(hamburgtrab.de/MT) Kaiserwetter zum Pfingstrenntag in Hamburg. Zwölf Rennen, teils hochdotiert und hochkarätig besetzt mit vielen Gästen – es war angerichtet.
Einziger Wermutstropfen in einem bunten Cocktail war die Nachricht vom Tode des langjährigen Hamburger Geschäftsführers Hans-Ludolf Matthiessen, der in der Nacht zum Freitag verstorben war. Dieser prägenden Persönlichkeit des Pferderennsports widmete man eine Schweigeminute. Der Renntag selbst hätte ihm sicher gefallen, zumal auch guter Besuch zu konstatieren war.
Big Point
Hart innen war die Erfolgsspur von Michael Nimczyk im Schwarzer Steward-Rennen. Bereits am Start kurvte er mit Slightly Love AS, mit er erst dem ungebärdig springenden Tyrolean Hero ausweichen musste, auf kürzestem Weg an Nelson vorbei, der schon vorn schien, ließ dann Pushin P YB vorbei, um nicht nur diesen in der Distanz über den Open Stretch auszukontern.
Im Einlauf hatte Mike Lenders nämlich mit Feels Like Forever den Piloten bereits geknackt und schien schon auf der Siegerstraße zu wandeln, doch innen war die Siegerin zur Stelle. Dritter wurde der brave Tigerhead. So war das wichtigste Rennen des Tages an den Champion gegangen, der sich keinesfalls damit begnügte, sondern noch weitere vier Male im Winner-Circle aufkreuzte.
Lasbek und Goldhelm
Das erste Rennen des Pfingstsonntags sicherte sich Michael Nimczyk mit der Lasbekerin Wolga. Da es nach dem Start nicht nach innen gehen konnte, entschied sich der Goldhelm, durchzufahren und übernahm auf der ersten Gegenseite das Kommando von Fiobinho, der seinerseits bis ins Ziel Rang zwei behaupten konnte gegen Rihanna Boko und einen fein endenden Nachtwind.
Der Goldhelm legte dann nach mit Vilnius, der an der Spitze immer wieder zulegte und sehr souverän gegen Midnight Sky und Cleveland zum Zuge kam.
Seinen dritten Punkt markierte der deutsche Dauerchampion dann mit WalkofFame Diamant, der bald nach vorne gelangte und dort immer wieder Reserven freimachen konnte. Die Attacken von Orkan Bo und Toto Barosso prallten wirkungslos ab.
Stuten-Cup als Sprungbrett
Wurde das Schwarzer Steward-Rennen oft genug als Ausgangspunkt für eine große Karriere genutzt, so sollte auch den Siegerinnen in den Vorentscheidungen zum Hamburger Stuten-Cup eine gute Laufbahn ins Haus stehen.
Den 1. Vorlauf sicherte sich Start-Ziel Victor Gentz mit Gloria AS, die an der Spitze weitgehend in Ruhe gelassen wurden gegen Konnichiwa, die nach Startfehler außen herum stark lief und den Ehrenplatz gegen Elma OE hart innen und Peregrin Boko weit außen verteidigte.
Im 2. Vorlauf schaute sich Michael Nimczyk in zweiter Position mit Mille Fleurs alles gemächlich an, um auf der letzten Halben zur Tat zu schreiten. Die vorn sehr gehfreudige Pearl Newport musste ausgangs des Schlussbogens passen und verlor auch den Ehrenplatz noch an Moonstruck Design, die ebenso vorbeiging wie Very Hot Pants. Beide Siegerinnen haben als Vierjährige das Stuten-Derby im August fest im Blick.
Pferde mit Zukunft
Eine One-horse-show gab es im TCT Gold Cup bei den Hengsten und Wallachen zu bestaunen. Der Ende der ersten Überseite nach vorn gezogene Rolleman Flevo wahrte den Nimbus der Unbesiegbarkeit und ging im Schlussbogen auf und davon. Gegen den 13,3 trabenden Hengst war kein Kraut gewachsen.
Imperio und der speedige Arrivederci holten die besseren Platzgelder, waren aber chancenlos gegen den Sieger, den Trainer Dion Tesselaar bei der Siegerehrung adelte, indem er ihn jetzt schon auf eine Stufe mit Ausnahmepferden wie Novato und Gio Cash stellte.
Die Stutenabteilung im TCT Gold Cup holte sich I Am Jet mit Thorsten Tietz, die das Geschehen vom Fleck weg bestimmten. Zunächst bei gedrosselter Fahrt, um dann auf der letzten Halben so richtig Gas zu geben.
Magda setzte gefällig, aber aussichtslos nach, Dritte wurde Riana Vrijthout. Auch wenn die Partie zunächst verbummelt war, so entschädigte eine rasante Schlusshalbe und bot damit hinreichend Spekulationsraum hinsichtlich der Siegerin, die als Fernziel das italienische Stutenderby anpeilt.
Gefälliger Rahmen
Als Catchdriver verbuchte Victor Gentz seinen zweiten Punkt. Mit Vermithrax ließ er es ordentlich kesseln und trommelte Tagesbestzeit von 12,8 auf das Bahrenfelder Geläuf. Diesem Tempolauf war ungeachtet einer starken Schlusshalben auch die knapp unterlegene Ulanova L.A. nicht gewachsen, während Outlander SB passen musste.
Ebenfalls mit einem wahrlich imponierenden Tempolauf zerstörte MacMcManaman mit Marcel Matten die chancenlose Konkurrenz. Vor allem auf den letzten 700 Metern bolzten die beiden Tempo und duldeten keinen Widerspruch. Da blieben für Purple Flevo und Nikitita T nur die besseren Platzgelder.
Bereits im Vorabinterview hatte sich Kornelius Kluth recht optimistisch gezeigt, und diese Einschätzung wurde dann bestätigt im Rennen, welches er sich mit Pogba sicherte, der einen starken Schlusskilometer außen herum hinlegte. Begünstigt wurde der Treffer über Velten von Steven und Yoko Ono Diamant durch Galoppaden der favorisierten Habibii und South Carolina AS.
Einen siegreichen Einstand feierte Roswald Eagle in der Hand von Marciano Hauber. Eine Runde vor Schluss begann er aufzurücken und massierte die Pilotin Opera OE ständig, um dann im Einlauf noch sicher vorbeizukommen. Klar zurück schnappte sich Peaceful Well das dritte Geld.





