++ Solvalla: Thomas Berchtolds dreijähriger Debütant American Lad (v. Maharajah) mit Conrad Lugauer 2. in 1:15,7/2140 Meter Bänderstart - Newcomer Vici (Fredrik Plassen) für Simon Siebert und Frank Proest in der Stall Courant Solvallaserien (336.500 Kronen) 1. in 1:13,0/2140 Meter - Karin Walter-Mommerts Fair Trade (Anders Eriksson) 5. in 1:13,4/2140 Meter Bänderstart, Langli (Claes Sjöström) 3. in 1:12,2/2140 Meter ++ ++ Vincennes: Seven Seas S für die Gerrits Trading GmbH mit Matthieu Abrivard im Prix Ara (41.000 Euro) 7. in 1:12,3/2100 Meter ++ ++ Sonntag: 5. Lauf zur Silber-Serie und ein Vierjährigen-Rennen um je 10.000 Euro in Mariendorf - Elf Prüfungen ab 13:00 Uhr ++ ++ Sonntag: Copenhagen Cup (800.000 DKK/2011 Meter) in Charlottenlund mit Charmy Charly AS (Michael Nimczyk) und Schampus (Roberto Vecchione) - Der Goldhelm im hochkarätigen Rahmen mit Isla, Cosmea und Villeneuf u.a. gegen die Ehlert-Schützling Goldie Home und Geiles Leben Home ++
„Hans Frömming ist nicht mehr dabei!“
13. Mai 2026

Ein Nachruf auf Radio-Legende Dietmar Schott von Dennis Kraum

Am Abend des 11. Mai hat mit Dietmar Schott ein Mann für immer die Augen geschlossen, der nicht nur die Sportberichterstattung beim WDR über Jahrzehnte entscheidend mitgeprägt hat, sondern dessen Wirken – beruflich wie privat – auch über Jahrzehnte eng mit dem Trabrennsport verwoben war.

In meiner Jugend war er eine feste Instanz am Samstagnachmittag, wenn er zum Auftakt des Wochenendes durch »Sport und Musik« führte, der Mann, der nach seinen beruflichen Anfängen beim NDR (woraus vermutlich sein Faible für den HSV resultierte, dem er über 70 Jahre treu blieb) 1962 in seine Heimat zurückgekehrt und beim WDR heimisch geworden war, um dort in den 1970er Jahren schließlich die Nachfolge des großen Kurt Brumme anzutreten.

Über 40 Jahre hat Dietmar Schott für den Sender am Kölner Wallraffplatz gearbeitet und dabei mehr als 2.000 Sendungen moderiert – ab 1988 dann sogar als Sport-Chef im WDR-Hörfunk. Danach hat er an Sabine Töpperwien übergeben und auch den heute noch in dieser Rolle aktiven Sven Pistor eingearbeitet.

Dietmar Schott gestikuliert Hochformat (www_cologne-info_de)

Foto: sportjournalist.de

Noch viel mehr als im Fußball war der „Lange“, wie er in Kollegenkreisen damals oft genannt wurde, aber im Basketball zuhause, wo er selbst beim ASV Köln bis hin zur Bundesliga aktiv und von 1976 bis 1987 dann quasi „im Nebenerwerb“ Manager beim BSC Saturn Köln war, dem in dieser Zeit große Erfolge wie deutsche Meisterschaft und Europaliga-Teilnahme gelangen.

Mäzen dieses Clubs war übrigens Saturn-Gründer Fritz Waffenschmidt, den Dietmar Schott zumindest zeitweise auch im Trabrennsport etablierte, war dieser doch anfangs Mitbesitzer keines Geringeres als eines gewissen Brendy.

Das leitet zu dem Wirken über, mit dem der Mann mit dem stets ansteckenden Lächeln und dem früh ergrauten Haar auch dicke Fußstapfen im deutschen Trabrennsport hinterlassen hat – in seiner Profession wie auch seinem Hobby.

Allein den Prix d’Amérique aus Paris-Vincennes übertrug er ab 1970 32mal live an die vielen Hörer in NRW, wobei dem ein oder anderen das in seinen vielen Reportagen vom französischen Jahreshöhepunkt beinahe Verlässliche „Hans Frömming ist nicht mehr dabei“ auch heute noch wie mir in den Ohren klingen mag.

