++ Berlin: Major Ass gewinnt in bewährter Hand von Michael Hönemann den 7. Lauf der Gold-Serie in 1:16,0/2500 Meter vor Willow Bay Evert und River Flow - Emma Stolle punktet erneut mit Beppi Santana und verkürzt im Amateurfahrer-Championat auf 17:16 ++ ++ Paris: Cleangame (Jean-Michel Bazire) sichert sich trotz zweifacher Zulage in 1:12,0/2900 Meter das Finale zum Grand National du Trot (130.000 Euro) - Crack Money (Cedric Terry) endet unplatziert, bleibt in der Gesamtwertung aber vorn ++ ++ Wien: 13. Saisonerfolg für Stall Wieserhofs Giacomo Pastor - Rudi Haller auch mit Allegra Racings Clubs Deniro - Erich Kubes gewinnt für das "Team Lila" mit Stall Noahs Pralla Michi, endet mit Avanti Royal unplatziert, mit Serafino am Turm ++ ++ Trauer um Josef Bureik - Der einst erfolgreiche westdeutsche Besitzer und Züchter ist im Alter von 75 Jahren verstorben ++ ++ Montag: PMU-Abend in München - Sieben Rennen ab 18:30 Uhr ++
Sauber, sauber, Cleangame!
17. Oktober 2021

(nn) Beaumont-de Lomagne, Sonntag, 17. Oktober 2021. Gab es an diesem Wochenende einen „Unverlierbaren“ im Pferderennsport, so war dies Cleangame. Auf seiner persönlichen Tour de France durch die auch Wallachen geöffneten Grand Prix der Regionen gab er nach jenen in Amiens (Région Nord) und Angers (Région Anjou-Maine) in Frankreichs Südwesten sein „présent“. Dort war nach Bordeaux, Toulouse und Agen turnusgemäß Beaumont-de-Lomagne Gastgeber des zum 44. Mal ausgefahrenen Grand Prix du Sud-Ouest.

Das 4.000-Seelen-Nest hatte Kaiserwetter für den König der Wallache bestellt: Sonnenschein, Windstille und schnuckelige 21 Grad lockten, so schien es, die gesamte Einwohnerschaft aufs proppenvolle Hippodrom, das mit 1.115 Metern eines der kleinsten der Grande Nation ist. Das bedeutete enge Bögen - scheinbar das einzige kleine Fragezeichen für den vom Saulus zum Paulus mutierten, früher so unberechenbaren Burschen, der in letzter Zeit Rechtskurse fleißig und erfolgreich umschifft hatte.

Jean-Michel Bazire ließ es sich nicht nehmen, den Neunjährigen selbst zu steuern, trotz der idealen Nummer „3“ hinterm Startwagen äußerste Vorsicht walten und verschwand zunächst im Mittelfeld. An der „1“ war für Brillant Madrik das Rennen sofort im Galopp beendet, und auch Etonnant fand nicht glatt in die Partie und verschwand im Hintertreffen.

Die aus zweimonatiger Pause zum 117. Mal antretende Bahia Quesnot begann am schwungvollsten, wurde jedoch ausgangs der ersten Kurve von Bilooka du Boscail abgelöst, die Dreammoko in der Außenspur hielt. Hinter Richard Westerinks zweiter Waffe fanden Flamme du Goutier und Ce Bello Romain ihre Plätze. Im zweiten Bogen begann Cleangames Attacke. Bazire schenkte dem Ouragan-de-Celland-Sohn nichts und ließ ihn in dritter Spur munter treten.

Es dauerte bis in die vorletzte Kurve, bis Cleangame wenigstens in Spur zwei herunterkam - nunmehr neben Flamme du Goutier, die der am Ende schachmatten Bilooka du Boscail für die Schlussrunde den Taktstock abgejagt hatte. Trotz des immensen Aufwands war sich „JMB“ des 40. Sieges seines Schützlings sehr sicher. Fast aufreizend lässig und gefühlt den gesamten Einlauf herunter schaute er, nachdem er Flamme du Goutier vor der letzten Biege zu den Akten gelegt hatte, interessiert nach links und rechts, was sich hinter ihm abspielte.

