(dk) Weil er den alljährlichen Events des Traditionsveranstalters in Drensteinfurt schon seit langem seinen Stempel aufdrückt, gilt Jochen Holzschuh auch als der König vom Erlfeld.
Diesem Ruf wurde der in Dülmen keine 40 Kilometer von der Piste im Kreis Warendorf beheimatete Spezialist für ländliche Bahnen auch in diesem Jahr wieder gerecht.
Fiel seine Dominanz heuer zwar nicht ganz so groß wie vor Jahresfrist aus, als gar acht Sieger aus seinem Quartier kamen, so war es doch wieder eine große Sause für seine Equipe von der Columbus Farm, als der Mann in Dunkelblau an diesem Sonntag mit fünf Siegen und drei Ehrenplätzen neuerlich unter Beweis stellte, dass er auf dem Kurs am Erlfeld "jeden Grashalm mit Vornamen kennt" und ihm in seinem "Wohnzimmer" so schnell keiner etwas vormacht.
Reichte es in den ersten beiden Rennen "nur" zu Ehrenplätzen, als zunächst Silly Somerville in Omani und Hannes von Holdt ihre Meister fand, bevor dem Lokalmatadoren Jailbird Hillperon, der nach einer Störung nicht glatt über die Runden kam, nach Siegen in den letzten drei Jahren trotz einer famosen Aufholjagd die weiße Weste auf seiner Hausbahn nunmehr nur unglücklich abhanden kam, so drehte der Lokalmatador in den Rennen 4 bis 7 mächtig auf und gewann die vier Prüfungen am Stück.
Sowohl Lady Nele, die trotz eines Starts aus der zweiten Reihe früh auf dem Kommandostand zu finden war, als auch der beim sechsten Lebensstart erstmals gewinnende Cracker Jack aus dem Besitz der Trainergattin Julia zeigten sich dabei weit überlegen.
Das galt aber auch für Di Ospeo, mit dem Holzschuh das Kunststück gelang, das Hauptrennen um den »GP der Sparkasse Münsterland-Ost« (4.000 €) nach 2023 und 2025 gar zum dritten Mal zu gewinnen, sowie IT Security, mit der er während des heftigsten der im Lauf des Nachmittags immer mal wieder durchziehenden Regenschauer den dritten Tageserfolg für die Familie Böker unter Dach und Fach brachte. Und nahezu standesgemäß ging dann auch das letzte Rennen des vom Team um Neu-Präsident Christopher Fels wieder sehr professionell organisierten Renntags durch Silando noch einmal nach Dülmen.
Für mächtig Furore sorgte die Entourage um Martin und Romi Geineder, die es bei ihrem Debüt im Münsterland auf Anhieb auf drei Siege brachte. Die am Vortag aus dem rund 690 Kilometer entfernten und zwischen Straubing und Pfarrkirchen gelegenen Arnstorf angereiste Equipe, die mit ihren Startern für die Nacht übrigens Unterschlupf bei Jochen Holzschuh gefunden hatte, stellte ihre weit über Bayern hinaus bekannte C-Bahn-Erfahrung durch Treffer mit dem schon zu Holzschuh-Zeiten in Drensteinfurt siegreichen Grahish Cash, mit dem Martin Geineder den ersten Teil des Rottaler Triples an der Spitze nach allen Regeln der Kunst zelebrierte, sowie Laith H Boko unter Beweis.
Mit dem offiziell immer noch für die SI RACING antretenden Niederländer gewann zunächst die junge Carolin Golginger das Gästefahren bei ihrer zumindest auf deutschem Boden ersten Rennteilnahme mit dem buchstäblich letzten Schritt gegen die lange führende Karin Hazelaar, was Vanessa Sobottka einen Hattrick vermasselte, bevor Romi Geineder den Virgill-Boko-Sohn auch in der Wiederholung (3.500 €) zum Erfolg führte, nachdem Itseblitz (Jochen Holzschuh) auf dem nach den Regenfällen am Ende streckenweise doch etwas schmierigen Geläuf an der letzten Ecke in Front gepatzt hatte und danach nur noch den Ehrenplatz sicherstellen konnte.
Sehr zufrieden dürfte aber auch die mit ihrem Vater Herbert von ähnlich weit angereiste Johanna Plankl die Heimreise nach Bayern angetreten haben, gelangen ihr mit zwei Startern doch zunächst ein Ehrenplatz (Ma Jolie) sowie dann auch noch ein Sieg.
Start-Ziel ließ sich die couragierte Amazone mit Pegasus Venus, mit dem sie bei dessen ersten Sieg vor anderthalb Monaten in Magdeburg noch mächtig überrascht hatte, nicht die Butter vom Brot nehmen, wenngleich ihr mit dem Österreicher, der an einem von Favoritensiegen förmlich gepflasterten Tag bei 44:10 diesmal bereits der "längste" Sieger des Elf-Rennen-Programms war, das Glück nicht unerheblich zur Seite stand.
Es lag dem Augenschein nach nämlich im Bereich höherer Wahrscheinlichkeit, dass der ihr von Beginn an wie ein Schatten folgende Tschetan (Ronald de Beer), der im Schlussbogen in Mitleidenschaft gezogen wurde, als der Pilot kurz wegrutschte, und daraufhin schwer patzte, den Pacemaker bei einwandfreiem Rennverlauf noch gepackt hätte.
Nach anderthalb Jahren nahm sich Ronja Walter in einem aus vier Bändern alles andere als vorbildlich gestarteten Monté erstmals wieder Henri Buitenzorgs an, für dessen zuvor letzten Sieg im Dezember 2024 sie ebenfalls verantwortlich gezeichnet hatte. Mit dem Zwölfjährigen, mit dem sie quasi aus dem Stand begann, blieb sie auf der Schlussrunde als einzige dem zuvor zweimal siegreichen DeAngelon for Children (Maja Thamm) auf den Fersen und brachte den Piloten in der Distanz sogar überlegen zur Strecke. Ein perfekter Abschluss einer Woche, in der ihr von Dienstag bis Sonntag vier Siege in drei Ländern gelangen!










