Ihren Auftritt in der Berliner Gold-Serie vor drei Wochen verpatzte Cosmea mit einem kapitalen Startfehler, worauf sie Michael Nimczyk nur noch hinterherlaufen ließ und im Formenspiegel eine 1:19,5 auftauchten, die das Können der aktuell besten deutschen Stute freilich kaum realistisch darstellten.
Das war vermutlich mit ein Grund, warum die schwedischen Wetter die SJ's-Caviar-Tochter des Stalles Germania am Samstag in Jägersro im vorletzten Rennen der V85-Wette, einem 339.000-Kronen-Lauf der Silberdivision, derart vernachlässigten und als 134:10-Außenseiterin einstuften.
Eines Gegners ging Cosmea bereits vor dem Zug verlustig. Nachdem die Niederländerin Niagara River bis zum Kommando „Noch eine Minute“ unentschuldigt nicht auf dem Geläuf erschienen war, schloss man das Bahntor und verwies die just in diesem Moment mit Jeffrey Mieras heraneilende Stute kurzerhand vom Start.
Trainer Danny Brouwer, der die Verspätung der unlängst noch in Cagnes-sur-Mer siegreichen Sechsjährigen mit einem Sulkydefekt begründete, diesen aber offenbar nicht kommunizierte, war not amused, zumal er noch eine Geldbuße von 2.000 Kronen on top erhielt.
Obwohl Robbin Bot mit Cosmea nun von der drei statt von der vier starten konnte, besaß er gegen den innen neben ihm raketengleich beginnenden Favoritin Golden Cresent keine Chance auf die Spitze, dahinter aber genügend Platz, um ausgangs der ersten Kurve bequem einzuparken.
Björn Goop ließ das Tempo mit dem Piloten in keiner Phase des Rennens entscheidend abflauen. Der Bronzehelm folgte ihm wie ein Schatten, musste allerdings darauf bauen, dass Golden Cresent sein Pensum durchstand und sich irgendwann eine Lücke zum Angriff auftat.
Diese Gelegenheit kam eingangs der Zielgeraden, als der Kolgjini-Schützling Savastano nach einem Rennen in der Todesspur schwächelte und die Tür für Cosmea aufging. Die Breeders-Crown-Siegerin war im Handumdrehen an Golden Cresent vorbei und holte bis zur Linie einen üppigen Vorsprung von vier Längen heraus, ohne dass ihr Pilot einen Finger rühren musste.
Für ihren zehnten Treffer bekam Cosmea 150.000 Kronen (13.741 Euro) gutgeschrieben und schraubte ihr Konto auf 135.845 Euro.
Weiter aufgewertet wurde die brillante Vorstellung der Nimczyk-Stute durch die Siegerzeit. Mit 1:11,6/2140 Meter trabte Cosmea Tagesbestzeit für die Mitteldistanz und war um drei Zehntel schneller als der 16 Mio. Kronen schwere Önas Prince, dem in der ersten Qualifikation zum Paralympiatravet, dem L.C. Peterson-Broddas Minne, 1:11,9/2140 Meter zum souverän siegreichen Saisondebüt genügten.
Ergebnisse: https://sportapp.travsport.se/race/raceday/ts616239/results/all








