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Aufregung um V86-Sieger in Åby
24. April 2026

Für reichlich Diskussionsstoff in Schweden sorgte das 8. Rennen, ein mit 153.000 Kronen dotiertes V86-Rennen der Abendveranstaltung in Åby am Mittwoch dieser Woche.

Der 19:10-Favorit Flying Eagle (Nr. 2), der mit Robert Bergh vom Start weg führte, wich im letzten Bogen nach innen und überfuhr mindestens zwölf Pylone, was offiziell als „außerhalb der Bahnbegrenzung“ bezeichnet wird. Auf der Zielgeraden lief Flying Eagle als führendes Pferd in den Open Strecht.

Screenshot 2026-04-24 at 12-40-37 Erik Adielsson och måldomare om körning utanför bangränsen · Senaste nyheterna om trav · Travronden

Travronden sprach mit dem diensthabenden Rennleiter Magnus Sjölund und dem Rennleitungs-Chef Erik Adielsson. Hier eine freie Übersetzung des Interviews:

„Wie nach jedem Rennen überprüften wir zunächst die Reihenfolge der ersten drei und kontrollierten, ob alles korrekt abgelaufen ist. Gab es einen Grund für eine Ergebniskorrektur? Wir haben das natürlich geprüft, und es war klar, dass er auf der Zielgeraden müde war und zuvor einige Bahnmarkierungen berührt hatte“, so Sjölund. „Aber wir kamen recht schnell zu dem Schluss, dass er klar gewonnen hat. Wir bewerteten die Zentimeter, die er durch sein Verhalten gutgemacht hatte, als nicht so entscheidend, dass eine Korrektur gerechtfertigt wäre.“ 

Sperre und Geldstrafe

TR: Robert Bergh wurde allerdings bestraft, weil er in Führung außerhalb der Bahnbegrenzung gefahren war und den Open Stretch unerlaubt genutzt hatte. Die Strafe lautete: fünf Tage Sperre und 2.000 Kronen (ca. 185 Euro) Geldstrafe pro Regelverstoß. Dies war jedoch keine übermäßig harte Maßnahme.

„Nein, wir haben uns an die vorgegebene Strafe gehalten. Es gab jedoch bereits frühere Verstöße, und bei Wiederholung innerhalb eines bestimmten Zeitraums, abhängig von der Anzahl der bestrittenen Rennen, fällt die Strafe höher aus.“

Die Sperre gilt vom 6. bis 15. Mai, wodurch Robert Bergh die Teilnahme an den V85-Wettbewerben auf seiner Heimatbahn Anfang Mai einschließlich des Paralympiatravet verpasst.

TR: Und was, wenn Bergh mit einem Kopf Vorsprung gewinnt?

„Theoretisch natürlich, aber dann macht er es uns unnötig schwer. Wenn wir jemanden disqualifizieren, müssen wir sicher sein, dass das Vergehen den Ausgang der Rennen beeinflusst hat.“

TR: Aber wenn er nur knapp gewinnt – oder vielleicht auch wie hier mit 1 1/2 Längen Vorsprung – verstehen Sie, dass viele Leute eine Disqualifikation erwarten?

„Ja, ich verstehe diese Argumentation absolut. Es gibt eine Grenze, ab der der Vorteil des Teams das Ergebnis beeinflusst haben könnte. Aber ich denke, wir haben am Mittwoch gemäß unserem Reglement so gut wie möglich geurteilt.“

Erik Adielsson ist Renleitungs-Obmann bei Svensk Travsport.

TR: Halten Sie es als Obmann für angemessen, dass eine Situation wie die am Mittwoch in Åby mit The Flying Eagle ohne Ergebniskorrektur blieb?

„Das ist eine Frage, die einfach erscheinen mag, aber gar nicht so leicht zu beantworten ist. Wir haben keine markierten Linien, und ich weiß, dass es als Fahrer nicht einfach ist, immer auf der Geraden zu bleiben. Es ist auch zu bedenken, dass der Open Stretch Teil der Rennstrecke ist“, sagt Adielsson. „Dann verstehe ich das Argument, dass man an Geschwindigkeit verliert, wenn man die gerade Linie hält. Ja, aber wo verläuft die Grenze? Das sind keine einfachen Beurteilungen.“

TR: Nun scheint es so zu sein, dass immer davon ausgegangen wird, dass es die Reihenfolge nicht beeinflusst hat.

