(dk) ... hatte der Hooksieler Rennverein e.V. am Mittwoch zum bei besten äußeren Bedingungen ausgetragenen Auftakt seiner alljährlichen Trilogie am westlichen Eingang des Jadebusens zu bieten.
Einmalig insofern, als dass es nach eigenem Bekunden von Frank Boenke das erste Mal war, dass er gemeinsam mit seiner Partnerin Roswitha Dolch zwei Sieger an einem Tag stellte.
Das war durch ihre kürzliche Neuerwerbung Paljas Vryenesse, mit dem der passionierte Amateur den diesjährigen Reigen auf der Jaderennbahn eröffnete, als er den an der Spitze lange souverän wirkenden Tschetan (Ronald de Beer) aus zweiter Position auf den letzten Metern noch zu fassen bekam, sowie Shanty der Fall, mit der Jochen Holzschuh mit Erreichen der Schlussrunde auf Attacke umschaltete und nach ausgangs der letzten Gegenseite übernommener Führung den Return der bis dahin führenden Looks Live Shiva (Joachim Hay), die im Nachgang wegen einer Behinderung an Hera disqualifiziert wurde, in der Distanz sicher aushielt.
Lange nicht erlebt insofern, als dass Sytske de Vries, der einst mehrfachen niederländischen Monté-Championesse, die sich hierzulande in den letzten Jahren ziemlich rar gemacht hatte, nach beinahe sechs Jahren Durststrecke der erste Sieg auf deutschem Boden gelant, als sie mit dem Oost-Schützling Ginkgo Rocq das Reiten gegen den Stallgefährten Huis Clos gewann, auf dem Ronja Walter vielleicht auch nicht das Allerletzte versuchte, da der Einlauf für Besitzer und Trainer ja ohnehin bereits frühzeitig eine "geschlossene Gesellschaft" (deutsche Übersetzung des Sartre-Klassikers »HUIS CLOS«) war.
Doppelt erfolgreich war Frank Westerveld, dessen Let it be Petnic sich einmal mehr als Spezialist für den Kurs im Wangerland bewies, als er nach Siegen in 2023, 2024 und auch vor Jahresfirst bei der diesjährigen Eröffnungsveranstaltung gleich zweimal gewann und dabei beim zweiten Auftritt, wo er gar durch die Todesspur musste, mit 54:10 sogar mehr zahlte als bei seinem ersten Erfolg, als er die sofort führende hohe Favoritin Lady Nele an der letzten Ecke in eine Galoppade genötigt und für 49:10 souverän gewonnen hatte.
Und zwei Zähler lässt sich auch Jochen Holzschuh gutschreiben, der neben Shanty auch mit dem früh führenden Zapado S triumphierte und nach dem Sieg von Paljas Vryenesse sogar drei Tagessieger auf dem Transporter ins heimische Dülmen hatte.
Bleibt noch der Sieg von Milton T, mit dem Joachim Hay bereits in der ersten Gegenseite zu einem Run durch die Todesspur nicht Nein gesagt hatte und der sich in der Folge beim 50. Lebensstart zu seinem zweiten Erfolg lifetime (der erste war vor Jahresfrist ebenso in Hooksiel zustande gekommen) durchbiss, bei dem er den nachsetzenden Favoriten Norman Charisma (Danny den Dubbelden) knapp in Schach hielt.
Da es ja selbst bei langjährig etablierten Veranstaltern immer etwas zu verbessern gibt, kann man sich als Bildschirm-Zuschauer nur wünschen, dass Rennkommentator Detlef Orth bei den weiteren Veranstaltungen wahlweise ein Kommentatoren-Platz geschaffen wird, von dem aus er das Geschehen auf der Bahn auch überblicken kann, oder aber zumindest ein Bildschirm mit den Live-Bildern zur Verfügung gestellt wird.
Dass selbst vergleichsweise unbedarften Zuschauern regelmäßig auffällt, dass der Mann am Mikrofon über die Geschehnisse im Rennen nur mutmaßt, die die Live-Bilder realiter ganz anders darstellen, hat weder er verdient noch werfen sie ein besonders gutes Licht auf den ansonsten wie immer sehr bemühten Veranstalter.





