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In der Elite bestens angekommen

(mw) Kopenhagen-Charlottenlund, Sonntag, 12. Mai 2019. Selbst einige Zeit nach der Geburt des Elitloppet galt der Copenhagen Cup, 1928 als Internationale Meisterschaft von Kopenhagen begründet - erste Sieger waren die von Charlie Mills gesteuerten Guy Bacon und Walter Dear (zweimal) -, als das internationale Renommierrennen Nordeuropas.

Namen wie Frances Bulwark, Gélinotte, Hairos II, Roquépine, Jorky, Idéal du Gazeau, Pershing, SJ’s Photo, Moni Maker, Zoogin, Victory Tilly, die dieser Mittelstreckenprüfung über 2011 Meter oder 1¼ Meilen ihren weltweit anerkannten Stempel aufgedrückt haben, sucht man bei einer Dotation, die im Vorjahr bis auf 750.000 dänische Kronen abgeschmolzen wurde, seit einigen Jahren vergeblich. Und wenn ein erst vor wenigen Monaten in die schwedische Gulddivisionen aufgestiegener Handsome Brad und ein durchweg durch die Todesspur dampfender Cyber Lane, der keines seiner letzten sieben Rennen hatte gewinnen können, das beste Ende unter sich ausmachen, sagt dies einmal mehr viel über die bescheidene Qualität dieses einstigen Europa-Knallers aus. Die Crème de la Crème Nordeuropas bereitet sich vierzehn Tage vor dem Elitloppet eben intensiv im Trainingslager auf die Sprinter-WM vor, anstatt im altehrwürdigen Lunden Flagge zu zeigen.

Dazu kam in diesem Jahr ein Rennverlauf, wie er langweiliger nicht sein konnte und vor dem der rührige Veranstalter, der nur dank der konzertierten Aktion von Stefan Melander und der Menhammar Stuteri diesen Traditionsrenntag in diesem Maß am Leben zu erhalten vermag - Schwedens nobelste Zuchtstätte trat für den „Cup“ als Hauptsponsor in die Bresche -, wie jeder andere nie gefeit ist.

Der wie in Mantorp, Solvalla und Åby erneut mit einem idealen Startplatz gesegnete Handsome Brad - das fetzige In-die-Hufe-Kommen hat er von Papa Brad de Veluwe gelernt - nutzte die „1“ diesmal konsequent. An ihm kam selbst ein „Flieger“ wie Titelverteidiger Cyber Lane, den die Experten vorn erwartet hatten, nicht vorbei, und weil Vater Peter mit Generaal Bianco die innere Bude felsenfest zunagelte („Wenn wir eine gute Lage erwischen, kann er’s aufs Treppchen schaffen.“) - da war dem gebürtigen Österreicher die eigene Trainieranstalt dann doch näher als die Familienbande -, musste Johan Untersteiner für den Rest des Weges durch die Todesspur dampfen. Natürlich hatte er kein Interesse an einer scharfen Pace, und so tuckerte der Tross 1500 Meter im gemütlichen Tempo dahin. Innen folgte besagter holländischer Generaal aus dem Lot Michel de Bruins vor Voltaire Gifont, Repay Merci und dem am Start von der „8“ sofort zurückgenommenen Cash Hanover, außen bildeten Racing Mange, Dreammoko, Tsunami Diamant und Co-Favorit Makethemark die Korona hinter Cyber Lane. Vom Maharajah-Sohn, der beim spektakulären Saisoneinstand Sorbet um eine Nasenspitze in die Knie gezwungen hatte, war am ehesten zu erwarten, über eine langgezogene Attacke dem Spitzenduo auf den Zahn zu fühlen, doch hatte Ulf Ohlsson offensichtlich Order, auf günstigere Optionen zu warten.

So lief alles auf eine reine Speed-Entscheidung hinaus, bei der die finalen 500 Meter in 1:07,6 durchrast wurden, so dass mit 1:11,4 die vorjährige Siegzeit Cyber Lanes eingestellt wurde. Die ist andererseits enorm von jenen 1:10,0 entfernt, in denen sich 2015 Robert Bi die Krone aufgesetzt hatte. Solch ein Tempo hatte der langbeinige Handsome Brad locker drauf, der sich Cyber Lane sicher um 1½ Längen vom Hals hielt und Carl Johan Jepson nach dem Triumph tags zuvor mit Activated im Drottning Silvias Pokalen den zweiten Big Point binnen 24 Stunden bescherte. Die innere Lage nutzte Untersteiner senior, seine Prophezeiung für Generaal Bianco wahr zu machen. Als Dritter blieb der Ufo-Kievitshof-Sprössling knapp vor seinem Verfolger Voltaire Gifont, hinter dem sich Pippo Gubellini im Gegensatz zu italienischen Gepflogenheiten wohltuend mit dem Peitscheneinsatz zurückhielt, Racing Mange und Makethemark. Fliegen kann der Sohn des Maharajah nicht, und so spät eingesetzt, war eben nur die kleinste Prämie möglich. Von den beiden Deutschen blieb Cash Hanover in anständiger Haltung hinten, wie es sich seiner Stellung am Wettmarkt geziemte. Tsunami Diamant, für den Nordeuropa bislang ein ausgezeichnetes Pflaster gewesen ist, bezahlte das Aufbrechen des Paarlaufens bzw. den Ausflug in Spur drei 500 Meter vorm Ziel - da koppelte sich Makethemark an - mit einer Galoppade an der letzten Ecke und musste erkennen, dass es bei den „Erwachsenen“ einen gehörigen Zacken schärfer zur Sache geht als in den Jahrgangsrennen. (Foto: travronden.se)