Cleangame

(Foto: ladepeche.fr)

Er sah, wie Etonnant den Kraftakt auf der letzten Überseite, der ihn in dritter Linie in vorderste Gefilde brachte, nicht durchhielt, wie der Vorjahrsdritte Ce Bello Romain innen an Flamme du Goutier vorbeischlüpfte - und vor allem, wie seine zweite, in Christophe Martens‘ Händen sich pudelwohl fühlende Waffe Rebella Matters aus Etonnants Windschatten kernig antrat und weit außen zum Ehrenplatz flog.

Obwohl die Norwegerin, die für Bazires Quartier seit dem 1. Januar 2020 zum 28. Mal auf Achse war, nur eine Dreiviertellänge vom Trainingsgefährten trennte, hatte sie gegen diesen nie eine Chance. Für Cleangame schien‘s nicht mehr als ein zügiger Nachmittagsspaziergang, bei dem er en passant den Distanzrekord Aubrion du Gers‘ um 0,7 Sekunden unterbot. 67.500 frische Euro ließen sein Konto auf 1.682.170 Euro wachsen.

In 14 Tagen steht der Grand Prix du Centre-Est in Lyon-Parilly auf seinem Speisezettel, „wenn denn die Beine halten“, wie Bazire betonte, „der Linkskurs wird ihm liegen.“ Danach wird’s allmählich eng mit passenden Aufgaben in seiner Heimat. Ausgerechnet während des Vincenner Winter-Meetings, das die besten Traber Europas versammeln möchte, hat er als schwerreicher Wallach kaum Beschäftigungsmöglichkeiten. Nach dem Finale des GNT am 5. Dezember ist im Temple du Trot für ihn Schluss. Es sei denn, der Maître modelt ihn zum Satteltraber um…

Für die mit vollem Beschlag angetretene Bahia Quesnot hatte Junior Guelpa nicht zu wenig versprochen: Sie sollte sich erst wieder einrollen; mit dem heutigen Tag begann die Vorbereitung aufs Winter-Meeting, in dessen Mittelpunkt für sie vielleicht die Titelverteidigung im Prix de Cornulier steht – über die genaue Route ist sich ihr Trainer noch nicht sicher.

44. Grand Prix du Sud-Ouest - Prix Jean Dumouch - (Gruppe II int., Vier- bis Zehnjährige)
2400m Autostart, 150.000 Euro
1.    Cleangame    12,1    Jean-Michel Bazire    11
    9j.br. Wallach von Ouragan de Celland a.d. Red Bell von Jag de Bellouet
    Be: Jean-Pascal Bragato; Zü: Alain-Louis Beaumont; Tr: Jean-Michel Bazire
2.    Rebella Matters    12,1    Christophe Martens    160
3.    Ce Bello Romain    12,2    Anthony Barrier    100
4.    Flamme du Goutier    12,3    Théo Duvaldestin    160
5.    Etonnant    12,5g    Richard Westerink    280
6.    Bilooka du Boscail    12,5    Yves Hurel    920
7.    Bahia Quesnot    12,6    Junior Guelpa    450
8.    Fairplay d‘Urzy    12,9    Romain Congard    540
9.    Dreammoko    14,1    Antoine Lhérété    970
    Brillant Madrik    dis.r.    Léo Abrivard    560
Sieg: 11; Richter: leicht ¾ - 1½ - 1 - 2 - 1 - ½ Länge; 10 liefen
Wert: 67.500 - 37.500 - 21.000 - 12.000 - 7.500 - 3.000 - 1.500 Euro

Video: https://www.letrot.com/fr/replay-courses/2021-10-17/8201/8