(BTV-press) Es war ein wunderschöner Sommerabend: Bei der letzten Rennveranstaltung vor dem Auftakt des diesjährigen Derby-Meetings herrschte nicht etwa sportlicher Stillstand oder nur die Ruhe vor dem Sturm. Ganz im Gegenteil: Mit dem vierten Lauf der Gold-Serie stand ein mit satten 20.000 Euro Preisgeld dotierter Wettkampf auf dem Programm.
Sieben Pferde, von denen lediglich L.A.Boko (Joachim Hay) eine Zulage in Kauf nehmen musste, traten auf der 2.000-Meter-Distanz gegeneinander an.
Und falls die unterlegenen Teilnehmer nach dem Rennen eine Lehre ziehen durften, dann wohl diese: Einem in Führung liegenden Abonnementschampion Michael Nimczyk und seinem Pferd unterwegs eine 23er-Zwischenzeit zuzubilligen und ihn einfach gewähren zu lassen, ohne selber irgendwelche Anstrengungen zu unternehmen, muss in einer Niederlage enden, die einer schallenden Ohrfeige gleicht.
Denn genau das geschah: Nimczyk hatte mit Karin Walter-Mommerts Naikey sofort die Spitze vor Sokrates (Dennis Spangenberg) übernommen und obwohl die ersten beiden Durchgangszeiten mit 15,1 und 16,7 nicht sonderlich schnell waren, kam nicht die geringste Bewegung ins Feld. Der Goldhelm konnte es sich zu Beginn der Gegenseite sogar leisten, das Tempo auf eine Schildkrötengeschwindigkeit von 23,0 zu drosseln, ohne dass seine Verfolger reagierten.
Als Naikey die Pace vor der letzten Kurve dann auf 09,3 erhöhte und auf der Zielgeraden sogar 08,3 auf die Piste trommelte, wurden die Konkurrenten zwar wach – aber es war für sie viel zu spät. In 14,6/2.000m gewann Naikey den Gold-Lauf mit viereinhalb Längen Vorsprung vor Sokrates, der an der Innenkante jeden zusätzlichen Meter gespart hatte. Weitere drei Längen dahinter erhielt My Way Fortuna (Josef Franzl), der unterwegs lange in der Außenspur hinter dem nicht durchdringenden Nicolas Matisse (Marciano Hauber) gelegen hatte, das dritte Geld.
Richtig lange Gesichter gab es bei den Favoritenwettern nach dem sechsten Lauf der Newcomer-Serie um 6.000 Euro Preisgeld. Denn mit einem Erfolg der 38,4-Riesenaußenseiterin Thanks hatten sie nicht gerechnet. Doch Victor Gentz machte bei seiner ersten Fahrt mit Paul Kuhsträters Cantab-Hall-Tochter einfach alles richtig.
Nachdem er die für das Stuten-Derby avisierte Vierbeiner-Lady entschlossen an die Spitze gesteuert hatte, ließ Gentz zu Beginn der Tribünengeraden den außen drücken Fundador Font (Michael Nimczyk) gewähren und hatte in dem Mitfavoriten ein ideales Führpferd gefunden. Als dann Ende der Gegenseite auch noch der am meisten gewettete Rainbow Bo (Thorsten Tietz) wegsprang, bahnte sich die Sensation an.
Thanks klebte wie ein Schatten an Fundador Font und leitete auf der Zielgeraden ihren Angriff ein. In 14,7/1.900m zog die Vierjährige problemlos mit einer Länge Vorsprung an ihrem Kontrahenten vorbei.
Im direkten Anschluss ging Victor Gentz auch mit Miss Misery auf die Ehrenrunde. Mit der Dreijährigen des Stalls Birkenhof ließ er sich erst gar nicht auf irgendwelche Spielchen ein und gewann in 17,3/1.900m Start-Ziel mit einer Halslänge vor dem ebenfalls bravourös durchziehenden Ivan Drago Font (Marciano Hauber).
Die Abendveranstaltung begann mit einem Sieg des Derby-Aspiranten Victus, der erneut von Thorsten Tietz gesteuert wurde. Der Lasbeker Hengst bleibt damit nach drei Lebensstarts weiterhin ungeschlagen. Ein entspannter Spaziergang war der Erfolg in neuer persönlicher Bestzeit von 13,8/1.900m zwar nicht.
