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Geldregen im Kindergarten
14. November 2021

East Rutherford / New Jersey, Samstag, 13. November 2021. Es müssen nicht immer Breeder’s Crown oder der Grand Circuit sein. Auch abseits der breiten Straßen lässt sich gutes Geld verdienen für den Kindergarten der Zweijährigen, für den unter anderem The Meadowlands eine sich über Sommer und Herbst hinziehende Serie ins Leben gerufen hat, deren vier Finals am Samstagabend über die noble Bühne gingen. Die Börsen lagen zwischen 222.111 (zweijährige Pacer-Stuten) und 300.960 Dollar (zweijährige Traber-Hengste und -Wallache).

Auf Traberseite stark präsent waren vorab Produkte des neuen Star-Vererbers Walner, dessen Decktaxe für die Saison 2022 gerade erst auf 30.000 Dollar angehoben worden ist. Insgesamt acht Produkte stellte der Chapter-Seven-Sohn, die das Geschehen jedoch längst nicht wie erwartet - oder befürchtet - dominierten.

Bei den „fillies“, bei denen er die Hälfte der „Kindergärtnerinnen“ stellte, war die zur Favoritin erkorene Breeder’s-Crown-Vorlaufsiegerin und Finalfünfte Lilbitalexis nicht wiederzuerkennen. Aus vierter Position zur Halbzeit in die Todesspur beordert, brach sie dort auf den finalen 300 Metern völlig ein und passierte die Linie fehlerlos als Vorletzte vor der ebenfalls von Walner gezeugten Lookin Chic, die schon vorm Start nicht zum Traben zu bewegen war.

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(Foto: standardbredcanada.ca)

Und weil Riding High keinesfalls zu Höherem berufen schien, sondern an achter Stelle verharrte, und Brickhouse Babe aus dem zweiten Paar außen nur Rang vier blieb, war es Misswalner Fashion vorbehalten, die Ehre ihres Vaters zu retten. Das tat sie denn auch in überzeugendem Stil stramm vorweg, nachdem sie nach 200 Metern Valentina Blu vom Platz an der Sonne verscheucht hatte.

„Ich wusste, dass Lilbitalexis irgendwann kommen würde“, sollte Tim Tetrick im Nachgang sagen, aber bei dem knackigen Tempo, das Misswalner Fashion vorlegte, kam sie nie wirklich auf Augenhöhe, ja nicht mal an Valentina Blu vorbei und war ausgangs des „final turn“ schon wieder auf dem Rückzug. Ganz anders Tetricks Schützling, den „Jim (John Campbells Bruder / Anm.d.Red.) nach den beiden schweren Schlappen beim Lexington-Meeting perfekt wieder aufgebaut und auf genau dieses Finale bestens vorbereitet hat. Sie machte das heute unerhört leichtfüßig, als ob‘s gar keine Arbeit für sie sei“, und das Ergebnis konnte sich sehen lassen.

Drei Längen vor Valentina Blu (von Chapter Seven) und der aus siebter Stelle prima auf Touren kommenden Primadonna Deo (von Trixton) kreuzte sie zum fünften Mal die Linie als Beste, davon viermal in der Kindergarten-Serie, und baute ihr Konto um 139.927 auf 211.639 Dollar aus. Campbell war erleichtert: „Die beiden Auftritte auf der Red Mile haben mich doch erschreckt. Umso zufriedener bin ich, wie sie sich heute präsentiert hat. Sie war eigentlich für den Grand Circuit vorgesehen, nachdem die Arbeitsleistungen im Frühjahr gut genug waren, doch dann wurde sie krank. Gut, dass es diese Serie gibt - so haben wir einen tollen Saisonabschluss und gehen voller Zuversicht ins nächste Rennjahr.“

Kindergarten Classic Trot - Final - (int., zweij. Stuten)
1609m Autostart, 294.580 USD
1.    Misswalner Fashion    10,6    Tim Tetrick    28
    2j.schwbr. Stute von Walner a.d. Sweet Love von Chocolatier
    Be: Jules Siegel & Judith Peres; Zü: Fashion Farms; Tr: James Campbell
2.    Valentina Blu    11,0    Andrew McCarthy    93
3.    Primadonna Deo    11,3    David Miller    472
4.    Brickhouse Babe    11,5    Mark Macdonald    161
5.    Little Pink Lies    11,8    Åke Svanstedt    320
6.    La Vie en Blanc    12,0    Brian Sears    909
7.    Riding High    12,8    Yannick Gingras    1433
8.    Palermo Hanover    13,0g    Todd McCarthy    106
9.    Lilbitalexis    13,2    Dexter Dunn    19
10.    Lookin Chic    hdF    Scott Zeron    1143
Sieg: 28; Richter: überlegen 3 - 3½ - ½ - 3¼ - ¾ -6¾ Längen; 10 liefen
Siegpreis: 139.927 USD

