(MTZV-press) Der Große Preis von Bayern stand im Mittelpunkt der Karte in München-Daglfing. Bei hochsommerlichen 30 Grad gingen insgesamt sechs Pferde an den Start, von denen mit Slightly Love AS (Michael Nimczyk) und Northern Rose (Josef Franzl) gleich zwei beim Start durch ausgiebige Fehler ausfielen. Die verbliebenen vier Pferde lieferten sich in der Folge einen interessanten Kampf um Sieg und Plätze.
Zunächst war Orlando Paladino (Thorsten Tietz) mit mächtigem Antritt an die Spitze geeilt. In dessen Fahrwasser folgte Tigerhead (Marciano Hauber) vor Giasone Wise L (Rudi Haller) und Pearl Newport (Marisa Bock). Nachdem Orlando Paladino heftig gegen die Hand ging, konnte Thorsten Tietz das Tempo erst 1.000 Meter vor dem Ziel ein wenig drosseln. Diesen Moment nutzte Rudi Haller umgehend um sich neben den Piloten zu legen, der daraufhin wieder kräftig anpackte und so auf den ersten 1.500 Metern schon viel Kraft verbraucht hatte.
Eingangs zum Schlussbogen verließ Tigerhead (Marciano Hauber) den Windschatten des Piloten, wechselte in die dritte Spur und lancierte einen starken Angriff, den Orlando Paladino nicht kontern konnte. Im Einlauf setzte sich Tigerhead immer weiter ab und landete schließlich einen überlegenen 5 ½ Längen-Sieg gegen den im Einlauf noch mal gut anpackenden Giasone Wise L und Pearl Newport, die am müden Stallgefährten Orlando Paladino vorbei noch das dritte Geld holte.
Besondere Freude herrschte bei Siegfahrer Marciano Hauber, nicht nur ob der starken Vorstellung seines Schützlings, der über keine Derby-Nennung verfügt, sondern auch weil der Vierjährige vor dem Start in den Besitz seines Piloten übergegangen ist, der damit um 7.500 Euro reicher wurde.
I am Jet und Arrivederci in den TCT-Läufen
Seit einigen Jahren ist Daglfing Partner der TCT und der Gold-Cup für Dreijährige Pferde wurde als zweites Highlight mit zwei Abteilungen durchgeführt. Vorwegnehmen kann man das Ergebnis, denn beide Läufe gingen an den jeweiligen Totofavoriten.
Bei den Stuten siegte Stall Wieserhofs I am Jet (Thorsten Tietz), die wie schon in Hamburg von der Spitze aus keine Mühe hatte, den Sieg unter Dach und Fach zu bringen. Dies umso mehr als Hauptkontrahentin What a Dream (Michael Nimczyk) am Start einen Fehler hinlegte, so etwas mehr als 30 Meter verlor und so gegen die Favoritin keine Chance hatte.
Die Stall Express-Vertreterin lief dennoch ein bemerkenswertes Rennen und ist fehlerfrei sicherlich eine Kandidatin für die Jahrgangsspitze der Dreijährigen. Weit hinter den beiden Erstplatzierten holten sich La Madrina (Josef Franzl) und Iroshima Jet (Marisa Bock) die weiteren Prämien.
Zum Abschluss angesetzt war der Lauf für Hengste und Wallache, der sich zu einer klaren Angelegenheit für Arrivederci (Michael Nimczyk) entwickelte. Der in Willich vorbereitete Hengst stürmte sofort an die Spitze, hielt den in seinem Windschatten sehr gut gelaufenen Indianajones Treb (M. Bock) auf Distanz und siegte in 1:16,2 / 2.100 Meter nach Belieben.
Rudi Haller mit Treffern im Rahmen
Ein gut besetztes Rahmenprogramm begann mit einem Sieg für Josef Franzl, der dieses Mal im Sulky von King des Ves engagiert war und das Rennen für die Trotteur Francais überlegen gegen drei Gegner gewinnen konnte, ohne dass er sich gegen Kamilla Doctor (Robert Pletschacher) und Jivago du Gers (Andreas Geineder) groß anstrengen musste.
