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Lustig zum phänomenalen Bahnrekord
06. Juli 2020

(nn) La Capelle, Sonntag, 5. Juli 2020. Hoch im Norden Frankreichs dicht an der Grenze zu Belgien im kleinen Städtchen La Capelle spielte am Sonntag die Musik für weitere Größen der internationalen Traber-Szenerie. Um nur mehr 75.000 statt bisher 90.000 Euro ging es im zum zehnten Mal ausgetragenen Prix de la Communauté des Communes Thiérache du Centre, der eigentlich mit dem Critérium de Vitesse de Basse Normandie von Argentan, dem Hugo Åbergs Memorial in Jägersro und dem Grand Prix du Conseil Général des Alpes Maritime von Cagnes-sur-Mer zur TGV-Serie (Trot à Grand Vitesse) zusammengefasst war.

Wegen der Corona-Auszeit, der die Prüfung in Argentan zum Opfer gefallen war, hat man auf die länderübergreifende Serie, bei der es sonst Bonusprämien zu verdienen gibt, verzichtet.

Stargast auf dem 1874 eingeweihten Linkskurs war der zweifache Titelverteidiger Bold Eagle, für den es nach dem, was aus seinem Lager kolportiert wird, der (vorerst?) letzte Auftritt in Gallien gewesen sein soll. Seinen Abschied aus Europa wird „Boldie“ am 2. August im Prix de Wallonie im belgischen Mons geben und danach in Nordamerika versuchen einzusammeln, was an Timokos Gewinnsummenrekord von 5.006.731 Euro eventuell fehlt. Mit dem dritten Platz von La Capelle steht die Uhr des „Adlers“ bei 4.990.967 Euro.

Die Show gestohlen wurde ihm, der mit Tony Le Beller jenen Steuermann an Bord hatte, mit dem er den Großen Preis von Wallonien im Vorjahr gewonnen hat, von einem, der seinen monströsen Ehrenplatz im Prix René Ballière zu niemand Geringerem als dem neuen trabenden Überflieger Face Time Bourbon vollauf bestätigte. Von Startplatz „1“ sauste Drôle de Jet gar nicht „lustig“, sondern wie aus der Pistole geschossen los und erstickte damit den Versuch der trotz ihrer neun Jahre immer noch sehr hurtig in die Schuhe kommenden Billie de Montfort im Keim.

„Das war schon ein harter Ritt, aber ich wollte unbedingt von der Spitze fahren und mich auf keine taktischen Plänkeleien mit der Guarato-Bande einlassen. Billie ist trotz der Last der harten Rennjahre und vielen Gefechte auf hohem und höchstem Niveau noch immer eine Super-Starterin“, sollte Pierre Vercruysse, der sich in die Siegerliste dieses Rennens, das damals Grand Prix Sorival hieß, bereits 1998 mit Défi d’Aunou eingetragen hatte, die rigorose Taktik erklären.

Besagte „Billie“ ordnete sich denn auch brav hinter Drôle de Jet und vor Frisbee d’Am und dem in der ersten Kurve halb jenseits der abgegrenzten Piste laufenden Elvis du Vallon ein, womit dem von der „6“ ebenfalls hurtig beginnenden Bold Eagle der schwarze Peter des äußeren Anführers vor Nancy America zufiel. Das schmeckte Le Beller gar nicht, der heilfroh war, als sich Anzi des Liards aufraffte und ihn dort nach 600 Metern ablöste. In dritter Linie zog Violetto Jet seinen Gefolgsmann Valokaja Hindö voran.

Auf der langen Zielegraden ließ Drôle de Jet nichts, aber auch gar nichts anbrennen, servierte die in seinem Sog bestens aufgehobene Billie de Montfort locker um fast vier Längen ab und durchbrach als erster Traber in La Capelle die 1:10-Schranke. 1:09,6 lautet die neue Messlatte, und für den von Jean-Etienne Dubois gezüchteten Coktail-Jet-Sohn steht nach dem zehnten Sieg aus lediglich 35 Starts - von September 2017 bis Oktober 2018 war seine Karriere auf Eis gelegt - und 532.275 Euro an Gewinnen der Himmel weit offen.

Bold Eagle umkurvte Anzi des Liards, hatte nach vorn wenig zu melden, von hinten noch weniger zu befürchten, denn Spur drei hatte die nebeneinander ins Ziel kommenden Violetto Jet und Valokaja Hindö ein bisschen viel Substanz gekostet. Die kleinste Prämie ging an die unermüdliche Bahia Quesnot, für die das Erreichen der runden Million ein langwieriges Unterfangen ist: Nun stehen aus 96 Versuchen 973.796 Euro in ihrem Fahrtenbuch.

„Das war schon ein ziemlich heißer Reifen, den ich heute gefahren bin“, schmunzelte „Pierrot“ Vercruysse, „aber sonderlich angestrengt hat‘s meinen Hengst nicht. Ab der Schlusskurve ich ließ ihn laufen, wie er wollte, und hab ihn nur mit der Stimme bei Laune gehalten.“ Zufrieden war auch Le Beller mit Bold Eagles Präsentation: „Die ersten paar hundert Meter in dritter Spur, dann ein Stück Anführer der zweiten - das war nicht einfach. Zum Glück kam dann Anzi des Liards. Ich fand, Boldie hat seinen Job gut erledigt.“

10. Prix de la Communauté des Communes Thiérache du Centre (Gruppe II int., Vier- bis Zehnj.)
1609m Autostart, 75.000 Euro
1.    Drôle de Jet    09,6    Pierre Vercruysse    21        
    7j.br. Hengst von Coktail Jet a.d. Likely Jet von Défi d’Aunou
    Be: Ec. Hunter Valley; Zü: Jean-Etienne Dubois; Tr: Pierre Vercruysse
2.    Billie de Montfort    10,1    Gabriele Gelormini    86
3.    Bold Eagle    10,2    Tony Le Beller    49
4.    Anzi des Liards    10,3    Romain Derieux    180
5.    Violetto Jet    10,4    Franck Nivard    150
6.    Valokaja Hindö    10,4    Christophe Martens    130
7.    Bahia Quesnot    10,5    Junior Guelpa    110
8.    Frisbee d‘Am    11,0    Adrien Lamy    170
9.    Estola    11,1    François Lecanu    670
10.    Nancy America    11,6    Sylvain Dieudonné    1540
11.    A Sweet Dance    11,6    Alexis Prat    1150
12.    Eridan    11,7    Matthieu Verva    1020
    Elvis du Vallon    d.RL*    Charles Cuiller    770
*als Achter disqualifiziert wegen Unterfahrens von mehreren Pylonen im ersten Bogen
Sieg: 21; Richter: leicht 3½ - ¾ - 1 - 1 - k.Kopf - ½ Länge; 13 liefen
Wert: 33.750 - 18.750 - 10.500 - 6.000 - 3.750 - 1.500 - 750 Euro

Video: https://www.letrot.com/fr/replay-courses/2020-07-05/0202/6