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Amérique-Pläne ade?

(nn) Bergsåker, Samstag, 11. Januar 2020. Nimmt man die alte Theaterweisheit für bare Münze, so ist für Propulsion ein Start im Prix d’Amérique in 15 Tagen Pflicht.

Die Generalprobe, bei der der Muscle-Hill-Sohn konsequent offensiv vorgetragen wurde, ging in der an Bergsåkers prominentesten Traber aller Zeiten, den unverdrossenen Kämpen Zoogin, erinnernden Gulddivisionen, ziemlich krachend in die Hose. Am vom Fleck weg führenden Finnen Elian Web, den der Totalisator und damit der Schwarm der Wetter-Intelligenz als einzig echten Prüfstein ausgemacht hatte, prallte der Doppel-Europameister ganz locker ab, obwohl Örjan Kihlström alle Register zog - die Zaumkulisse 500 Meter vorm Ziel ebenso herunter wie 300 Meter weiter die Ohrenkapuze. Selbst die Peitsche verrichtete genau einmal ihren Dienst.

Bei Elian Web, hinter dem Jorma Kontio mal wieder seinem Renommee als einer der besten Startfahrer Nordeuropas alle Ehre gemacht und den achtjährigen Wallach schwuppdiwupp vor Cool Keeper, Snowstorm Hanover und Hesiod auf die Kommandobrücke gewuchtet hatte, biss der 12:10-Favorit gründlich auf Granit und wurde um zwei Längen abserviert.

Elian Web lässt Propulsion abblitzen (Foto: sulkysport.se)

Lange gefackelt hatte der „Iceman“ im mit 4 Grad ungewöhnlich warmen Bergsåker mit dem im Heat vor Frische sprühenden Amerikaner nicht, das Handicap der zweiten Startreihe zügig kompensiert und  nach 350 Metern aus dem vierten Paar außen resolut den Vorwärtsgang eingelegt. In bestechender Manier preschte Propulsion an Elian Webs Flanke. Eine echte Attacke auf den Finnen startete Kihlström jedoch nicht, wollte vielmehr das Match aus der Todesspur kontrollieren, was bei Zwischenzeiten im 1:13er Bereich machbar schien. Erste Fragezeichen bildeten sich auf so manchen Zuschauers Stirn, als Propulsion der Elian Webs Tempoverschärfung 500 Meter vor Schluss nur bedingt zu folgen vermochte. Auch das Einparken in dessen Windschatten - Cool Keeper hatte längst gründlich das Handtuch geworfen - nützte nichts: Die Wende war gegen den keine Sekunde wankenden Wallach nicht zu erzwingen.

Leicht zwei Längen voraus feierte Finnlands Derby-Sieger von 2016 seinen 23. Erfolg aus lediglich 59 Versuchen und hat nun 6.275.867 Kronen auf dem Konto. War Diamanten in der Schlusskurve der Einzige, der den beiden Protagonisten auf den Fersen zu bleiben vermochte, so ging der einstige Vierjährigen-Star auf der Zielgeraden ein wie die berühmte Primel und hat mit dem 2017 europaweit so brillant funkelnden Hengst nur noch den Namen gemein. Im engen Hauen und Stechen um Rang drei behielt Narold Vox knapp gegen Order to Fly und Digital Ink die Oberhand, die unterwegs in zweiter Reihe hinter ihm gelauert hatten.

Das Siegergespann kurz nach dem Rennen (Foto: st.nu)

Völlig aufgelöst war Trainerin Katja Melkko: „Danke, Elian! Ein unglaubliches Gefühl, ohne Wenn und Aber ein Pferd wie Propulsion bezwungen zu haben. Das ist fast so schön wie der Derby-Sieg. Solche Erlebnisse sind es, für die wir Tag um Tag mit den Trabern arbeiten! Er ist Teil unserer Familie - mein Mann Janne Soronen, die Kinder und Elian.“ Wirklich überrascht vom Ausgang war Kontio nicht: „Er war in den letzten Monaten durchweg gut, doch haben uns schlechte Startnummern den ganz großen Wurf vermasselt. Heute hat’s endlich mal gepasst, es von vorn zu versuchen. Bereits 500 Meter vorm Ziel hatte ich ein bombiges Gefühl.“

Das wiederum hatte Örjan Kihlström nicht, der seinen Partner in Schutz nahm: „Er macht immer seinen Job, auch wenn er mal nicht gewinnt. Natürlich ist er nicht dasselbe Pferd wie im Juli. Es ist schwierig zu beurteilen, was ihm mehr zu schaffen macht - die kalte Jahreszeit, der derzeit vorgeschriebene Rundum-Beschlag oder aber die fast viermonatige Rennpause.“ Man darf gespannt sein, ob für den rund 3,3 Millionen Euro schweren Sohn der Stakes-Siegerin Danae die Reise tatsächlich nach Paris geht.

Zoogins Lopp - Gulddivisionen - (int.)
2140m Autostart, 306.500 SEK
1.    Elian Web    12,4    Jorma Kontio    41
    8j.dklbr. Wallach von Like A Prayer a.d. E L Dolly von Conway Hall
    Be: West Breeding Oy; Zü: Talli Webbie; Tr: Katja Melkko

2.    Propulsion
3.    Narold Vox 
4.    Order to Fly   
5.    Digital Ink   
6.    Zenit Brick   
7.    Snowstorm Hanover
8.    Diamanten   
9.    Michelangelo Ås   
10.    Cool Keeper 
11.    Hesiod   
12,6    Örjan Kihlström   
12,9    Mats Djuse   
12,9    Per Lennartsson   
12,9    Robert Bergh   
13,0    Mika Forss   
13,1    Rikard Skoglund   
13,2    Erik Adielsson   
13,6    Magnus Djuse   
14,1    Kenth Åkerlund   
14,4    Per Linderoth   
12
801
1672
251
207
1353
464
801
2299
1864

Sieg: 41; Richter: leicht 2 - 2½ - k.Kopf - ½ - ½ - 1 Länge; 11 liefen
Zw-Zeiten: 12,9/500m - 13,4/1000m - 12,5/letzte 500m
Wert: 150.000 - 75.000 - 37.500 - 19.000 - 12.000 - 8.000 - 5.000 SEK

V75-1 (Silver):   
V75-2 (Kallblod): 
V75-3 (Guld):   
V75-4 (Brons):  
V75-5 (Klass II):
V75-6 (Diam-Sto):
V75-7 (Klass I):  
Hawk Cliff / Örjan Kihlström   
Guldtopp / Magnus Djuse   
Elian Web / Jorma Kontio   
Rocky Tilly / Rikard Skoglund   
Inshallah / Johan Brandel   
Abrystir / Magnus Djuse   
Arch Lane / Emilia Leo   
39
75
41
28
259
89
23

Umsatz V75: 78.729.517 SEK
1. Rang: 160,5 Systeme à 127.520 SEK
2. Rang: 792 SEK
3. Rang: 72 SEK

Umsatz Top-7 (Klass II): 1.779.431 SEK