Etwas später als ursprünglich geplant startete Deutschlands Traber des Jahres 2025, Fragolino Rosso, am Freitagmittag in Wolvega in seine (vorerst) wichtigste Saison, die z.B. mit dem Derby-Sieg in Berlin gekrönt werden könnte. Die Erkältungswelle, die in Deutschland viele Startpferde außer Gefecht gesetzt hatte, erwischte auch den Stall Hagoort und warf die gesamte Vorbereitung um runde drei Wochen zurück.
Das Warten hat sich gelohnt: Der Booster-Winner-Sohn, der dreijährig in Frankreich, Schweden und Holland sechs Rennen gewann und dabei einen Rekord nach dem anderen brach, meldete sich in einer Manier zurück, die mit „überragend“ nur unzureichnend beschrieben ist.
Obwohl Michel Rothengatter mit Mark Schermer die erste Halbe in 1:09,3 zurücklegte und dabei zunächst deutlich führte, ließ sich Jim Veldman nicht davon abbringen, den Piloten ausgangs der Gegengeraden anzugreifen und zu passieren. Die nächsten 500 Meter waren mit 1:11,4 etwas „langsamer“, die Kilometer lag bei 1:10,7.
Erst dann ließ Veldman den vorne ohne Beschlag aufgebotenen Hengst etwas verschnaufen, löste die nächste Zwischenzeit bei 1:15,3 aus, bevor er auf der Zielgeraden die Hand aufmachte und Mark Schermer, der ihm bis dahin wie ein Schatten gefolgt war, ruckartig auf mehrere Längen distanzierte.
Unter dem Strich standen für Fragolino Rosso 1:11,4/2100 Meter, womit er den Mitteldistanz-Bahnrekord von Elitloppet-Teilnehmerin Diva EK aus dem Giganten 2025 um drei Zehntel verfehlte. Auch die Mitteldistanz-Bestmarke deutscher Vierjähriger von Gericault (1:10,1/2100 Meter in Vincennes) blieb unangetastet, allerdings verausgabte sich der Hagoort-Schützling in keiner Weise und ließ das Comeback eher wie eine Trainingseinheit aussehen.
Nach dieser Gala-Vorstellung locken natürlich die Fyraringseliten im Solvalla-Meeting, die aber nach nur einem Saisonstart und gerade einmal neun Tagen Abstand möglicherweise zu früh kommen.
Video: https://www.youtube.com/watch?v=IPx_ufE4Nao
Nur einen weiteren Probelauf absolvierte in Wolvega Fragolinos Jahrgangs- und Trainingsgefährte Blizzard Diamant, der nach einem ersten Test am 10. April in 1:13,1/2100 Meter eigentlich schon in Skive starten sollte, jedoch erkältet zu Hause blieb. Dass er sich davon gut erholt hat, zeigte der Indigious-Sohn am Freitag mit einem Run in 1:12,8, wobei der Schlusskilometer unangefasst bei 1:11,1 lag.
Robin Bakker, eigentlich der Stammfahrer der beiden besten deutschen Vierjährigen und damit bald vor einer schwierigen Entscheidung stehend, war indes nicht untätig, sondern weilte in Odense und brachte dort mit der dänischen Kriteriumssiegerin 2025 Lust for Life ebenfalls eine Hagoort-Vertreterin des Jahrgangs 2022 heraus.
Die Vorstellung der Mister J P-Tochter, die die mit umgerechnet rund 27.000 Euro dotierten Albani Sprintermesteren unter Rekordverbesserung auf 1:11,2/1640 Meter gewann und saisonübergreifend zum neunten Mal in Folge ungeschlagen blieb, war ebenfalls nicht von schlechten Eltern.
Auch die rund 13.500 Euro wertvolle Stutenabteilung war 1:11,2 schnell und ging an Holger Ehlerts Italienerin Goldie Home, die sich nur fünf Tage (!) nach Platz sechs in den Charlottenlund Open am Sonntag bestens erholt zeigte und mit René Kjær überzeugend zuschlug.









