(hamburgtrab.de) Recht stürmisch ging es an diesem Juni-Sonntag zu, denn es herrschte geradezu November-Wetter in Hamburg. Hatte es in der Nacht und morgens noch geschauert, so blieb es während des Renntages trocken.
Die zehn Rennen des Tages boten nicht nur erstklassigen Sport, sondern erlaubten auch den Blick auf Pferde, die in Zukunft von sich reden machen werden. Und einmal mehr war der deutsche Champion Michael Nimczyk der Mann des Tages. Von seinen sechs Fahrten beendete er fünf als Sieger, nur einmal fuhr er Galopp.
Demonstrationen
Im Finale zum Hamburger Stuten-Cup sahen die Besucher eine turmhoch überlegene Siegerin. Michael Nimczyk fuhr mit Mille Fleurs ausgangs des ersten Bogens in Front, kontrollierte dort alles und löste sich im letzten Bogen mit einem Pferd ganz anderer Klasse.
Wie lästige Fliegen auf der Sommerweide schüttelte die Stute die gewiss nicht schlechte Konkurrenz ab, gewann überlegen ohne sich voll zu verausgaben mit zehn Längen Vorsprung in 14,9 und konnte ihre Gewinnsumme dank der Siegbörse von 7.500 EUR mehr als verdoppeln. Die speedige Very Hot Pants holte vom letzten Platz mit gutem Schlussakkord den Ehrenrang gegen die Vorlaufsiegerin Gloria AS.
Mit dem Champion gab dann der Jahrgangscrack Aladin ein siegreiches Jahresdebüt. Auf der ersten Überseite fuhr Michael Nimczyk mit dem letztjährigen Derby- und Breeders-Crown-Zweiten nach vorn und hatte immer das überlegene Pferd zur Hand. In 13,4 canterte er die Konkurrenz ab, die von Purple Rain vor Exploit Kronos angeführt wurde.
Immer wieder der Goldhelm
Einen siegreichen Deutschland-Einstand feierte mit Michael Nimczyk der dreijährige Hengst Izoard As. Man schaute sich das Geschehen eine Runde in aller Ruhe im Mittelfeld an und schritt dann zur Tat, um Ende gegenüber die Weichen auf Sieg gestellt zu haben. Hinter dem schicken Dunkelbraunen schnappte sich beim Hamburg-Debüt Ultimate Dancer mit feinem Speed den Ehrenplatz vor Uptown Girl.
Einen weiteren Punkt verbuchte der Goldhelm dann mit South Carolina AS, der der Rennverlauf in die Karten spielte, denn Navajo MH und Vermithrax hatten unterwegs für viel Tempo gesorgt. Aus dem letzten Bogen kam die Nimczyk-Stute richtig auf Touren und wäre auch ohne Fehler von Vermithrax siegverdächtig gewesen. So kamen im toten Rennen hinter der Siegerin Nirvana Fashion und Navajo MH ein.
Auch den Schlusspunkt setzte der Dauerchampion. Mit Vilnius dominierte er von der Spitze aus, dem Muster vergleichbar mit den Siegen von Aladin und Mille Fleurs. Da blieben für Pedro Beuckenswyk und Zsa Zsa Nova nur die besseren Gelder.
Alles glattgegangen
Die Rennleitung überprüfte den Ausgang des TF-Rennens, beließ am Ende aber alles so, wie es nach der Zieldurchfahrt ausgegangen war. Ido d’Agice war im letzten Bogen mit Krikri du Flot ein wenig aneinandergeraten, doch das reichte nicht, um entscheidend einzugreifen. So hielt die Serie von Ido d’Agice, der mit Bernd Schrödl Kaporal du Houssel doch recht souverän in den Griff bekam. Platz drei schnappte sich klar zurück auf der Linie Haut en Couleur von Huppel de Pup.
Alles wunschgemäß entwickelte sich dann für die 7,5:1-Chance Cleveland zum Auftakt der V6-Wette, denn die vermeintlichen Hauptgegner Fiobinho und Velten Manhattan hatten sich gegenseitig das Leben schwer gemacht und auch für das nötige Tempo gesorgt. Kornelius Kluth bekam beim Zug nach vorn noch ein Führpferd und dann Herrstolle in den Griff, während der etwas unglücklich agierende, weil lange festsitzende Velten Manhattan keine Passage fand.
Geschenk
Turbulent verlief das Amateurfahren, denn vor dem Start wurde die Geduld aller strapaziert, als Der Biker ein Eisen verloren hatte. Im Rennen schien alles auf die sofort nach vorn gezogene Favoritin Mirabel hinzudeuten, doch die Stute kam unter Druck führend zu Beginn des Einlaufes von den Beinen, so dass der Weg frei war für Omia Boszorg, mit der sich Geburtstagskind Emma Stolle selbst beschenkte. Zweiter wurde die auf der Open Stretch noch stark aufkommende Desert Rain vor Nikita T.
Die Championesse sicherte sich das Trabreiten und war doch ein wenig unterschätzt worden, denn Gino hatte sich unter dem Sattel in der Vergangenheit bereits auszeichnen können. Zu verhältnismäßig lohnenden Odds von 3,3:1 gewann Ronja Walter mit dem Wallach gegen Russel und Chamarel Wibb, während der favorisierte Lelle A.T.M. die Führung nur bis Ende der letzten Überseite behaupten konnte.
Mit Outlander SB gewann Marciano Hauber den Kampf ums Kommando und damit auch das Rennen, denn gegen die Tempoverschärfung des Piloten hatte Tonga keine Antwort, war seinerseits aber klarer Zweiter vor Robert Streamline.










