++ Berlin: Major Ass gewinnt in bewährter Hand von Michael Hönemann den 7. Lauf der Gold-Serie in 1:16,0/2500 Meter vor Willow Bay Evert und River Flow - Emma Stolle punktet erneut mit Beppi Santana und verkürzt im Amateurfahrer-Championat auf 17:16 ++ ++ Paris: Cleangame (Jean-Michel Bazire) sichert sich trotz zweifacher Zulage in 1:12,0/2900 Meter das Finale zum Grand National du Trot (130.000 Euro) - Crack Money (Cedric Terry) endet unplatziert, bleibt in der Gesamtwertung aber vorn ++ ++ Wien: 13. Saisonerfolg für Stall Wieserhofs Giacomo Pastor - Rudi Haller auch mit Allegra Racings Clubs Deniro - Erich Kubes gewinnt für das "Team Lila" mit Stall Noahs Pralla Michi, endet mit Avanti Royal unplatziert, mit Serafino am Turm ++ ++ Trauer um Josef Bureik - Der einst erfolgreiche westdeutsche Besitzer und Züchter ist im Alter von 75 Jahren verstorben ++ ++ Montag: PMU-Abend in München - Sieben Rennen ab 18:30 Uhr ++
Glorioser Knalleffekt
24. Oktober 2021

(nn) Mons/Ghlin, Samstag, 23. Oktober 2021. Wie erhofft  wurde der fünfte und letzte Lauf der durch all jene Länder Europas ziehenden Tour Européen du Trotteur Francais, zu denen die französische Wettorganisation PMU besonders enge Geschäftsverbindungen pflegt, zum Tag der Entscheidung - der engsten, die es in der 14-jährigen Geschichte dieser Promotion-Tournee je gab.

Buchstäblich mit den allerletzten Schritten im 2.300 Meter langen Grand Prix de la Toussaint, in dem es nicht nur um doppelt so viel Geld ging wie auf den vorangegangenen vier Stationen, sondern auch um die doppelte Punktzahl, fiel nicht nur die Entscheidung über den Etappen-, sondern auch den Gesamtsieg.

Tour Eurpeen Trotteur Francais

Der Vorteil im Hippodrom von Mons, dem einstigen wallonischen Bergarbeiterstädtchen nahe der französischen Grenze, war nach einem Verlauf mit vielen Haken und Ösen speziell für den Favoriten knapp, aber doch glasklar auszumachen: Wie auf Mallorca schlug Eclat de Gloire aus der Deckung zu - und diesmal dem Favoriten und Sieger der ersten beiden Etappen ein hart erkämpftes Schnippchen: Feydeau Seven war als frischer Spitzenreiter ins letzte Gefecht gegangen, hatte er doch nach dem Erfolg in Avenches am 14. September neue Kräfte tanken sollen.

Die waren auch dringend erforderlich gegen den Schützling Loris Garcias, der mit der „4“ die bessere Startposition gelost hatte (die acht Punktbesten begannen direkt hinterm Auto) und diesen Vorteil entschlossen nutzte. Vergeblich versuchte Jos Verbeeck, für den es auch um den mit 7.500 Euro belohnten fahrerischen Gesamtsieg ging (der Zweite bekam 5.000, der Dritte 2.500 Euro; ebenso bei den Trainern), mit dem Rédéo-Josselyn-Sohn von der „6“ eine günstige Lage zu ergattern.

Da waren auch noch Charme de Star (2), der sich die Spitze nicht streitig machen ließ, und Baron du Bourg (1) vor, hinter dem Eclat de Gloire einparkte. Feydeau Seven blieb in der Todesspur hängen - eine Lage, der Verbeeck wenig Geschmack abzugewinnen vermochte, und so war er heilfroh, dass sich Donuts Deladou ein Herz fasste und ihn dort ablöste. Sonderlichen Zug nach vorn entwickelte der zu den Longshots zählende Baccarat-du-Pont-Sohn jedoch nicht, so dass der „Hexer“ nach einer Runde dann doch die Initiative ergriff und in dritter Spur zur Attacke blies.

Das bekam natürlich Garcia mit, der Eclat de Gloire - für hiesige Verhältnisse vielleicht etwas spät - nach außen lancierte und Feydeau Seven durch die vorletzte Kurve in dritter Spur hielt, bevor er ihn Mitte der Gegengeraden vorbei ließ. Verbeeck machte gleich weiter Dampf, zumal weiter außen nun auch Gelsenkirchen-Sieger Express Jet seinen Hut in den Ring warf, erledigte Charme de Star eingangs des Einlaufs und schien lange des Sieges sicher, da Express Jet beim Zwischenangriff viele Körner verschossen hatte und nicht mehr weiterkam.

