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INEXESS – so blau, weiß und rot
26. Juli 2026

(letrot.com) Gibt es einen besseren Weg, eine frustrierende und letztendlich negative Erfahrung in Schweden hinter sich zu lassen, als zu Hause das schönste Rennen des Sommers in Enghien zu gewinnen? Was Champions auszeichnet, ist, dass sie wissen, wie man sich wieder aufrappelt, nachdem man auf die Nase gefallen ist.

Und Inexess Bleu ist ein großer Champion. Das bewies er erneut im Prix Jean-Luc Lagardère (150.000 Euro – 2.875 m [B] – Gruppe II), den er gewann, obwohl er in der letzten Kurve den Eindruck erweckte, sich dem hervorragenden Hooker Berry geschlagen geben zu müssen. Keep Going schob sich mit einem starken Schlussakkord noch zwischen die beiden.

Jeder hat ja so seinen Treibstoff. Der, der den Motor des Champions Inexess Bleu immer wieder beflügelt, ist der Drang nach Revanche. Während seine Reise nach Schweden zum Elitloppet zu einem Fiasko geworden war (auch wenn er sich für das Finale qualifiziert hatte, in dem er disqualifiziert wurde), endet seine Rückkehr auf französischen Boden nun mit einem Erfolg.

Auf den ersten Blick eher mutig als brillant errungen dank der Kraft in den Hinterbeinen und einer unvergleichlichen Kämpfermentalität. Doch bei genauerem Hinsehen ist auch Bravour mit von der Partie: Denn der Schützling der Familie Abrivard erzielte mit 1:11,6 (Rekord: 1:11,3) die zweitbeste Zeit des Rennens.

Der Rennverlauf

Der von Benjamin Rochard sehr offensiv vorgetragene Kanto Avis war der erste große Tempomacher des Rennens und seine Taktik schien klar zu sein: Der einzige, den er gewillt war, passieren zu lassen, war Inexess Bleu (Alexandre Abrivard). Eine Runde vor dem Ziel ging sein Wunsch in Erfüllung.

Das Rennen schien daraufhin festgefahren, zumal der Titelverteidiger Koctel du Dain (David Thomain) in der vorletzten Kurve einen Fehler machte. Doch Hooker Berry und Antoine Lhérété sprangen für den Vorjahressieger in die Bresche und hatten nicht vor, den Tempomacher einfach machen zu lassen, was er will.

Das Duo startete kurz vor der letzten Kurve einen besonders entschlossenen Angriff, den der ehemalige Amérique-Sieger mit sehr hoher Geschwindigkeit meisterte.

So verschaffte er sich zunächst einen deutlichen Vorsprung vor Inexess Bleu, der sich in der Distanz aber Meter um Meter zurückholte, um schließlich mit einer Länge Vorsprung vor dem hervorragenden Speed zeigenden Keep Going (Mathieu Mottier) und Hooker Berry zu gewinnen, der um Haaresbreite den zweiten Platz verpasste.

Die Reaktion von Alexandre Abrivard

Im Interview mit Equidia würdigte Alexandre Abrivard nicht nur seinen Partner, sondern auch denjenigen, der ihm auf den letzten 500 Metern Paroli geboten hatte: „Heute war er derselbe Hooker Berry wie damals, als er den Amérique gewann. Um großartige Rennen zu sehen, braucht es große Champions. Ich hatte das Glück, als Sieger hervorzugehen, aber nicht nur mein Pferd war gut.“

„Dieser Prix Jean-Luc Lagardère gehört zu den lukrativen Rennen, in denen auch Wallache zugelassen sind, und es stehen noch einige weitere auf seiner Liste, die er für sich entscheiden kann. Als Nächstes steht La Capelle auf dem Programm, wo ich letztes Jahr nicht gut abgeschnitten habe.“

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Foto: Aprh

Entschlossen, die äußerst seltenen Ausrutscher in der Karriere von Inxess Bleu hinter sich zu lassen, äußerte sich Alexandre Abrivard auch zur Elitloppet-Erfahrung, für die er die Verantwortung übernimmt, und blickte dabei sofort in die Zukunft: „In einem Team gewinnt man gemeinsam und verliert gemeinsam.“

„Aber hätte er sich vom Elitloppet nie wieder erholt, wäre ich der einzige Schuldige gewesen, denn es war meine Entscheidung, dort hin zu gehen. Hätten wir gewonnen, wäre ich Superman gewesen, aber hätten wir ihn in Solvalla verloren, wäre es meine Schuld gewesen. Ich wusste, dass er sich wieder erholen würde, denn er ist außergewöhnlich.“

„Er gibt mir alles zurück, was ich ihm tagtäglich gebe. Man muss aus seinen Fehlern lernen, und nächstes Jahr werden wir nicht nach Solvalla fahren. Wir werden uns in aller Ruhe auf den René Ballière vorbereiten. Er ist erst acht Jahre alt, und wir wollen, dass er so lange wie möglich auf seinem Niveau bleibt.“

Ergebnis und Video: https://www.letrot.com/courses/2026-07-25/7502/6

Yes Please gefällt erneut

(dk) Aus deutscher Sicht von besonderem Interesse war der abschließende Prix du Palais Royal (43.000 Euro – 2.150 m) für sechs- bis achtjährige Stuten, die bislang nicht mehr als 105.000 Euro „auf der Uhr“ hatten, in dem Denis Grössels Yes Please wie schon beim ihrem Ehrenplatz zuletzt erneut Paul Philippe Ploquin anvertraut war.

Durch Ragazza du Chene, mit der Benjamin Rochard mit Erreichen des Einlaufs aus dem dritten Paar außen attackierte und in 1:12,2 mit zunehmender Distanz leicht die Oberhand gewann, Katy's Time, mit der Alexandre Abrivard der Siegerin wie ein Schatten gefolgt war, sowie die Nimczyk-Vertreterin, mit der Ploquin nach einem Rennen in fünfter Innenposition und langer Suche nach einer Passage erst auf den letzten 100 Metern zum Fahren kam, machten die drei aus der zweiten Reihe gestarteten Stuten die Dreierwette am Ende unter sich aus.

Die Propulsion-Tochter entwickelte dabei auf freier Bahn noch einige Endgeschwindigkeit und ergatterte in 1:12,6 mit den letzten Schritten zumindest noch den mit 6.020 Euro versehenen dritten Rang.

Ergebnis und Video: https://www.letrot.com/courses/2026-07-25/7502/9

Yes Please

Erneut stark in Frankreich: Yes Please (Archivfoto: Dennis Kraum)