Denn nachdem Victus nach einer halben Runde in Front gestoßen war, wurde Pedro Beuckenswijk (Michael Nimczyk) aus seinem Windschatten heraus durchaus gefährlich. Aber der 1,0-Topfavorit wies die Attacke sehr souverän mit einem Vorteil von einer Länge ab.
Kurz danach überschlugen sich die nicht nur die Ereignisse, sondern auch die Stimme des Mariendorfer Moderators Nicolai Laaser. Denn es war ihm vergönnt, den ersten Sieg seiner Tochter Laetitia in einem MiniTraber-Rennen selber kommentieren zu dürfen. Mit dem überlegen herausgefahrenen Triumph Im Sulky ihres Außenseiters Gauner machte die Laetitia Laaser ihren Vater natürlich „stolz wie Bolle“.
Ähnlich wie Victus galten auch Komino Blue Lagoon und Sebastian Gläser als nahezu unverlierbar und beide enttäuschten das Publikum nicht. Zwar konnte man anfangs Böses ahnen, als Komino Blue Lagoon stramme 04,7 vorlegen musste, um Ende des ersten Bogens die Spitze zu ergattern.
Doch Sebastian Gläser konnte das Tempo im Anschluss mit 20er-Durchgangszeiten geschickt aus der Partie nehmen und als seine Seriensiegerin die Pace vor dem Schlussbogen auf 10,5 erhöhte, zog Komino Blue Lagoon in unwiderstehlicher Manier davon und gewann in 14,2/1.900m überlegen mit vier Längen Vorsprung.
Wesentlich knapper ging es beim Volltreffer von Dennis Spangenberg mit Salvation Byd zu. Die für das Stuten-Derby vorgesehene Prodigious-Tochter hatte zunächst das Kommando übernommen, ließ dann Mahasim Ass (Victor Gentz) vorbei und drehte den Spieß im Einlauf in 16,4/1.900m mit einer Länge Vorsprung wieder um.
Mächtig spannend ging es in der Gewinnsummenklasse bis 4.000 Euro zu. Bis in den Einlauf hinein sah eigentlich alles nach einem Sieg der Favoritin Vanita (Thorsten Tietz) aus. Doch in ihrem Windschatten hatte Josef Franzl mit Capella Blut geleckt und als er sie zum Angriff beorderte, zog die Fuchsstute tatsächlich nach Kampf in 15,4/1.900m an der Kontrahentin vorbei. Vanita verlor dann zu allem Überfluss auch noch das Geläuf und wurde als Zweitplatzierte aus der Wertung genommen.
Eine glasklare Angelegenheit war dagegen die Abschlussprüfung. Alman stürmte mit Marciano Hauber im Sulky mt zweieinhalb Längen Vorsprung in 14,7/1.900m zu einem Start-Ziel-Sieg, Das mit riesiger Autorität erzielte Ergebnis ist bemerkenswert. Denn der neu in den Besitz von Denis Grössel gewechselte Wallach ist nach seiner einjährigen Zwangspause nun auf den Punkt genau in Topform und sollte bei den am 2. August ausgetragenen Derby-Vorläufen eine prominente Rolle spielen können.
Gesamtumsatz: 81.823,30 Euro. Bahnumsatz: 21.306,80. Außenumsatz: 60.516,50 Euro.
Terminhinweis: Es ist soweit: Am Samstag, 1. August (erster Start um 11 Uhr) beginnt das Mariendorfer Derby-Meeting 2026. An den fünf Veranstaltungstagen wird es für die bestplatzierten Pferde und Fahrer aus ganz Europa um ein Gesamtpreisgeld von rund einer Million Euro gehen.
Bitte beachten Sie: Die Starterangabe für die Vorläufe des trotto.de 131. Deutschen Traber-Derbys und des Marion Jauß Deutschen Stuten-Derbys findet bereits am Freitag, 24. Juli (bis 9 Uhr) statt. Die Starterangabe für alle weiteren am 1. und 2. August stattfindenden Rennen ist am Montag, 27. Juli (bis 11 Uhr).
Sie erreichen das Mariendorfer Rennsekretariat unter der Rufnummer 030-7401229 bzw. per Mail an starterangabe@rennbahn-berlin.de. Bitte vergessen Sie nicht die Angabe des Hufbeschlags!






