(Travronden/MT) Ist dies ist ein deutliches Zeichen für den Niedergang des italienischen Trabrennsports? Die Grupperennen am kommende Samstag auf der Rennbahn Agnano bei Neapel wurden nach Garigliano verlegt. Grund dafür ist die Schließung der Zuschauerbereiche durch die Behörden aufgrund mangelnder Instandhaltung.
Als ob sinkende Umsätze und Preisgelder nicht schon genug wären, kämpfen mehrere italienische Trabrennbahnen auch noch mit vernachlässigten Zuschauerbereichen. Auf der traditionsreichen Rennbahn Agnano bei Neapel ist die Situation so weit fortgeschritten, dass die Behörden am 8. Juni beschlossen, den gesamten Zuschauerbereich zu schließen.
„Aufgrund der notwendigen umfangreichen baulichen Überprüfungen der öffentlichen Bereiche der Rennbahn Agnano, die für den Wiederaufbau der Anlage erforderlich sind, wird hiermit bekanntgegeben, dass der öffentliche Zugang zur Anlage vorsorglich gemäß Titel V des Gesetzesdekrets 81/08 und den nachfolgenden Änderungen vorübergehend gesperrt wird. Die geplanten Trab- und Galopprennen am Abend finden ohne Zuschauer statt“, heißt es auf der Website von Agnano.
Die Rennbahn Agnano wurde 1935 eröffnet und ist vor allem als Austragungsort des zweitgrößten Sprintrennens Europas, des Gran Premio della Lotteria, bekannt.
Dieses Rennen fand am 3. Mai noch mit Zuschauern auf den Tribünen statt, doch kaum zwei Monate später gelten die Zuschauereinrichtungen als so vernachlässigt und gefährlich, dass sie geschlossen wurde.
Am Samstag sollten auf der Rennbahn in Agnano zwei Gruppe-I-Rennen stattfinden, diese wurden jedoch nach Garigliano, weniger als 16 Kilometer nördlich von Neapel, verlegt.
Die italienischen Trabrennbahnen erhalten jährlich einen Instandhaltungszuschuss der italienischen Landwirtschaftsbehörde für ihren Betrieb. Im vergangenen Jahr belief sich der Gesamtbetrag auf 37,2 Millionen Euro, wovon 3,3 Millionen Euro auf die Rennbahn in Agnano entfielen.
In diesem Jahr fanden auf der Rennbahn bisher 71 Trab- und 27 Galoppveranstaltungen statt.