„Startplatz 1 ist in Lunden ein wenig knifflig, aber wir haben das perfekt hinbekommen, und der Rest war wie Autofahren. Johan akzeptierte rasch, dass ich ihn nicht vorbeilassen würde, und als ich unterwegs lange das Tempo drosseln konnte, wusste ich, dass wir noch gewaltige Pfunde in Händen hatten. Für die Planung Richtung Elitloppet ist der Trainer zuständig“, grinste Jepson nach seinem wichtigsten Sieg in Dänemark. Ulf Stenströmer war selbstverständlich auch vor Ort und hat, wenn auch zu dessen Gewinnsumme von 10 Millionen Kronen bei 3.627.943 SEK noch ein erkleckliches Stück fehlt, für Noras Bean unerwartet rasch einen Nachfolger im Stall: „Es ist großartig, hierher zu kommen und zu gewinnen, denn hier in Lunden hab ich viele Jahre für Preben Kjaersgaard gearbeitet. Handsome Brad steigert sich von Start zu Start, und heute fand ich‘s an der Zeit, ihn gegen diese Truppe konsequent von vorn einzusetzen. Was den Start im Elitloppet betrifft“ - die Einladung wurde heute bedeutend zügiger ausgesprochen als am Samstag jene an Bahia Quesnot - „muss ich erst mit den Besitzern den weiteren Fahrplan besprechen. Eines kann ich jetzt schon versprechen: Ist er in einem Jahr so in Schuss wie heute, kommen wir wieder und versuchen den Titel zu verteidigen.“ (Foto: altomtrav.info)

Copenhagen Cup (Gruppe I int.)

2011m Autostart, 750.000 DKR

1.      Handsome Brad            11,4    Carl Johan Jepson             56

         6j.dklbr. Hengst von Brad de Veluwe a.d. Ulrica M. von Red Xing

         Be / Zü: Aneby Lemitek AB; Tr: Ulf Stenströmer

2.      Cyber Lane                     

3.      Generaal Bianco         

4.      Voltaire Gifont             

5.      Racing Mange              

6.      Makethemark                

7.      Dreammoko                  

8.      Cash Hanover               

9.      Repay Merci                   

         Tsunami Diamant         

11,6    Johan Untersteiner           

11,7    Peter Untersteiner           

11,7    Pietro Gubellini                

11,8    Joakim Lövgren               

11,8    Ulf Ohlsson                         

11,9    Wilhelm Paal                    

12,0    Michael Nimczyk              

12,0    Knud Mönster                   

dis.r.   Robin Bakker                   

18

357

669

100

37

383

999

999

423

Sieg: 56; Richter: sicher 1½ - 1 - ½ - ¾ - ½ Länge; 10 liefen

Zw-Zeiten: 12,0/500m - 13,5/1000m - 07,6/letzte 500m

Wert: 375.000 - 175.000 - 90.000 - 55.000 - 30.000 - 25.000 DKR

Rennvideo: https://www.youtube.com/watch?v=8TZuDMSBGFI

 

Im Vergleich zu 2018, als in der über die schwedische ATG abgerechneten Königswette 23,6 Millionen umgesetzt wurden, rasselten heuer nur 20,3 Millionen durch die tatsächlichen oder imaginären Kassen - ein Minus von 14 Prozent.

 

V75-1 (Sto-El.):       

V75-2 (Open):         

V75-3 (Stayer):   

V75-4 (4jähr.):         

V75-5 (Silver):       

V75-6 (Cop-Cup):  

V75-7 (Klass II):      

Queen of Sand / Stefan Söderkvist        105

O’Grady / Kasper Andersen                   151

Ochongo Face / Ulf Ohlsson                    56

Mister F Daag / Robin Bakker                 14             

Heart of Steel / Peter Untersteiner          17

Handsome Brad / Carl Johan Jepson       56

Officer Stephen / Dion Tesselaar            55

Umsatz V75: 20.312.303 SEK

1. Rang: 274,3 Systeme à 19.249 SEK

2. Rang: 174 SEK

3. Rang: 20 SEK

 

Umsatz Top-7 (Silver): 504.040 SEK