Für einiges Knirschen im schwedischen Gebälk sorgte das Gastspiel von Trainer Holger Ehlert mit drei Lasbek-Schützlingen am Mittwochabend in Halmstad.
Seit dem „Dopingfall Lets Go“ im Elitloppet 2006 (dessen zweiter Platz im Finale wurde seinerzeit ebenso aberkannt wie der Sieg von Jag de Bellouet) galt Ehlert in Schweden als eine Art Persona non grata und ließ sich nur noch sporadisch im Land der tausend Seen blicken, zuletzt zum Elitloppetmeeting 2017 als verantwortlicher Trainer von Wim Paals Startern.
„Ich hatte meine Strafe akzeptiert und meine Lizenz für sechs Monate verloren. Das ist 20 Jahre her. Es war alles ein Fehler meines Tierarztes. Natürlich sieht es auch heute nicht gut aus. Nichts von dem, was passiert ist, war gut“, sagte Holger Ehlert vor dem Renntag gegenüber Kanal 75.
Das Comeback in Schweden verlief für Ehlert, der im November nach 38 Jahren in Italien in seine deutsche Heimat zurückkehrte und Josef Franzl als Privattrainer auf Gestüt Lasbek beerbte, eher mittelmäßig.
Jörgen Sjunnesson, auf den Lasbek nicht zum ersten Mal als Catchdriver zurückgriff, lag mit der 17:10-Favoritin Veritas als Vierter außen prächtig im Rennen, bevor er im Schlussbogen bei seinem Vordermann Gustav Johansson auffuhr, die darauf springende Love-You-Tochter zu spät nach außen lenkte und Johan Untersteiner mit Ruby Haythrow mit ins Verderben riss.
Die Rennleitung ahndete dies mit 1.700 Kronen Geldbuße und sieben Tagen Fahrverbot. Da war es ein kleiner Trost, dass Veritas nicht disqualifiziert wurde, sondern als Sechste in 1:17,0/2160 Meter noch 5.400 Kronen (ca. 490 Euro) einstrich.
Gute Zweite wurde hier übrigens Kerstin Walters Cash-Hanover-Tochter Jelly Bean mit Markus Waldmüller, wogegen Karin Walter-Mommerts Elroy Face (Dante Kolgjini) zu Beginn endlos sprang und das Rennen als Siebter beendete.
Besser lief es ein Rennen später für das Labek/Ehlert-Team durch Uberlandia, mit der Jörgen Sjunnesson die ruhige Phase zur Halbzeit nutzte, um die Northern-Charm-Tochter in dritter Spur Richtung Spitze zu schicken. Die letzten 1000 Meter ohne Deckung neben dem Piloten, der die letzte Halbe in 1:12,1 durchlief, steckt Uberlandia gut weg und verfehlte in 1:16,3/2140 Meter Rang zwei nur knapp.
Gespannt war man schließlich auf das Saisondebüt von Ulaya, die zu Beginn ihrer Laufbahn, erst unter Franzl-, dann unter Nurmos-Regie, mit acht Siegen am Stück für Furore gesorgt hatte, bevor sie im vergangenen Herbst sowohl im schwedischen Stuten-Derby als auch in der Breeders Crown im Endkampf sprang und möglicherweise viel Geld einbüßte.
Sjunnesson ließ sie über die Meile von der „2“ vorsichtig eintreten, verlor durch die vor ihm heftig galoppierende Nordetia zusätzlichen Boden und konnte dennoch nicht verhindern, dass die 21:10-Favoritin - wenn auch weit nach hinten versetzt - in der Todesspur landete. Es blieb nur die Flucht nach vorn, die Ulaya scheinbar mühelos bis in die Spitzengruppe trug.
Dem vom Fleck weg führenden Mister Kabuki (Stefan Persson) vermochte die Fünfjährige nicht ans Zeug zu flicken, doch schien der Ehrenplatz nicht in Gefahr. Allerdings spürte Ulaya auf den letzten 100 Metern das Pensum, geriet mächtig ins Schwimmen, wurde von ihrem Steuermann aber mit aller Finesse auf den Beinen gehalten, um Rang vier unter Rekordverbesserung auf 1:11,9/1640 Meter und 13.000 Kronen (1.190 Euro) zu retten.
In der Auftaktprüfung, einem Lauf der Svensk Travsports Unghästserie für Dreijährige um 135.500 Kronen hatte Karin Walter-Mommert zwei exquisit gezogene Debütanten aus ihrem unermesslichen Pferdepool unter Order.
Die beiden Father-Patrick-Hengste Vulcan Tile (aus einer Ken-Warkentin-Stute) und Fitzpatrick (aus einer Bold-Eagle-Stute) erfüllten mit Johan Untersteiner und Dante Kolgjni als Erster in 1:15,9 bzw. Dritter in 1:16,2/2140 Meter die Erwartungen vollauf.
Alle Ergebnisse: https://sportapp.travsport.se/race/raceday/ts616230/results/all