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Mit diesem Satz läutete Schott damals regelmäßig gekonnt auf die große Sulky-Karriere des dreifachen »PdA«-Siegfahrers aus Deutschland in Rennphasen über, in denen gerade nicht viel passierte, und kramte damit immer wieder im Erinnerungsvermögen der Sport-Interessierten, die mit dem Pferdesport der diagonal Gleichfußenden ansonsten nicht viel am Hut hatten.

Für die Reportage des französischen „Rennen der Rennen“ 1990 erhielt Dietmar Schott unter anderem den »Herbert-Zimmermann-Preis« - und das im Jahr des Fußball-WM-Titels für Deutschland! - Es war nur einer von zahlreichen Journalisten-Preisen in seiner langen Karriere.

Wie sehr Dietmar Schott für seine Berufung brannte, konnte ich in meiner Jugend immer wieder hautnah miterleben, wenn er für Live-Reportagen wie etwa zum »GP von Recklinghausen« auf der Hillerheide weilte und sich Rennsekretär und Bahnsprecher Heinz Röttger mit ihm im Vorfeld über den Raum abstimmte, den Schott auf dem Balkon des Zielrichterturms einnehmen durfte, um Röttger die Sicht für seine Kommentatoren-Tätigkeit nicht zu versperren.

Diese Abstimmung mutierte stets umgehend mit dem Moment zur Makulatur, ab dem Schott auf Sendung war. Denn dann begann er regelmäßig, im Takt seiner Reportage gleichsam zu den Rennteilnehmern Fahrt aufzunehmen und von einem Bein auf das andere zu wippen, was mit zunehmender Renndauer immer mehr Raum einnahm. Dass Heinz Röttger dennoch stets den Überblick behielt, zeugte von einer Routine und einem „Auge“, die heutzutage ihresgleichen suchen.

1992 erschien Schotts Buch »Traben leichtgemacht«, mit dem er versucht hat, die Eigenheiten unseres Sports einer breiteren Öffentlichkeit verständlich und zugänglich zu machen. Ein Werk, das sicher nicht in jeder gut sortierten Buchhandlung, aber gewiss im Regal so manchen Trabersportlers zu finden sein wird.

Über viele Jahre war Dietmar Schott auch für den »HEAT« tätig, koordinierte die Wahl zum jeweiligen »Fahrer des Monats« wie auch »Fahrer des Jahres« und versah das jeweilige Votum mit entsprechenden Begleittexten. Home-Stories von so manchem Hengsthalter ergänzten seine Beiträge für die ihrerzeit nahezu täglich erscheinende Fach-Publikation.

Dietmar Schotts trabersportliches Wirken beschränkte sich aber bei weitem nicht auf die Theorie. Vielmehr war er auch Amateurfahrer und währenddessen sogar international im Einsatz. Zumindest ein Sieg in einem Gelsenkirchener Journalistenfahren, das er weit nach seiner lizensierten Zeit in seinen einst eingetragenen Rennfarben „schwarzer Dress mit gelben Längsstreifen“ in den 1990er Jahren in Gelsenkirchen von der Spitze aus gewann, dürfte dem ein oder anderen noch in Erinnerung sein.

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Dietmar Schott war passionierter Züchter (Foto: Quentin Bröhl)

Weit passionierter war Dietmar Schott aber auf seinem Gut Höhnchen in Lohmar, wo er zusammen mit seiner viel zu früh verstorbenen Frau Beate zumeist mit dem Buchstaben „I“ beginnende Pferde gezogen hat, die es zusammen auf rd. 350 Siege gebracht haben. Ibizenco, die auf Jahrgangsniveau mehrfach sehr gut platzierte Isla Blanca und deren Produkte Il Punto, Palazzo Pitti und Incredibele seien hier nur stellvertretend genannt.

Was Loriot der Mops, das war Dietmar Schott der Cockerspaniel. Sechs Hunde dieser Gattung haben seine Frau Beate und ihn über Jahrzehnte begleitet. Am Abend des 11. Mai ist die basslastige Stimme mit Wiedererkennungswert – wie Holger Dahl anlässlich des 80. Geburtstages des nun Verstorbenen einst für den WDR formulierte - in einem Krankenhaus in Linz am Rhein für immer verstummt.

Dem vorangegangen war eine Leidenszeit mit immer wieder erforderlichen Krankenhausaufenthalten nach einem schweren Sturz im September 2025, die Dietmar Schott in einem Pflegeheim des zu Bad Honnef gehörenden Aegidiengberg verbracht hatte.

„Dietmar Schott ist nicht mehr dabei!“ – das möge dem ein oder anderen bei den zukünftigen Austragungen des Prix d’Amérique ins Bewusstsein gerufen sein.