Die Gefahr drohte jedoch aus dem Windschatten des Bazire-Trainees und hieß Eclat de Gloire. So sehr sich Feydeau Seven ins Zeug legte, neigte sich die Waage in einem mitreißenden Gefecht peu à peu gegen „Monsieur Jos“, für den ein Sieg in seiner Heimat das Tüpfelchen auf dem I gewesen wäre. Im Ziel hatte Eclat de Gloire die Nase um einen „Hals“ vorn und damit den wertvollsten seiner 17 Treffer unter Dach und Fach, der sein Konto auf 657.784 Euro stemmte. Platz drei ging 1½ Längen dahinter an den weit außen Flügel bekommenden Baron du Bourg, der Express Jet um eine knappe Länge abfing.

War der Etappensieg klar, so ging das Rätselraten ums Gesamtklassement los: Beide Protagonisten waren dreimal auf dieser Tournee angetreten, hatten je zwei Stationen gewonnen und waren einmal auf dem Ehrenplatz gelandet. „Ex aequo“ also? Nein - dank der Punktedoppelung hatte Eclat de Gloire auch in der Schlussrechnung die Nase vorn, und das mit 58 zu den 53 Zählern Feydeau Sevens recht deutlich.

Anders war’s im Fahrerlager, wo es keine Zusatzpunkte für mehrere Teilnahmen gab: Hier behielt Verbeeck mit 56 zu 55 Zählern Loris Garcias hauchdünn die Oberhand; zu verdanken hatte er dies neben Feydeau Seven dem Gelsenkirchener Vierten Cicero Noa, der in Mons nur eine marginale Rolle spielte. Den dritten Scheck durfte sich Jérémy-Gaston van Eeckhaute einstecken.

Bei den Trainern wiederum lag Garcia mit 56 zu 51 zu 43 Punkten vor Bazire und van Eeckhaute. Bester der leer ausgehenden Übungsleiter war Tomas Malmqvist (42), der Express Jet unter seinen Fittichen hat.

Grand Prix de la Toussaint (Gruppe II, ab Dreij.; für ins franz. Zuchtbuch eingetragene Traber; punktbeste Acht aus der ersten Reihe)
2300m Autostart, 120.000 Euro
1.    Eclat de Gloire    13,4    Loris Garcia    42*
    7j.br. Wallach von Tiégo d‘Etang a.d. Vive Fée von Love You
    Be: Ec. du Vieux Chêne; Zü: Ecurie D; Tr: Loris Garcia
2.    Feydeau Seven    13,4    Joseph Verbeeck    17
3.    Baron du Bourg    13,5    Jérémy-Gaston van Eeckhaute    410
4.    Express Jet    13,5    Gabriele Gelormini    68
5.    Cyriel d’Atom    13,8    Hanna Huygens    440
6.    Et Voilà de Muze    13,8    Piet van Pollaert    320
7.    Cicero Noa    13,8    Nico d‘Haenens    940
8.    Dostoievski    13,8    Nicolas Bazire    200
9.    Cœur Baroque    13,8    Dries Devolder    890
10.    Blues d‘Ourville    14,0    Pierre Houel    360
11.    Charme de Star    14,4    Christophe de Groote    590
12.    Diva Beauregard    14,4    Jean-Charles Piton    1250
13.    Donuts Deladou    15,0    Rick Wester    630*
* alle Quoten von der frz. PMU
Sieg: 42; Richter: Kampf Hals - 1½ - ¾ - 2½ - Hals - Kopf - Kopf - k.Kopf - 2 Längen; 13 liefen
Wert: 48.000 - 24.000 - 10.000 - 8.000 - 5.000 - 3.000 - 2.000 sowie 20.000 Euro Züchterprämie

Video: https://www.youtube.com/watch?v=4-yMJu2hmGw

Endstand / Punkte
(Wolvega, Avenches, Son Pardo, Gelsenkirchen, Mons)
Eclat de Gloire    58 (2 Siege)
Feydeau Seven    53 (2 Siege)
Baron du Bourg    44
Express Jet    43 (1 Sieg)
Verteilung: 15 - 10 - 8 - 6 - 4 - 3; alle anderen 1 Punkt; Zusatzpunkte: zum 2. Mal angetreten + 1; zum 3. Mal angetreten +2 Punkte usw.

Bisherige Gesamtsieger: Pirogue Jénilou (2007), Quido du Goutier (2008), Malakite (2009), Paradis Cordière (2010), Nimrod Boréalis (2011), Punchy (2012), Roxana de Barbray (2013), Soléa Rivellière (2014 und 2015), Swedishman (2016), Bird Parker (2017), Billie de Montfort (2018 und 2019); 2020 wegen Corona-Lockdown ausgefallen; Eclat de Gloire (2021)

Tour Eurpeen Trotteur Francais