(Paris-Turf/MT) Am vergangenen Montag stimmten Guillaume de Saint-Seine und der Vorstand von France Galop der Öffnung des Prix de l'Arc de Triomphe für Wallache zu. Diese Entscheidung muss noch vom Europäischen Pattern Committee bestätigt werden. Sollte die SETF dem Beispiel für Prix d'Amérique folgen?
24 Stunden nach der vielbeachteten Ankündigung, den Qatar Prix de l’Arc de Triomphe für Wallache zu öffnen, fragen sich viele Branchenexperten und Rennsportbegeisterte, was der Mutterkonzern im Trabrennsport plant.
Jean-Pierre Barjon, ein glühender Verfechter der Öffnung des Prix d’Amérique für Wallache, hatte diesen Vorschlag über seinen Verwaltungsrat dem SETF-Komitee vorgelegt, das ihn im September 2020 mit knapper Mehrheit (26 Nein-Stimmen, 22 Ja-Stimmen und 2 Enthaltungen) ablehnte.
Damals fieberten alle Trabrennsportfans dem Duell zwischen dem Champion Face Time Bourbon und dem damals besten Wallach Cleangame am letzten Sonntag im Januar entgegen. Seitdem ruht das Projekt – könnte es bald wieder aufleben?
Jean-Michel Bazire, vielfacher französischer Champion und Experte des Paris-Turf, war lange Zeit dafür, den Prix d’Amérique auch für Wallache zu öffnen, hat seine Meinung aber inzwischen geändert.
„Da ich nun keine Wallache vom Kaliber eines Cleangame oder Aubrion du Gers mehr im Stall habe, mag manch einer mir zustimmen. Rückblickend sehe ich die Sache aber etwas anders. Die wirtschaftliche Lage ist zweifellos besorgniserregend, und wir müssen Prioritäten setzen.“
„Es stimmt auch, dass wir im Interesse des Sports die weltbesten Pferde im Prix d’Amérique sehen wollen, der ja kein Zuchtrennen ist. Für einen Trainer ist es jedoch deutlich schwieriger, den Prix d’Amérique mit einem Hengst als mit einem Wallach zu gewinnen.“
„Wallache sind gutmütig und leicht zu handhaben, aber die Arbeit mit einem Hengst ist eine ganz andere. Die Rolle des Trainers ist entscheidend, um einen Hengst schon als junges Pferd zu formen, seine Energie zu kanalisieren und seine Leistung im Wettkampf zu optimieren.“
Diese Ansicht teilt übrigens auch Ballydoyle-Trainer Aidan O'Brien, der von einem "unfairen Vorteil" für Wallache im Arc spricht.






