mitzlaff ist, war seinerzeit Bankdirektor in Wilhelmshaven und ist Gründungsmitglied des „Hooksieler Rennverein e.V.“.

Gemeinsam haben wir innerhalb des Sportes unendlich schöne Erfolge gefeiert und Lebensfreude daraus geschöpft und sehr viele tolle Menschen kennenlernen dürfen, die wir ohne Pferde nie kennengelernt hätten.

Lieber Heinz-Friedrich, mit Dir tritt wieder ein Stück „Urgestein“ von der Bühne ab, Du warst jemand der mit den Pferden aufgewachsen und mit ihnen gelebt hat.

Persönlich danke ich Dir für viele Jahre Freundschaft, die in tausenden von Kilometern auf den Autobahnen der Republik gewachsen ist.

 

(24.08.2015)