Wenig mit dem Zuchtziel am Hut hatten die männlichen Youngster, bei denen der in Schweden geborene Nuncio-Nachkomme Theresnolimit (dort wird er als Thereisnolimit geführt) nicht beweisen konnte, wo bei ihm das Limit liegt: Er musste krank daheimbleiben. Die beiden Father-Patrick-Sprösslinge Famous Father und Torrone vergaloppierten sich in der ersten Kurve, nach 1.200 Metern kam Walner-Sohn Saverio Hanover aus dem Tritt, und gänzlich unübersichtlich wurde die Gemengelage, als Mitte der Zielgeraden der früh resolut in Front gezogene Coach K Hanover unter zunehmendem Druck Pretenders etwas nach außen driftete.

Der Sohn der zwei Millionen Dollar schweren Maven geriet ans Sulkyrad des Svanstedt-Trainees und reagierte mit einer Galoppade, die ihn auf Platz fünf zurückwarf. Auf die sich wie durch Zauberhand öffnende Lücke hatte Dexter Dunn spekuliert, stieß mit dem an der letzten Ecke schon um zwei Längen abgehängten Fast as the Wind wuchtig hinein und zwang Coach K Hanover um einen „Kopf“ in die Knie.

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Das dicke Ende sollte für den „Coach“ noch kommen, denn nach rund zehnminütiger Beratung machten die „Judges“ den Walner-Sohn als Verursacher von Pretenders Galoppade aus und setzten ihn regelkonform hinter diesen auf Platz fünf - Glück für die weit distanzierten Robertsin (von Muscle Hill) und Ken’s Walner, die dadurch ein Treppchen höher zu „Silber“ und „Bronze“ kamen.

„Das Halbfinale vor einer Woche habe ich aus der Frontlage vor Åke gewonnen und wollte es eigentlich genauso handhaben, doch Åke pochte heute so vehement auf die Spitze, dass ich dahinter eingeschert bin und gehofft habe, im rechtzeitig einen Ausweg zu finden. Ausgangs der letzten Kurve sah es schon ganz gut aus, weil außen Pinewood Hanover abfiel und ich mich an Pretender koppeln wollte. Aber dann hatte Fast as the Wind einen kleinen Durchhänger, ich blieb innen und hoffte, dass dort die Tür irgendwann aufgehen würde. Fast as the Wind ist unkompliziert, macht alles mit und war auf den letzten 100 Metern er bärenstark. Selbst der moddrige Untergrund konnte ihn nicht stoppen“, war Dunn höchst zufrieden.

Für den immerhin schon 14 Mal beschäftigten 95.000-Dollar-Jährling (6. Oktober in Lexington), der zum Ende der Saison zu Hochform aufgelaufen ist und in der Breeder’s Crown als Zweiter voll überzeugte, war’s der vierte Sieg, mit dem die Ausbeute nun 361.275 Dollar beträgt. 

Kindergarten Classic Trot - Final - (int., zweij. Hengste & Wallache)
1609m Autostart, 300.960 USD
1.    Fast as the Wind    11,5    Dexter Dunn    25
    2j.dklbr. Hengst von Cantab Hall a.d. Wind Stroll von Muscle Mass
    Be: Leblanc and Kribbs, Sbrocco, Schmucker & Frank; Zü: Tony Holmes & Walter Zent; Tr: Tony Alagna
2.    Robertsin    12,1    George Brennan    68
3.    Ken’s Walner    12,2    Brian Sears    663
4.    Pretender    13,6g    Andrew McCarthy    74
5.    Coach K Hanover    11,5*    Åke Svanstedt    25
6.    Pinewood Hanover    14,3    Tim Tetrick    207
7.    Famous Father    15,0 g    Andy Miller    1036
8.    Torrone    16,7g    David Miller    889
9.    Saverio Hanover    18,9g    Vincent Ginsburg    179
*wegen Störens von Pretender Mitte der Zielgeraden nach „inquiry“ hinter diesen gesetzt
Sieg: 25; Richter: Kampf (Kopf) - 5½ - ¼ - 11½ - 6¼ - 4¾ Längen; 9 liefen (NS Theresnolimit / Attest)
Siegpreis: 144.462 USD