Insgesamt drei Fahrererfolge an diesem Nachmittag gelangen Marciano Hauber. Neben dem Sieg im Großer Preis von Bayern punktete er mit Schützlingen von Manfred Schub und vertrat den in Wien beim Österreichischen Derby weilenden Christoph Fischer sehr erfolgreich.
Zunächst siegte er mit Contessa Vincente in der kleinen Klasse gegen Shenandoah (Marisa Bock) und Valkyria (Michael Nimczyk). Später am Nachmittag führte er Katja Gütleins Princess Peach beim zweiten Start der Saison zum ersten Volltreffer, wobei die Stute gegen Bellucci Rosso (Thorsten Tietz) nur mit der Nasenspitze gewinnen konnte.
Drei Punkte als Trainer und zwei als Fahrer verbuchte Rudi Haller. Der Sauerlacher Trainer stellte zunächst Sullenberger wieder in der Heimat vor. Dieser hat vom Start in Berlin offenbar stark profitiert, denn in 1:14,8 / 2.100 Meter siegte der Hengst in feiner Manier, bewies weiter ansteigende Form und ließ Carrie B. (Josef Franzl), die 6 ½ Längen zurück ins Ziel, kam keine Chance.
Deutschlands Goldhelm der Amateure Tom Karten, der demnächst ins Profilager wechseln wird, steuerte Super Pro LR zum Sieg, hielt dabei Lebensgefährtin Lena Franzl mit George Gentley Mo lange Zeit hinter sich und musste trotz ideal eingeteilter Fahrt nochmals zittern, da der Mommert-Wallach zur Linie hin kräftig auf Touren kam und im Ziel nur noch eine halbe Länge Rückstand hatte.
Einen weiteren Sieg für KWM Stables steuerte in der höchsten Tagesklasse Sheldrake (Rudi Haller) bei. Der Love-You-Sohn lauerte lange Zeit im hinteren Teil des Feldes, ehe er im Einlauf zum Überholvorgang ansetzte und am lange Zeit führenden Carpendale (Thorsten Tietz), der hoch eingeschätzten Sangria Pellini (Michael Nimczyk) und Hulken Sisu (Hans Hellmeier) vorbei zum Sieg flog. Nach den zwei Treffern in der Berliner Silberserie ein weiteres Ausrufezeichen des inzwischen Fünfjährigen.
In toller Form befindet sich auch Tampa Bay (Lasse Grundhöfer), die aus der zweiten Reihe toll ins Rennen fand und schon in der Gegenseite an der Seite des führenden Umbesi (Tom Karten) auftauchte und selber die Spitzenposition übernahm. Alles weitere war Formsache, denn Grundhöfer steigerte das Tempo auf dem letzten Kilometer geschickt, so dass keine wirkliche Opposition zu sehen war. Hinter der Stute belegte Umbesi den Ehrenplatz, Vaiana (Herbert Lorenz) endete auf Rang drei.
Nach dem Ausfall von Valesco (Thomas Maaßen) am Start war der Sieg von Augustiner letztlich auch nur Formsache. Von der Spitze aus dominierte der Wallach das Geschehen nach Belieben und siegte gegen die langen Außenseiter Luna Barosso (Christian Ferstl) und Laith H Boko (Romina Geineder).
Eine Überraschung landete Great Darkness Fire (Robert Pletschacher), der beim 33. Start seiner Karriere endlich den ersten Sieg für Stall P.S. Racing erzielen konnte, wobei er auf den letzten Metern noch fast Zamba Zamba S (Andreas Geineder) den Vortritt lassen musste.
Durch die nicht erwarteten Siege von Great Darkness Fire und Princess Peach blieb die V6-Wette ohne richtige Kombination, so dass am nächsten Daglfinger Renntag ein Jackpot in Höhe von 9.267 Euro zur Ausschüttung kommt.
Weiter geht es in Daglfing am Donnerstag, 16.07.2026.










