Das, was Björn Goop am Nachmittag in Bergsåker vollbrachte, innerhalb einer Stunde zwei Gruppe-I-Rennen zu gewinnen, schaffte am späten Abend auch der Kollege Alessandro Gocciadoro.
Der 51-Jährige aus Noceto triumphierte zunächst mit Funny Gio im Gran Premio Freccia d'Europa (FFA), dann mit Guglielmo Jet im Gran Premio Unione Europea für Vierjährige.
Beide Prüfungen, mit jeweils 165.000 Euro dotiert, waren wegen der Sperrung der maroden Tribüne in Agnano/Neapel kurzerhand auf das rund 70 Kilometer nördlich, ebenfalls am Mittelmeer gelegene Ippodromo del Garigliano in Santi Cosma e Damiano verlegt worden.
Vor dem Frecchia nahm Gocciadoro einen stallinternen Fahrerwechsel vor und saß erstmals seit August wieder im Sulky der Face-Time-Bourbon-Tochter Funny Gio, während er deren Stammpiloten Antonio di Nardo hinter Always EK platzierte, der wiederum auf die Hand des in Schweden unabkömmlichen Magnus Djuse verzichten musste.
Im Rennen, dem mit Bleff Dipa, Click Bait und Dany Capar gleich drei hinter dem Auto ungünstig aufgestellte Kandidaten fernblieben, begleitete Gocciadoro den Trainingsgefährten Denver Gio in der Todesspur, bis dieser im Schlussbogen die weißen Fahne hisste.
Da wenig später der in dritter Spur bereits vielversprechend vorgepreschte Always EK sprang, hat Funny Gio im Handumdrehen gewonnenes Spiel und kam in 1:10,6/1600 Meter weder durch die schlussstarke Follia d'Esi noch den zu lange innen festsitzenden Stallgefährten Alrajah One ansatzweise in Verlegenheit.
Mit ihrem 18. Sieg (bei 29 Starts) steigerte die Fünfjährige ihre Gesamtbörse auf 680.903 Euro.
Video: https://players.brightcove.net/6305691599001/default_default/index.html?videoId=6399579501112
Nicht ganz so einfach schien die Aufgabe im Vorfeld im Gran Premio Unione Europea, der nach sieben Jahren in Modena nach Neapel wandern sollte, jedoch ebenfalls in Santi Cosma e Damiano landete.
Gocciadoro musste mit dem nach Siegen im Vierjährigen-Derby und im Premio Tino Triossi klar favorisierten Guglielmo Jet zunächst einmal das Handicap der zweiten Reihe überwinden, was gut gelang. Lange hielt sich der italienische Champion jedoch nicht in fünfter Position auf, sondern ließ den Maharajah-Sohn auf der Gegenseite marschieren, bis nach 600 Metern die Kommandobrücke erklommen war.
Der Rest war Formsache. An der letzten Ecke verabschiedete sich Guglielmo Jet zum ungefährdeten Sieg in 1:11,0/2100 Meter, womit er den 18 Jahre überdauernden, damals noch auf der alten Bahn von Mailand aufgestellten Rennrekord von Lisa America um eine Zehntelsekunde drückte.
Den Gocciadoro-Triumph perfekt machte auf dem Ehrenplatz Gabrioz. Antonio di Nardo hatte den amtierenden italienischen Derbysieger lange im Fahrwasser des am Start in Front gezogenen Gimmy Top geschont, dessen Gegenwehr auf der Zielgeraden aber mühelos gebrochen.
Video: https://players.brightcove.net/6305691599001/default_default/index.html?videoId=6399579470112
In Italien nicht zu bewingen
Zweite Reihe hatte Alessandro Gocciadoro auch mit Stonehillpearl in einem 10.000-Euro-Rennen für vierjährige Stuten, das der Muscle-Hill-Tochter der Besitzergemeinschaft Merwestaal/M.S. Diamanten/Van Dijk GmbH als Vorbereitung auf das Stutenderby in ihrer deutschen Heimat dienen sollte, wo sie bislang nur in ihrer Gelsenkirchener Quali am 1. Mai 2025 zu sehen war.
Mit einer souveränen Vorstellung, bei der sie 600 Meter vor dem Ziel in dritter Spur kraftvoll antrat und bereits eingangs der Schlusskurve die Spitze eroberte, bewahrte Stonehillpearl in 1:14,3/2100 Meter ihren Nimbus der Unbesiegbarkeit in Italien, wo sie bei allen elf Starts mehr oder weniger leicht gewann.
In die Hose gingen dagegen zwei Versuche in Vincennes, was hoffentlich an den deutlich längeren Distanzen lag und nicht an einer Abneigung gegen ausgedehnte Reisen, wie sie der Stute bald nach Berlin „droht“.
Video: https://players.brightcove.net/6305691599001/default_default/index.html?videoId=6399574102112