„In diesem speziellen Fall wurde so geurteilt. Wenn das Pferd mit einer Naselänge Vorsprung gewinnt, könnte es anders aussehen, obwohl das eine Frage für den Zielrichter ist.“

TR: Aber ist es normal, in der letzten Kurve einen Fehler zu machen und dadurch tatsächlich Meter zu sparen?

„Mhm, das ist, gelinde gesagt, eine Herausforderung. Die Regeln müssen so gestaltet sein, dass sie in allen Rennen und Situationen funktionieren. Ich verstehe, dass es optisch nicht gut aussieht, wenn jemand drei Stangen innen fährt und gewinnt. Aber sollte ein Pferd disqualifiziert werden, das mit 50 Metern Vorsprung gewinnt und die Stangen nur um wenige Zentimeter berührt? Außerdem fahren wir auf engen 1000-Meter-Bahnen. Wie streng können wir da sein?“

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Flying Eagle als Führender klar im Open Stretch (Foto: Travronden)

Gesunder Menschenverstand – in der Praxis schwieriger.

„Ich mag den Ausdruck Fingerspitzengefühl nicht, aber ist es nicht vernünftig, in solchen Situationen etwas gesunden Menschenverstand walten zu lassen? Es ist extrem schwierig für die Rennleiter, landesweit einheitliche Maßstäbe anzulegen. Mal zwei Stangen, mal drei – wie soll man das beurteilen? Am einfachsten wäre es, eine Grenze festzulegen: Wer drei Stangen berührt, wird disqualifiziert. Für die Rennleiter ist es unkompliziert und einfach. Die Frage ist, ob es im System funktioniert. Wir wollen faire Rennen, aber nicht eine Flut von ausscheidenden Pferden, weil die Regel nicht praktikabel ist.“

TR: Drei Pylone bedeuten Disqualifikation – ist eine solche Regel nicht tragbar?

„Darauf habe ich im Moment keine gute Antwort. Aber es ist eine immer wiederkehrende Frage, und ich verstehe die Frustration, die insbesondere bei den Wettern und Fernsehzuschauern herrscht. Man könnte es mit einem 800-Meter-Läufer vergleichen, aber bei Pferden ist es anders, die Perspektive ist eine andere, und sie laufen nicht auf Schienen.“

Der Fall in Bergsåker

TR: Im Herbst 2018 wurde ein Gespann in Bergsåker disqualifiziert, weil es auf der Startgeraden auf der Springspur fuhr. Ist es gerechtfertigt, dass das eine Team disqualifiziert wird und das andere nicht?

Erik Adielsson: „Hier muss man zwischen Springspur und Open Stretch unterscheiden. Wer mit beiden Rädern auf der Springspur fährt, wird disqualifiziert.

TR: Was denken wohl Laien, wenn sie Situationen wie am Mittwoch sehen und man ihnen sagt, dass diese das Ergebnis nicht beeinflusst haben? Ein 800-Meter-Läufer würde sofort disqualifiziert, wenn er in der Kurve die Laufbahn verlässt.

„Wird man auf Schritt und Tritt disqualifiziert? Vielleicht. In unserem Sport entscheidet selten der Fahrer selbst, innerhalb der Begrenzungslinie zu fahren, sondern oft übernimmt das Pferd die Führung. Als Fahrer trägt man aber trotzdem die Verantwortung. Ein Gespann kann auch nach innen gedrängt werden, dann ist es in der Regel schwierig festzustellen, ob der Druck von einem äußeren Pferd verursacht wurde – was tun wir dann?“

„Wenn Lewis Hamilton das Lenkrad nach rechts nimmt, fährt der Formel-1-Wagen nach rechts, aber das ist bei Pferden nicht immer der Fall. Das ist eine pädagogische Herausforderung, und wir wollen eine Lösung finden, die lehrreich und effektiv ist, aber nicht zu einer Flut von Strafen und Disqualifikationen führt.“

TR: Denken Sie nicht, dass die Fahrer neue Regeln lernen, während man gleichzeitig vielleicht mildere Strafen für Nichteinhalten der Innenspur als führender Fahrer verhängen könnte?

„Ja, das ist möglich, und diese Diskussion gab es bereits. Es könnte dann eine neue Begrenzung geben: Wie weit darf man hinausfahren? Außerdem können Fahrer mit dem Pferd dahinter die Beine in die Begrenzung schieben, was auch nicht gut ist.“

TR: Wird sich an dieser Regel also in Zukunft nichts ändern?

„Es steht ständig zur Diskussion. Wir würden es gerne ändern, wenn wir das Gefühl hätten, die richtige „Formel“ für das Problem gefunden zu haben, aber wir wollen es nicht einfach um der Änderung willen ändern.“